Euro-Scheine neben einer Nuckelflasche (Bild: DPA)

Service - Neues Elterngeld

Ab 01.07. können Eltern selbst entscheiden, ob sie wie bisher 14 oder 28 Monate lang Unterstützung bekommen wollen. Das Elterngeld Plus ist dann allerdings nur halb so hoch und soll vor allem Teilzeit-Arbeit fördern. Kritiker bemängeln die Regelung.

Sie argumentieren, die neue Regelung sei viel zu kompliziert. Die Vor- und Nachteile im zibb Service.

Mit dem ElterngeldPlus will die Bundesregierung vor allem Teilzeit-Arbeit und damit generell den Berufswiedereinstieg fördern. Bislang sind nur fünf Prozent der Mütter während des Elterngeldbezugs erwerbstätig. Denn mit dem klassischen Elterngeld lohnte sich Teilzeit kaum. Der Verdienst wird dabei so ungünstig verrechnet, dass von der staatlichen Unterstützung meist wenig übrig bleibt. Anders beim ElterngeldPlus.

Ein Beispiel:
Eine Frau mit 2.000 Euro Nettoeinkommen möchte nach sechs Monaten Elternzeit wieder in ihren Beruf zurückkehren. Sie erhält in ihrem Teilzeit-Job 550 Euro netto. Im ersten halben Jahr nimmt sie das klassische Elterngeld von in ihrem Fall 1.300 Euro (65 Prozent von 2.000 Euro) in Anspruch. Im zweiten halben Jahr hätte sie bisher nur noch 942 Euro erhalten - das sind 65 Prozent der Differenz zwischen dem Vollzeit- und dem Teilzeit-Einkommen. Insgesamt käme die Frau demnach nach einem Jahr auf eine Summe von 13.455 Euro statt 15.600 bei vollem Bezug.

Das ändert sich nun. Mit dem ElterngeldPlus würde die Frau die gleiche Gesamtsumme erhalten, die sie auch ohne ihren vorzeitigen Wiedereinstieg in den Beruf bekommen würde - im ersten halben Jahr wie bisher 1.300 Euro, dann aber für weitere zwölf Monate das ElterngeldPlus.

Das ElterngeldPlus beträgt immer halb so viel wie das klassische Elterngeld - dafür verdoppelt sich aber die Bezugsdauer. Eltern können es also bis maximal 28 Monate in Anspruch nehmen. Voraussetzung: Beide Partner beziehen es mindestens vier Monate am Stück und arbeiten in dieser Zeit 25 bis 30 Stunden pro Woche. Diesen sogenannten Partnerschaftsbonus erhalten auch Alleinerziehende.

Allerdings bemängeln Kritiker, dass es gerade für sie häufig schwer ist, auf die geforderten Wochenstunden zu kommen. Acht Jahre haben Eltern Zeit, um die gesamten 28 Monate zu nutzen. Sie dürfen ElterngeldPlus auf drei Phasen aufteilen - allerdings müssen sie mindestens zwölf Monate innerhalb der ersten drei Jahre nach der Geburt nehmen. Und: Sie müssen dem Arbeitgeber ihre Auszeit nach dem dritten Geburtstag mindestens 13 Wochen im Voraus ankündigen. Bis dahin gilt eine Frist von nur sieben Wochen.

Beitrag von Christine Wimberger