Service -
Mit wenig Aufwand viele tausend Euro sparen? Bei der Finanzierung der eigenen vier Wände ist das fast immer drin, egal ob es um einen Bau- oder Anschlusskredit oder um ein Sanierungsdarlehen geht. Das zeigt der aktuelle Finanztest-Vergleich, für den die Experten der Stiftung Warentest Angebote von 113 Banken, Vermittlern, Versicherern und Bausparkassen eingeholt haben.
Eigenkapital ist Trumpf
Trotz günstiger Kreditzinsen ist das Eigenkapital noch immer sehr wertvoll. Kunden, die mehr als 80 Prozent des Kaufpreises auf Pump finanzieren, müssen mit hohen Zinsaufschlägen rechnen. Kreditnehmer sollten deshalb ihre Konten bis auf eine Sicherheitsreserve abräumen, um den Kreditanteil am Immobilienwert möglichst niedrig zu halten. Ideal ist es, mindestens 20 Prozent des Kaufpreises und alle Nebenkosten zu bestreiten.
Zuschüsse vom Staat nutzen
Bauherren sollten sich gründlich erkundigen, ob sie öffentliche Fördermittel erhalten können. Dabei gibt’s verschiedene Quellen. Etwa die Förderbanken der Bundesländer. Sie vergeben günstige Darlehen und Zuschüsse vor allem an Familien mit Kindern. Viele Kommunen locken mit verbilligten Baugrundstücken. Für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien gibt es mehrere tausend Euro Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Und alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten Zulagen oder Steuervorteile, wenn sie ihr Eigenheim mit einem zertifizierten Riester-Darlehen finanzieren.
Kreditsummen flexibel halten
Das Grundproblem der Kreditnehmer: Ist die Kreditsumme zu knapp berechnet, müssen sie einen Zusatzkredit aufnehmen. Das kostet zusätzlich Geld. Vereinbaren Kreditnehmer dagegen eine zu hohe Kreditsumme, müssen sie eine happige Entschädigung an die Bank zahlen, wenn sie einen Teil des Kredits doch nicht brauchen. Die Lösung des Problems: vereinbaren Sie mit Ihrer Bank, dass diese für einen Teilbetrag auf eine Nichtabnahmeentschädigung verzichtet. Bei vielen Banken ist das für einen Betrag bis zu 5 oder 10 Prozent des Kredits oder bis zu einer festen Summe von beispielsweise 20 000 Euro möglich.
Checkliste zum Immobilienkredit
Wer etwa eine Eigentumswohnung kaufen oder renovieren möchte, sollte zunächst die Kosten ermitteln. Wie viel Geld brauche ich inklusive Nebenkosten und Ausgaben für Renovierung und Modernisierung? Was kostet mich die monatliche Bewirtschaftung?
Dann stellen Sie sich die Frage: wieviel Geld habe ich monatlich zur Verfügung, um Kredite zu bezahlen und die Immobilie zu unterhalten? Dabei müssen natürlich Ihre Lebenshaltungskosten ausreichend berücksichtigt werden. So finden Sie heraus: Was kann ich mir leisten? Unterstützung bei der Antwort gibt’s dazu übrigens im Internet. Mit Hilfe so genannter kostenloser Baufinanzierungsrechner. Zum Beispiel unter www.test.de/rechner-baufinanzierung
Am Ende sollten Sie sich auch die Frage stellen: Wann bin ich schuldenfrei? In der Regel sollten Sie spätestens bis zum Rentenbeginn alle Kredite getilgt haben.
Beratung bei der Verbraucherzentrale
Das Thema Eigenheimfinanzierung ist sehr umfassend und komplex. Interessierte sollten sich daher unbedingt von den unabhängigen Verbraucherzentralen beraten lassen. Dies kostet zwischen 120 und 200 Euro.
Beitrag von Michael Großmann












