Service -
Die Deutschen kaufen wieder mehr auf Pump: 223 Milliarden Euro Schulden haben Verbraucher inzwischen angehäuft - Immobilienkredite nicht eingerechnet.
Sämtliche Kredite und Zahlungsverhalten nahezu aller Bürger sind allerdings bei der Schufa gespeichert. Wie groß ihre Macht wirklich ist, dazu jetzt mehr im zibb Service.
Die Schufa - also die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherheit - ist die größte Auskunftei Deutschlands. Was viele nicht wissen: Sie ist keine Behörde, sondern ein privates Wirtschaftsunternehmen, das mit seinen Auskünften an Vertragspartner wie Banken oder Versicherungen Geld verdient. Gespeichert sind Daten zur Bonität nahezu aller Bürger. Das heißt, sämtliche Konten und Kredite, aber auch das Zahlungsverhalten etwa gegenüber dem Handy-Anbieter oder beim Online-Shopping. Auf Basis dieser Daten bewertet die Schufa die Kreditwürdigkeit. Wer schlecht abschneidet, erhält zum Beispiel schlechtere Zinsen bei Krediten - oder er bekommt den Kredit gar nicht erst. Auch Handy- oder Mietverträge abschließen kann nur, wer als kreditwürdig gilt.
Für einen negativen Eintrag reicht es aber nicht aus, dass man mal eine Rechnung nicht bezahlt hat. Voraussetzung sind zwei Mahnungen - im Abstand von mindestens vier Wochen. Und: Kleinere Beträge bis 2000 Euro löscht die Schufa sofort, wenn sie innerhalb von sechs Wochen doch noch bezahlt werden. Anders sieht es bei aufgenommenen Krediten oder unbeglichenen hohen Forderungen aus. Dann kann eine nicht bezahlte Rechnung bis zu drei Jahre lang Auswirkungen haben.
Beim Datensammeln verlässt sich die Schufa allerdings hauptsächlich auf die Angaben ihrer Vertragspartner. Ein negativer Eintrag kann also durchaus falsch sein. Unberechtigte Forderungen darf die Schufa nicht speichern. In solchen Fällen sollten Verbraucher per Einschreiben Widerspruch einlegen - und dies der Schufa umgehend mitteilen. Zudem empfiehlt es sich, regelmäßig die eigenen Schufa-Einträge zu überprüfen. Verbraucher dürfen einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei allen Wirtschaftsauskunfteien verlangen. Aber Vorsicht: Das Formular ist auf der Internetseite der Schufa etwas versteckt. Es muss ausgedruckt und mit der Post verschickt werden.
Doch sogar wer immer alles richtig gemacht hat, kann einen schlechten Score haben, also als nicht kreditwürdig gelten. Denn das sogenannte Geo-Scoring ist gängige Praxis vieler Auskunfteien. Das heißt, sie bewerten die Kreditwürdigkeit eines Kunden lediglich nach seinem Wohnort. Die Auskunfteien scannen ihre Daten voll automatisch per Computer. Heraus kommt der Score - dieser Wert gibt an, wie wahrscheinlich ein Verbraucher einen Kredit zurückzahlen kann. Oftmals liegen aber außer Alter, Geschlecht und Wohnort gar keine Daten vor. Und trotzdem: Ist der Wert sehr niedrig, gibt’s keinen Kredit. Dagegen unternehmen kann der Verbraucher nichts.
Beitrag von Christine Schaller












