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Gründerhauptstadt Berlin - nirgendwo sonst in Deutschland machen sich so viele Menschen selbstständig wie hier. Sei es als innovatives Start-up oder als klassischer Ein-Mann-Handwerksbetrieb. Doch viele beginnen unterfinanziert, ohne ordentliche Kapitaldecke. Wie überlebt man auch auf Dauer als Gründer? Welche Fördermittel gibt es? zibb klärt auf.
Kein Start-up ohne Business-Plan. Gründer beschreiben darin ihre Geschäftsidee, also Geldgeber, Finanzplan, Produkt, Zielgruppe und Strategie. „Ein guter Business-Plan ist nicht unbedingt der, der gut formuliert ist“, sagt Tilmann Süss von der Beratungsfirma „Berliner Strategen“. Sein Tipp: Noch vor der Gründung festlegen, wann man besser die Reißleine zieht. Etwa wenn ein vorher festgelegter Kreditrahmen ausgeschöpft ist. Denn im Alltag fällt es seiner Erfahrung nach oftmals schwer, zum richtigen Zeitpunkt loszulassen.
Im Finanzplan sollten am besten zwei Szenarien durchgespielt werden: der bestmögliche und der schlimmstmögliche Fall. Als grobe Regel gilt: Ein Jahr sollte man auf jeden Fall finanzieren können, ohne dass das Geschäft schon gut läuft. Vor allem der eigene Lebensunterhalt sollte am Anfang nicht durch das neu gegründete Unternehmen finanziert werden, sondern entweder durch Ersparnisse oder durch Starthilfe vom Staat. Neben klassischen Bankkrediten sind auch staatliche Zuschüsse wie z.B. für das Einstellen von Mitarbeitern Teil des Finanzplans. Und: In der Berliner Gründerszene tummeln sich verschiedene sogenannte Inkubatoren, diese geben gerne Geld für gute Ideen.
„Eine klassische Gründerpersönlichkeit gibt es nicht“, so der Experte. Allerdings zeichnet erfolgreiche Gründer positives Denken aus. „Wer sich über kleine Erfolge freuen kann, verkraftet Rückschläge besser.“ Und: Gründer sollten sich nicht hinter ihrem Schreibtisch verschanzen. „Keine Angst vor Ideenklau. Wer viel mit anderen spricht, kann nur gewinnen.“
Beitrag von Christine Schaller












