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Die so genannten Prepaid-Kreditkarten auf Guthabenbasis bieten immer mehr Banken an. Ihr Versprechen: volle Kostenkontrolle und sicheres Shoppingvergnügen, denn man kann nur das ausgeben, was man vorher auf die Karte geladen hat. Finanztest hat jetzt untersucht, ob die Prepaid-Karten tatsächlich mit den klassischen Kreditkarten mithalten können.
Das Testergebnis in Kürze
Kunden können Prepaid-Kreditkarten nutzen wie klassische Kreditkarten: im In- und Ausland an der Kasse bezahlen, im Internnet einkaufen sowie Geld vom Automaten abheben. Die Karten sind nicht teurer.
Worin besteht der große Unterschied zu herkömmlichen Kreditkarten?
Prepaid-Kreditkarten sind für alle Kunden geeignet, die eine genaue Kostenkontrolle haben wollen. Der Vorteil: Ist das aufgeladene Guthaben aufgebraucht, geht (in der Regel) nichts mehr. Bei klassischen Kreditkarten dagegen rechnet der Kartenherausgeber die Umsätze meist gesammelt einmal im Monat ab und zieht sie dann per Lastschrift vom Girokonto des Karteninhabers ein.
Außerdem bekommen Menschen mit unregelmäßigem oder geringem Einkommen, sowie Selbständige, Freiberufler und Jugendliche häufig keine "echte" Kreditkarte, für sie ist die Prepaid-Karte eine Alternative.
So funktioniert das Prinzip
Wer Angebote zu Prepaid-Kreditkarten sucht, wird im Internet schnell fündig. Sie werden als Alternative oder zusätzlich zu herkömmlichen Kreditkarten angeboten. Alle Herausgeber werben damit, keine Schufa-Abfrage zu machen. Man kann sich bei vielen Banken online anmelden. Gegen Aufpreis bieten einige sogar die Karte mit Wunschbild an. Möglich ist meistens auch die Anmeldung direkt in einer Bankfiliale.
Das Geld wird in der Regel per Überweisung auf die Karte geladen. Dann kann der Kunde entweder mit der Karte an der Ladenkasse zahlen oder am Automaten Geld abheben. Auch für Interneteinkäufe sind die Prepaid-Kreditkarten beliebt, weil sie als besonders sicher gelten.
Der Test
Untersucht wurde das Preis-/Leistungsverhältnis von insgesamt 24 Karten von 21 Herausgebern, also der Jahrespreis sowie der Preis für eine Ersatzkarte. Aber auch die Haftung im Missbrauchsfall und die Sicherheit wurden getestet. Einbezogen wurden Prepaidkarten, mit denen an Visa- oder Mastercard-Akzeptanzstellen bezahlt und mit denen am Geldautomaten Geld abgehoben werden kann. Außerdem wurden auch regionale genossenschaftliche Banken und Sparkassen berücksichtigt.
Alle Karten waren für die Tester in Ordnung, einigen heben sie besonders hervor:
Günstige Prepaid-Kreditkarten für Erwachsene ohne Bindung an ein Girokonto sind die Payback Visa Prepaid Karte und die Pay Prepaid Mastercard von Kalixa. Kalixa verlangt eine Ausstellungsgebühr von 9,95, Euro, pauschal 1,75 Euro Abhebungsgebühr im Inland und 2,25 Euro im Ausland.
Noch besser an ein Girokonto bei der Bank gebunden sind die Visa-Prepaid der Wüstenrot Bank und die Smart Prepaid Mastercard der Fidor Bank. Für Girokontenkunden der Wüstenrot Bank gibts die Karte zum Nulltarif. Nur wenn der Kunde außerhalb der Euroländer im Laden bezahlt, fällt die Auslandseinsatzgebühr von 1,5 % an.
Auf was sollte man unbedingt achten, wenn man eine Prepaid-Kreditkarte hat?
Oft begrenzen Banken die Abhebungen pro Tag, pro Woche und pro Monat. Diese Limits sollte man kennen. Man kann das Limit anpassen lassen, wenn es zu niedrig ist. Einige Karten haben einen maximalen Guthabenbetrag. Wird das Limit durch eine Aufladung nur um wenige Euro überschritten, weil beispielsweise noch ein Restguthaben vorhanden ist, kann es sein, dass die Bank den Aufladebetrag komplett zurückbucht.
Kann man tatsächlich nicht ins Minus geraten?
Vor ein paar Jahren gab es noch einige Läden, deren Kassenterminals nicht direkt mit den Banken verbunden waren, so dass man ins Minus geraten konnte. Nach heutigem Kenntnisstand sollte deis nicht mehr möglich sein, doch Ausnahmen kann es immer geben. Daher sollten Sie unbedingt das Kleingedruckte lesen und regelmäßig das Guthaben prüfen.
Wie sicher sind diese Karten?
Wie hoch die maximale Haftung bei Missbrauch oder Verlust ist, richtet sich nach dem Anbieter. Sie geht von 0,00 bis 150,00 Euro. Trotzdem sollte die Karte im Missbrauchsfalle oder bei Verlust umgehend gesperrt werden. Das geht mit der Sperrnotrufnummer 116116 auch aus dem Ausland. Manchmal ist auch eine Sperrung online möglich. Man sollte auf das so genannte 3 D-Secure-Verfahren achten. Das ist ein Zusatzschutz vor Missbrauch bei Internetgeschäften. Nur fünf der 24 getesteten Karten verzichten auf den zusätzlichen Schutz durch 3D-Secure-Verfahren.
Prepaid-Kreditkarten für Jugendliche und Kinder
15 von den 24 getesteten sind auch für Jugendliche gedacht. Sie sind günstiger als die Karten für Erwachsene. Auch können Eltern von zuhause die Karten mit Geld aufladen, wenn ihre Kinder allein verreisen. Außerdem können die Jugendlichen eine solche Karte nutzen, ohne in die Schuldenfalle zu tappen.
Die MyPrepaid Mastercard können Kinder schon ab einem Alter von sieben Jahren bekommen. Mit der Karte können die Kinder nur bezahlen, kein Geld abheben.
Beitrag von Susanne Stein



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