Smartphone mit App 'Betterplace'; Foto: Carsten Kampf

Service - Smartphone weg - was nun?

Jeder zehnte Deutsche hat sein Handy schon einmal verloren, rund dreieinhalb Millionen wurde es gestohlen. Neben dem Wertverlust ist besonders problematisch, dass die meisten Smartphonebesitzer ihre gesamten Daten auf dem Gerät haben: Adressen, Fotos und Filme, Musik, Daten. Wir geben Tipps, wie sich dieser Verlust abfedern lässt.

Sicherung der Daten als Prävention
Grundsätzlich ist es wichtig, immer so genannte Backups von den Daten auf dem Handy zu machen. Das üblichste Verfahren ist über Kabel, um die Daten des Handys auf dem Rechner abzuspeichern. Die sogenannte Synchronisation von Daten kann aber auch über Bluetooth oder WLAN aktiviert werden und lässt sich so einstellen, dass die Aktualisierung automatisch abläuft, wenn der Handybesitzer nach Hause kommt. Daneben gibt es noch sogenannte "Clouds" - Anbieter sind iCloud von Apple, TelekomCloud, GoogleCloud. Die Daten werden zentral abgespeichert - wie in einer "Wolke", in der sich sonst millionenfach die Wassertropfen sammeln - darum der englische Begriff Cloud für Wolke.

Was tun bei Verlust
Im ersten Schritt ist es immer wichtig, die SIM-Karte sperren zu lassen über den Mobilfunkbetreiber. Auch dafür ist es wichtig, die IMEI-Nummer zu wissen, sie abzuschreiben und bereit zu halten. Um eine PIN festzulegen, nie eine einfache Zahlenfolge wie 1,2,3,4 wählen. Bei modernen Geräten läuft das Verfahren über einen Fingerabdrucksensor: auf diese Weise hat nur der persönliche Handybesitzer dann Zugriff.

Um das Handy bei der Polizei als gestohlen zu melden oder bei einer Versicherung, ist es wichtig, sich die Seriennummer zu notieren. Diese sogenannte IMEI (International Mobile Equipment Identify) ist auf der Verpackung und dem Typenschild unter dem Hand-Akku zu finden. Sie kann aber auch auf dem Display angezeigt werden, wenn der entsprechende Gerätecode über die Handy-Tastatur eingegeben wurde. Der Codes dafür ist: *#06#.
Diese Nummer ist für die polizeiliche Ortung wichtig und für die Versicherung, die zwischen 2,00 und 10,00 Euro / Monat kosten und Glasbruch, Wasserschäden teilweise, Diebstahl (meist nur bei Einbruch/Raub) absichern

Ortungsdienste zum Aufspüren des Gerätes
Es gibt Ortungsdienste, die besonders sinnvoll sind, wenn das Handy liegen gelassen wurde. In vielen Geräten sind sie bereits vorinstalliert. Ortungsfunktionen bieten auch Apps an wie Avast, Prey, McAfee und Lookout, das beispielwweise ca. 3,00 Euro im Monat kostet. Ein Windowsphone kann nur mit der Ortungssoftware von Microsoft gesucht werden. Zudem ist auf fast allen neuen Android-Geräten der Android-Gerätemanager mit dem dazugehörigen Betriebssystem vorinstalliert. Über das eingerichtete Google-Konto kann man das Handy aus der Ferne orten, klingeln lassen, sperren oder löschen.

Beim iPhone heisst es "My iPhone finden". Sie ist kostenlos und gehört zum iPhone dazu. Es ist nur eine Anmeldung erforderlich, das Handy lässt sich orten, sperren, Daten lassen sich löschen und Signalton abspielen. Das ist besonders wichtig, wenn ein Handy gesucht wird oder ein Diebabgeschreeckt werden soll. Der Ton kann wie eine Sirene klingen.

Der Besitzer kann sein Handy mit einer E-Mail-Adresse und einem Passwort beim jeweiligen Anbieter im Internet registrieren lassen, so hat nur er Zugriff auf den Ortungsdienst. Dort kann er dann den Verlust beim jeweiligen Anbieter melden. Eine Ortung funktioniert allerdings nur, wenn das Handy angeschaltet ist. Auch eine Flugzeugmodus genügt nicht, denn das Handy wird über die Funkverbindung und das WLAN-System geortet. Über die Dienste Prey, Lookout und McAfee wird die Straße benannt, in der das Handy sich befindet. Über die Anwendung Prey können heimlich Fotos geschossen von demjenigen, der das Gerät in der Hand hält. Über Fotostream werden sie auf dem Notebook des Handybesitzers abgebildet.

Wie viele Mobile Security-Apps sind Avast, McAfee und Lookout keine reinen Ortungsdienste, sondern primär ein All-in-One-Paket mit Virenscanner und Anwendungsmanager, der erkennt, ob sich eine bösartige App, ein Trojaner oder ein Virus auf dem Smartphone befindet.

Als Zusatzfunktion gibt es die Ortungsdienste, die meist unter der Bezeichnung "Anti-Theft" laufen. Avast und McAfee können so eingestellt werden, dass die Apps selbst ein "Rückstellen auf Werkseinstellungen" überleben und somit auch funktioniert, wenn der Dieb das Handy zurücksetzt. Zudem benachrichtigen die Apps den Besitzer, wenn ein Dieb die SIM-Karte tauschen würde.

Was machen mit der Ortung…
Die Ortungsdienste sind besonders wichtig, wenn das Handy verloren gegangen ist. – allerdings sind die Ortsangaben ungenau und befinden sich in einem Radius von 200 Metern. Darum kann auch die Polizei mit solchen Angaben eigentlich nichts anfangen.
Bei einem Diebstahl muss man aufpassen, dass bei der so genannten "Selbstjustiz" nicht ebenfalls Grenzen des Legalität überschritten werden. Eine so genannte "Jedermannfestnahme" ist nur möglich, wenn ein Dieb "auf frischer Tat" ertappt wird. Dabei muss man vorsichtig vorgehen, um sich nicht strafbar zu machen wegen Nötigung.

Auch eine Veröffentlichung von mit der Handykamera geschossenen Fotos beispielsweise bei Facebook ist von Gesetzes wegen nicht erlaubt. Das ist ein Straftatbestand wegen Verleumdung und der Verletzung von Urheber und Persönlichkeitsrechten.

Wichtiger ist es, durch die Apps das Handy sperren zu lassen oder ausschalten zu können.

Beitrag von Eva Wagner

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