Studenten der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) in einer Einführungsveranstaltung für das Wintersemester 2011/2012. (Quelle: dpa)

Service - Kostenfalle Studium

Ein Studium kostet viel Geld. Was auf der einen Seite durch teure Mieten und Lebenshaltungskosten, Bücher und Freizeit rausgeht, muss auf der anderen Seite durch Bafög, Minijob oder Studienkredit wieder reinkommen. Wie aber finanziert man das Studium, was muss man beim Bafög beachten und welche Versicherungen brauchen Studenten unbedingt?

Müssen Eltern ein Studium finanzieren?

Eltern mit ausreichendem Einkommen sind verpflichtet, das Studium ihrer Kinder zu finanzieren. Üblicherweise ist das die durchschnittliche Studienzeit plus zwei Semester fürs Examen, zuzüglich Auslandssemester. Insgesamt können da also leicht 5 Jahre und mehr zusammenkommen. Die Höhe der elterlichen Unterstützung hängt von ihrem Einkommen ab. Nach der so genannten Düsseldorfer Tabelle sind für Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, 670 Euro monatlich angemessen. Bekommt der Student das Kindergeld, wird dies von den 670 Euro abgezogen. Übrigens: Auch Eltern haben ihre Rechte! Studenten sind verpflichtet, ihre Eltern über den Ablauf und den Fortschritt des Studiums zu informieren.

Voraussetzungen fürs Bafög

Die Höhe des Bafög ist abhängig vom Einkommen der Eltern. Maximal gibt es 670 Euro im Monat. Dabei ist die eine Hälfte ein Zuschuss und die andere ein zinsloses Darlehen, wobei 5 Jahre nach der Förderungshöchstdauer mit der Tilgung begonnen werden muss. Wer Bafög bekommen will, darf noch keine geförderte Ausbildung abgeschlossen haben und nicht älter als 30 Jahre alt sein, bei Masterstudiengängen 35 Jahre. Der Tipp: Wer schnell studiert und gute Noten erzielt, bekommt einen Teil der Schulden erlassen.

Studienkredit – was ist das?

Studienkredite sind Kredite, die meist günstiger sind als normale Konsumentenkredite. Bundesweit sind Studienkredite von der staatlichen Förderbank KfW zu bekommen, von der DKB und der evangelischen Kreditgenossenschaft. Außerdem gibt es regionale Anbieter. Die Bedingungen, was Höchstalter des Studierenden oder etwa Auszahlungssumme angeht, ist bei jedem Anbieter etwas unterschiedlich.

Der Tipp: Für die letzte Phase des Studiums, wenn die Abschlussarbeit ansteht, gibt es spezielle Kredite für die Studienabschlussphase, die meist über ein bis zwei Jahre laufen und auch sehr günstig sind.

Der Ablauf eines Kreditverfahrens

Studienkredite sind meist in drei Phasen aufgeteilt: der Auszahlungszeit, die Ruhephase und die Jahre der Rückzahlung. In der ersten Phase zahlt die Bank den Kredit in Monatsraten verteilt über die vereinbarte Zeit aus. Die Höhe kann der Student selbst festlegen. Der Tipp: Den Kredit nicht über die gesamte Studienzeit nehmen, und auch nicht in der maximalen Höhe.

Dann folgt meist eine zweijährige Ruhephase, in der es weder Geld noch Tilgung gibt. Und dann muss schließlich die Rückzahlungsphase beginnen. Die Banken legen für Auszahl- und Rückzahlphase meist einen bestimmten Zinssatz fest. Gut ist, wenn der Zins vorher festgelegt ist, damit man die Rückzahlung besser kalkulieren kann.

Vergünstigungen für Studenten

Seit 2013 gilt die Rundfunkgebühr von monatlich 17,98 Euro. Davon können sich Studenten befreien lassen. Den Antrag einfach an den Beitragsservice von ARD und ZDF schicken.

Übrigens: In Wohngemeinschaften muss nur einer der Bewohner einen Anschluss anmelden.

Auch die Telekom hilft Studenten: Wer dort einen Festnetzanschluss hat, kann über den Telefon-Sozialtarif eine Gutschrift von monatlich 6,94 Euro beantragen. Wer von der Rundfunkgebühr befreit ist und Bafög erhält, bekommt das meist problemlos.

Auch Bahnfahren ist für Studenten billiger. Sie bekommen die Bahncard 50 für rund die Hälfte des Normalpreises. Allerdings nur bis zum 26. Lebensjahr.

Sehr nützlich ist auch der Internationale Studentenausweis. Für 12 Euro kann man den z. B. beim Allgemeinen Studentenausschuss AStA kaufen. Damit gibt’s international günstige Reisen, Bahn- und Flugverbindungen, verbilligte Unterkünfte und Ermäßigungen auf Eintrittsgelder.

Girokonten für Studenten

Für ein Girokonto muss man heute eigentlich nichts mehr bezahlen. In ihrem Girokontotest der Zeitschrift Finanztest fanden die Tester 25 Konten, die keinen monatlichen Grundpreis erheben, bei denen alle Buchungen inklusive sind und wo auch die Girocard nichts kostet. Weitere Bedingungen gibt es nicht, außer dass das Konto als Gehaltskonto geführt wird. Der Tipp von Finanztest: Die Erfahrung zeigt, dass eigentlich alle Banken, auch Filialbanken, Studenten ein kostenloses Konto einräumen, wenn sie ihre Bank ganz konkret danach fragen.

Krankenversicherung für Studenten

Die meisten Studierenden sind bis zum 25. Geburtstag kostenlos bei den gesetzlich versicherten Eltern mitversichert. In dieser Zeit unterliegen Studierende aber bestimmten Einkommensgrenzen. Achtung: Sind die Eltern privat versichert, dann sind die Studierenden nicht kostenlos mitversichert.

Wer nicht bei den Eltern mitversichert ist, muss in die studentische Pflichtversicherung. Die kostet inklusive Pflegeversicherung bis zum 30. Lebensjahr momentan rund 78 Euro im Monat. Eigenes Geld dürfen Studenten hierbei so viel verdienen wie sie wollen, es gibt in der Vorlesungszeit nur eine Beschränkung auf 20 Stunden Arbeit pro Woche.

Die studentische Pflichtversicherung endet nach Abschluss des 14. Fachsemesters oder am 30. Geburtstag. Dann ist eine reguläre Pflichtversicherung nötig, die deutlich teurer ist. Für Studenten ohne bzw. mit niedrigem Einkommen sind das mindestens 150 Euro im Monat, wer viel verdient zahlt entsprechend mehr.

Beitrag von Michael Großmann

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