Geldscheine (Bild: Colourbox)

Service - Mit wenig Aufwand viel Geld sparen

Etwa 2.000,- EUR – so viel Geld kann jeder Haushalt im Jahr sparen, wenn man ein paar einfache Tipps befolgt. Egal, ob bei Versicherungen, Stromkosten, Handyverträgen, Geldanlage oder Hauskauf, Finanzexperte Hermann-Josef Tenhagen hat  die größten unnötigen Geldfresser unseres Alltags entlarvt.  

Sparpotenzial

Mindestens 2.000,- EUR pro Jahr kann jeder Haushalt sparen, sagt der Finanzexperte. So sieht er z.B. für einen 4-Personen-Haushalt dieses Sparpotenzial:

Strom                                         300,-
Gas                                             300,-
Handy- und Internet                 550,-
Versicherungen                        700,-
Girokonto                                  100,-
Ratenkredit                               200,-
Gesamtersparnis                   2.150,-

Hermann-Josef Tenhagen meint: Die größten unnötigen Geldfresser sind z.B. alte Strom- oder Gasverträge, da lässt sich z.B. 300 EUR sparen. Außerdem kann eine Familie mit Kindern beim Wechseln zu günstigen Handy- und Internettarifen 550,- EUR im Jahr sparen. Mit einer günstigen Autoversicherung lassen sich 400,- EUR sparen, bei der Krankenkasse 200,- EUR .

Stromanbieterwechsel

Besonders viel lässt sich meist sparen, wenn Sie noch nie den Stromanbieter gewechselt haben. Denn dann stecken auch Sie wahrscheinlich in der Grundversorgung Ihres lokalen Ex-Monopolisten. Dieser Grundtarif ist aber meist unnötig teuer, meint der Finanzexperte. Ohne großen Aufwand kann eine Familie durch einen Wechsel rund 200 Euro im Jahr sparen – in manchen Städten sogar bis zu 500 Euro. Nur drei Angaben muss sie auf einem der guten Vergleichsrechner machen, um einen besseren Anbieter zu finden.

Geht der Gasanbieter-Wechsel ähnlich einfach?

Ja, auch über Vergleichsportale und man kann richtig viel sparen.

Wechsel bei Handy-, Internet- und Festnetztarifen/Verträgen

Bei Verträgen für Mobiltelefon, Festnetz und Internet haben Sie es etwas schwerer als bei Strom- und Gasanbietern. Es scheint ein schier undurchschaubarer Tarif-Dschungel. Wer sich ein bisschen mehr Arbeit macht, kommt aber auch hier zu guten Ergebnissen. Und das lohnt sich, denn in den Bereich Telekommunikation fließt meist sehr viel Geld aus dem Haushaltseinkommen.

Tenhagens Tipp: Für Telefon-Anbieter ist es üblich, Kunden in fünf oder zehn Jahre alten Tarifgenerationen zu halten. Das kommt diese teuer zu stehen. Eine Option könnte sein:   den Handyvertrag zu kündigen: Dann meldet sich meist wenige Tage später der Kundenservice und fragt nach den Gründen. Oft bietet er gleich einen günstigeren Vertrag an.  Alte Tarife sind also das erste Problem beim Telefonieren, und die meisten Kunden tun gut daran, sie möglichst schnell loszuwerden oder zumindest schon mal eine Kündigung abzuschicken.

Das zweite Problem ist die Masse an Verträgen. In einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern kommen in der Regel vier verschiedene Handyverträge zusammen. Alleine für die Grundgebühren werden jeden Monat schnell 100 Euro und mehr fällig. In der Regel ist es günstiger, diese Verträge getrennt zu halten. In den meisten Fällen fahren die Kunden nämlich besser, wenn sie für jedes Problem eine einzelne Entscheidung treffen, für Festnetz, Handys, Kabelfernsehen.

Wie kann ich  Internet und Festnetz optimieren?

