Versicherungsfälle: Glasbruch, Gipsarm, Autounfall (Quelle: dpa-Archibilder/Montage rbb)

Service - Welche Versicherungen man wirklich braucht

Mit dem ersten Job, der Geburt eines Kindes, einem neuen Hobby oder dem Beginn des Ruhestandes ändert sich der individuell nötige Versicherungsschutz. Finanztest zeigt, was für wen wichtig und günstig ist und nennt die besten Angebote.

Von der ersten Minute im Leben gegen viele Risiken abgesichert zu sein – das ist in Deutschland möglich. Es gibt knapp 600 Versicherungen und tausende Produkte -  schwer da durchzublicken. Finanztest informiert jetzt, welche Policen in welchem Lebensalter sinnvoll sind und warnt davor, zu viele Verträge abzuschließen.

Finanztest nennt es das Spiel des Lebens, in dem die richtigen Versicherungen relevante Risiken absichern können. Es wird zwischen notwendigen, sehr empfohlenen, sinnvollen, mit Einschränkung sinnvollen und unnötigen Versicherungen unterschieden. Mit der richtigen Versicherung im  richtigen Lebensabschnitt lässt sich viel sparen. In der neuen Ausgabe informiert Finanztest über die Testsieger bei der Privathaftpflicht, bei den Auslandsreiseversicherungen, bei den Risikolebensversicherungen und bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen.


Notwendige und unnötige Policen

Finanztest hält für absolut notwendig die Krankenversicherung ( gesetzlich oder privat), eine Privathaftpflicht, eine  KFZ-Versicherung, bei Tierhaltern eine Tierhalterhaftpflichtversicherung, für Vermieter von Immobilien und Eigentümern von Grundstücken eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Abgeraten wird von einer Ausbildungs- und Krankenhaustagegeld, Reisegepäckversicherung; auch Versicherung gegen Schaden am Smartphones, Tablets und Laptops. Finanztest hält auch eine KFZ-Insassenversicherung für unnötig.


Faustregel

Jeder muss überprüfen, wie viel Versicherungsschutz er braucht. Zum Beispiel bei Zahnzusatz-Hausrat- oder Rechtschutzversicherung nennt Finanztest folgende Faustregel: wenn der größtmögliche Schaden nicht aus eigener Tasche bezahlt werden kann, dann ist der Versicherungsschutz nötig.

 

Mit 18 Jahren - Spiel des Lebens geht los

In allen Lebensabschnitten müssen Versicherungsabschlüsse überprüft werden. Los geht es mit 18 Jahren, wenn vielleicht die erste KFZ-Versicherung ansteht. Doch in den wichtigen Versicherung besteht auch der Versicherungsschutz durch die Eltern bis 25 Jahre, wenn bestimmt Kriterien erfüllt sind. Ab 25 Jahre ist dann häufig eine eigene Versicherung fällig. Dabei empfiehlt Finanztest eine Privathaftpflicht, die ansteht bei Heirat, Berufstätigkeit oder einem längeren Auslandsaufenthalt. Die Experten halten eine Auslandsreiseversicherung bei längeren Auslandsaufenthalten für wichtig, sie raten zu einer Hausratversicherung bei einer eigenen Wohnung und zu einer Rechtschutzversicherung.

Mit Beginn des Arbeitslebens ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll – insbesondere bei riskanten Jobs, bei Arbeitsstress und hoher Belastung. Führt eine Krankheit zu dauerhaftem Ausfall, greift die Versicherung. Die Höhe der Rente ergibt sich aus den Beitragszahlungen. Vor einem Abschluss müssen jede Menge Gesundheitsfragen beantwortet werden, Für wen das nicht in Frage kommt, dem bleibt eine Erwerbsunfähigkeitspolice.


Auf zur Lebensmitte

Wenn sich Menschen füreinander absichern wollen, rät  Finanztest zu einer Risikolebensversicherung. Die Jahresbeiträge der vier besten Tarife belaufen sich auf Nettobeiträge von 90 bis 108 Euro. Im Todesfall bekommen Angehörige dann 150.000 Euro ausgeschüttet. Auch das Zusammenziehen ist ein Schritt, infolge dessen die wichtigsten Abschlüsse überprüft werden müssen. Bei einer gemeinsamen Wohnung steht beispielsweise auch eine gemeinsame Hausratversicherung an. Bei den meisten Versicherungsabschlüssen ist der Unterschied nicht so gravierend, ob Paar verheiratet sind oder nicht: häufig reicht eine Police ( Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz. Unfallversicherer gewähren häufig einen Paarbonus, bei den KFZ-Versicherungen kann man Schadensfreiheit übertragen, bei Auslandsreiseversicherungen lassen sich Paarverträge abschließen. Allerdings nicht so bei der Krankenversicherung: unverheiratete Partner können nicht beitragsfrei mitversichert werden – so wie bei einem Ehepaar.

Im Zuge der Familiengründung steht bei vielen der Kauf einer Immobilie. Für dringend erforderlich halten die Experten dann den Abschluss einer Gebäudeverssicherung,


Der letzte Lebensabschnitt

Wenn mit der Rente die Berufsunfähigkeitsversicherung automatisch endet, wird eine Unfallversicherung immer wichtiger. Die gibt es sogar als Senioren- Police. Im Versicherungsfall gehören ein Menueservice oder Hilfen für Arztbesuche dazu.

Steht der Umzug ins Heim an, müssen Versicherungen überprüft werden. Denn manche Haftpflicht kommt nicht für Schäden an Medizinischen Geräten auf. Übrigens: die Krankheit Demenz muss dem Versicherer nicht gemeldet werden.

Im Todesfall müssen Angehörige schnell handeln und sich bei der Unfallversicherung des verstorbenen innerhalb von 48 Stunden melden – das ist wichtig. Auch bei der Lebens- und Sterbegeldversicherung müssen die Angehörigen sich möglichst unverzüglich melden.

Eine Familienversicherung besteht im Übrigen bis zur nächsten Beitragszahlung weiter.



Experte:
Herrmann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest


Beitrag von Eva Wagner

 

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