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Das kennen viele Jungunternehmer: man hat eine gute Idee, aber zu wenig Geld um sie umzusetzen und auch die Banken wollen sie nicht finanzieren. Die Alternative könnte das sogenannte „Crowdfunding“ über entsprechende Internetplattformen bieten. Zibb erklärt, wie es funktioniert und was es bringt.
Mit Hilfe der Internetplattform Startnext werden innovative Projekte im deutschsprachigen Raum unterstützt. Es sind Projekte im kreativen/kulturellen Bereich bzw. Projekte, die ein gesellschaftliches Problem lösen wollen. Crowed funding auf startnext wächst: 2012 waren es mit 2,2 Mio. Euro finanzierte Projekte, 2013 wurden schon 5 Millionen locker gemacht. Einer der Geschäftsführer von startnetxt, Denis Bartel, rechnet mit einem weiteren Wachstum und spekuliert, dass 2014 sogar für 8 Millionen Euro Projekte gefördert werden. Er strebt mit seinen Partnern an, dabei auch Mischfinanzierungen voranzutreiben, also Sozialunternehmen und andere Initiativen zu unterstützen, die aus anderen Töpfen Mittel bekommen – von Stiftungen oder öffentliche Gelder . Die Bandbreite der Projekte ist immens, die Präsentation auf der Plattform startnetxt läuft über Videoclips, Fotos und Texten. Die Darstellung trägt nicht unerheblich bei für den jeweiligen Erfolg.
Ablauf einer Unterstützung durch startnext
Die Projektinitiatoren - Filmemacher, Musiker, Journalisten, Designer, Künstler, Erfinder, Gründer und andere Kreative - müssen in einer startnetxt-Kampagne in einer ersten Vorstellungsphase sogenannte „Fans“ gewinnen, wobei sie eine gewisse Anzahl benötigen, um weiterzukommen. In der dann folgenden Finanzierungsphase von circa 30 Tagen fließen die Unterstützungen. Sie sind in verschiedenen Geldbeträge kategorisiert. Jeder Unterstützer bekommt jeweils ein „Dankeschön“ zurück, das bereits aufgelistet ist. Das kann wie in einem normalen Tausch/Kaufvorgang ein Gegenstand sein, der in etwa dem Preis der Unterstützungssumme entspricht – beispielsweise eine CD, wenn es sich um das Projekt einer Gruppe handelt. Viele sogenannte Dankeschön sind auch symbolischer Natur – eine Art Erinnerungsgegenstand daran, dass man als Unterstützer an der Realisierung eines Projektes beteiligt war. Diese Beteiligung drückt sich auch darin aus, dass ein reger Kommunikationsprozess zwischen einerseits Unterstützern und Fans sowie andererseits Projektinitiatoren entstehen kann.
Aufbau von Netzwerken – Beispiel: Hilfe für Flüchtlinge durch morethanshelters
Um eine weiterreichende Beteiligung der Unterstützer und um den Aufbau von Community-Netzwerken geht es beispielsweise dem Sozialunternehmen „morethanshelters“ in seiner startnetxt-Kampagne, das im Beitrag vorgestellt wird. Ihr Fundingziel war 50.000 Euro, um Zelte für die syrischen Flüchtlinge in der jordanischen Wüste zu produzieren. Diese sogenannten Domos – so nennt sich das Zelt - wurde vom Team von morethanshelters designed und getestet. Das Zelt kann in ganz verschiedenen Klimazonen und Kulturregionen eingesetzt werden. Im Vergleich zu den herkömmlichen Zelten sind die Domos hygienischer, haltbarer und auch für Gemeinschaftsräume zu gebrauchen. Die Flüchtlinge werden bei der Planung und Umsetzung einbezogen. Die Unterstützer und Fans werden über den Entwicklungsstand des Vorhabens innerhalb und auch über die Finanzierungsphase hinaus informiert. Bei morethanshelters hat sich beispielweise abgezeichnet, dass nun die Zelte vor Ort von den Flüchtlingen selbst produziert werden sollen und dass die Hilfe weitergeht und städtebauliche Aspekte einschließt. Der rege gegenseitige Austausch zwischen den Unterstützen und dem Unternehmen verspricht eine Festigung von Netzwerken, die auch weiterhin bestehen. Morethanshelters ist auch ein Paradebeispiel dafür, dass zusätzlich für die Realisierung Stiftungsgelder einfloßen und beachtliche Mischfinanzierungskonzepte entstehen, um die Hilfe zu ermöglichen.
Das "Alles – oder – Nichts-Prinzip"
Wird die Fundingschwelle innerhalb der festgelegten Zeitraums von einem Projekt nicht erreicht, kommt alles den Unterstützern wieder zurück. Das ist garantiert. Es fleißen also nur Gelder in die real vorgestellten Projekte. Es laufen auf diese Weise also Anschubfinanzierungen für Produktionen beispielsweise für neue designte Produkte oder für die Umsetzung eines Auftritts, einer Ausstellung, eines Events, eines Filmes – wichtig: es sind keine Spenden. Es ist ein Tausch, bei dem materielle Gegenleistungen fließen und mehr: Der Unterstützer weiß, dass er etwas Sinnvolles tut, für das er sich interessiert, über das er exklusive Informationen bekommt - eine Kulturförderung der anderen, demokratischer Art.
Beitrag von Eva Wagner







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