Der Experte meint: Wenn der Tarif für den Festnetzanschluss schon ein paar Jahre alt ist, bezahlen Sie für Ihren Anschluss höchstwahrscheinlich zu viel. Zahlen Sie mehr als 30 bis 40 Euro im Monat, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken. Beim Internet unterscheiden wir zwischen Vielnutzer und Normalnutzer, da sollten Sie sich einordnen. Für beide Typen hat Finanztip die besten Angebote herausgesucht. Aber gerade der Wechsel des Internetanbieters  kann nervig sein, weil fehleranfällig. Darum sind solche Anbieter die beste Wahl, die dauerhaft günstige Konditionen bieten. Im September 2016 haben wir uns knapp zwanzig bundesweit verfügbare Internet- und Telefontarife angesehen.

Vergleichsportale

Eine große Hilfe bei der Suche nach den optimalen Tarifen, sind Vergleichsportale. Vergleichsportale gibt es für fast alle Lebensbereiche. Einige Portale bieten Vergleiche für fast alles an, andere haben sich auf bestimmte Branchen spezialisiert. Alle funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: In Suchmasken gibt man seine Daten ein, das Portal errechnet dann in Sekundenschnelle, die passenden Angebote. Dabei sollte man sich immer über Folgendes im Klaren sein: Zwar ist dieser Service für die Kunden meist kostenlos aber bei den Portalen handelt es sich um Unternehmen und die wollen Geld verdienen. Und zwar über Vermittlungs-Provisionen und  Anzeigen.  Der Preisvergleich erfasst also unter Umständen nur die Unternehmen, die auch eine Provision zahlen.  Um möglichst neutrale Ergebnisse zu bekommen, sollte man mehrere Portale nutzen und die  enthaltenen Leistungen genau prüfen. Außerdem stehen manchmal nicht die günstigsten Angebote ganz oben in der Liste, sondern Werbung. Finanztip glaubt, dass die Vergleichsportale bei aller Detailkritik von großem Nutzen für die Kunden sind, vorausgesetzt, Kunden verstehen, wie diese Portale arbeiten. D.h., es muss klar ersichtlich sein, was miteinander verglichen wird, also welche Unternehmen. Es gibt Portale, die listen eben nur die, von denen es eine Provision gibt. Aber umgekehrt, gibt es auch Unternehmen, die gar nicht auf einem Vergleichsportal gelistet werden wollen und das muss ich als Verbraucher wissen.

Wie kann man beim Ratenkredit sparen ?

Tenhagens Tipp: Wer schon einen Ratenkredit laufen hat, hat sich bestimmt schon über die sinkenden Zinsen geärgert. Die Daten der Deutschen Bundesbank zeigen: Die Effektivzinsen für neue Konsumkredite sind seit 2011 um 1,5 Prozentpunkte gesunken. Jetzt steht eine 4 statt einer 6 vor dem Komma. Aber Sie müssen sich nicht ärgern: Denn ein alter, teurer Ratenkredit lässt sich ganz leicht umschulden, und Sie können somit von den sinkenden Zinsen profitieren. Geht es um eine größere Summe, zahlen Sie am Ende für den Kredit einige Hundert Euro weniger.

Versicherungen

Beim Thema Versicherungen können  um die 700,- EUR insgesamt eingespart werden, durch günstige Verträge. Ein anderer Einsparungspunkt, ist der Verzicht auf nicht unbedingt notwendige Versicherungen.  Welche Versicherungen sind denn (neben den gesetzlich vorgeschriebenen) überhaupt nötig ? Der Experte meint: Wichtig sind eine private Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wenn man eine eigene Immobilie hat, eine Wohngebäudeversicherung. Sinnvoll können u.a. eine Hausratsversicherung, eine Risikolebensversicherung, eine Auslandsreisekrankenversicherung, Voll- oder Teilkasko fürs Auto sein.

Fazit: Viele Sparaspekte, womit sollte man anfangen?

Am besten, mit dem, was am einfachsten geht, beginnen. Die Experten von  Finanztip glauben, das ist der Stromanbieter und der Gasanbieter. Danach vielleicht das Konto vornehmen und den Handytarif. Machen Sie es Stück für Stück, es muss ja nicht alles auf einmal gemacht werden….

Quelle: Alle Antworten/Infos aus dem Buch: Hermann-Josef Tenhagen: „Das Finanztip Buch. Wie Sie mit wenig Aufwand viel geld sparen können“, Econ Verlag, 19,99 EUR

Beitrag von Susanne Stein