Blick durch eine Lupe auf das Logo des sozialen Netzwerkes Facebook (Bild: dpa)

Service - Vorsicht im Internet

Die Großen machens vor, die Kleinen machens nach: Kinder tummeln sich im Internet am liebsten auf Facebook und viele von ihnen haben sogar schon ein eigenes Profil.

Das besagt die aktuelle KIM-Studie (Kinder und Medien). Obwohl das Soziale Netzwerk Facebook eigentlich erst ab 13 Jahre genutzt werden darf. Zurecht, denn der Spaß kann auch seine Schattenseiten haben, gegen die sich gerade Kinder schlecht wehren können: Verkauf von Daten, Mobbing, blöde Anmache. Verbote bringen da wenig, Aufklärung kann helfen, Gefahren und Fallen zu umschiffen. Die richtigen Tipps gibt's vom Kindermedienexperten Thomas Feibel, er hat einen kleinen Ratgeber sowie einen Roman darüber geschrieben.

Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sind Gemeinschaften, es gibt sie im realen Leben und im Internet. Facebook und andere soziale Netzwerk im Internet bestehen aus den Profilseiten der Mitglieder, da kann jeder schreiben, was ihm wichtig ist und auch über weite Entfernung Kontakt halten zu Freunden.

Anmelden

Um sich bei Facebook anmelden zu dürfen, muss man 13 Jahre alt sein. Kinder sollten sich auf jeden Fall von ihren Eltern helfen lassen. Man braucht eine eigene e-mail-Adresse und ein Passwort. Man sollte bei der Anmeldung nicht mit dem Alter schummeln, denn Facebook bietet unter 18jährigen einen besonderen Schutz: z.B. werden sie nicht über Suchmaschinen gefunden. Die Privatsphäreeinstellungen sind besser eingestellt und die Kinder werden nicht in der freien Wildbahn des Internets gefunden.

Was gehört rein, was nicht?

Nicht auf die Profilseite gehören sehr private Informationen, wie Telefonnummer, Adresse, Schule, Religion, Informationen zur Familie. Man sollte sich auch gut überlegen, ob man von sich selbst ein Foto reinstellt.

Geschützter Bereich

Nach der Anmeldung unbedingt um die Sicherheitseinstellungen kümmern. Die bestehen vor allen Dingen aus den Privatsphären-Einstellungen.

Freunde

Bekommt man eine Freundschaftsanfrage, kann man sie annehmen oder ablehnen, z.B. wenn man denjenigen nicht mag oder gar nicht kennt. Freundschaftsanfragen von Fremden sollte man nie annehmen, man weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt und ob er die Wahrheit sagt. Man kann auch selber nach Freunden suchen und ihnen eine Freundschaftsanfrage stellen.

Posten

"Posten" bedeutet veröffentlichen. Auf Facebook kann man Mitteilungen, Fotos und Videos veröffentlichen. Auf was sollte man achten, wenn man in sozialen Netzwerken unterwegs ist?
Vorher genau überlegen, was man „postet", keine Fotos/Videos von anderen ohne Erlaubnis, keine Beleidigungen, keine Fotos in Unterwäsche/Bikini, keine Juxbilder, bei Formulierungen nachdenken, obs nicht missverständlich sein kann, keinen Fremden vertrauen.

Gefällt-mir-Button

Wenn man Gefallen an etwas findet, was andere veröffentlicht haben, kann man den „Gefällt-mir-Button" drücken.

Ärger im sozialen Netzwerk

Auch in sozialen Netzwerken treiben sich manchmal Idioten oder gar Verbrecher rum. Es kommt zu Beschimpfungen, Beleidigungen, Mobbing oder jemand gibt sich für jemand anderen aus. Es kann auch vorkommen, dass jemand mit dem Kind Kontakt aufnimmt und über Sex sprechen will oder nach (Nackt)fotos fragt. Die Kinder sollten sich nie selber schuldig fühlen und sofort Hilfe holen, wenn ihnen etwas komisch vorkommt.

In solchen Fällen: Beweise sichern. Das geht per Screenshot. Beim PC mit der Taste DRUCK. Dann mit der Tastenkombination STRG und V in PAINT oder WORD einfügen. Wenn bekannt, erst den Verursacher ansprechen oder die Eltern, dann auf die Meldefunktion gehen (bei Facbook heißt sie „Meldung oder Spam melden"). Außerdem können helfen: Jugendschutz.net, Klicksafe.de und am Ende die Polizei.

(alle Informationen aus: Thomas Feibel: „Facebook und andere Netzwerke - Tipps und Infos für Schüler, Eltern & Lehrer", Carlsen Verlag, ab 8 Jahre, 2,99 EUR)
(Beitrag von Susanne Stein)