Eine Frau mit einer kosmetischen Gesichtsmaske (Quelle: Colourbox)
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Service - Was hilft gegen Akne?

Akne ist eine der am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten. Die verbreitetste Form trifft besonders Jugendliche, da sie durch Hormonveränderung verursacht wird. Doch Millionen ältere Menschen leiden unter Spätakne oder akneähnlichen Hauterkrankung des Gesichts.

Pickel und Pusteln: Wohl kaum ein Jugendlicher bleibt von ihnen verschont und auch immer mehr Erwachsene leiden unter ihnen. Manchmal bleibt die Akne nur vorrübergehend. Einige quälen sich mit ihr aber über viele Jahre. Oft erst im Erwachsenenalter tritt hingegen sie auf: Die Rosacea, auch hier gibt es oft Pusteln und rote Flecken und doch unterscheidet sie sich von der Akne. In der Therapie gibt es jedoch einige Überschneidungen. Unser Service : Hilfe, wenn die Haut blüht!

Was ist Akne überhaupt, was passiert da im Körper?
Akne tritt, bedingt durch die hormonellen Veränderungen während der Pubertät, hauptsächlich bei Jugendlichen auf, etwa 80 Prozent sind betroffen. Bei Jugendlichen vergrößern sich in der Pubertät unter dem Einfluss von Hormonen die  Talgdrüsen und produzieren vermehrt Talg.  Bei Akne kommt es außerdem zu einer gesteigerten Bildung von Hornmaterial. Das überschüssige Hornmaterial  verstopft schließlich den Ausführungsgang. Es bilden sich schließlich Mitesser. Aufgrund der Überaktivität der Drüsen findet ein bestimmtes Bakterium im Talgdrüsenausführungsgang verbesserte Wachstumsbedingungen und vermehrt sich.

Ist Akne ansteckend?
Nein.

Wer ist häufig betroffen? Und in welchen Ausprägungen?
Wegen der Hormone, gibt es Akne etwas häufiger und ausgeprägter bei männlichen Betroffenen. Ein Großteil der Jugendlichen leidet unter einer Akne, die meist nur kurz über ein bis zwei Jahre mit wenigen Mitessern und Pickeln einhergeht.  Es gibt aber auch ausgeprägtere Verlaufsformen vor,  die fünf bis zwanzig Jahre anhalten können. Und neu ist seit einiger Zeit, dass Hautärzte zunehmend Akne als Zivilisationskrankheit ansehen, die eben nicht bloß durch Hormone hervorgerufen wird, sondern auch durch bestimmte Ernährungsformen.

Welche verschiedenen Formen der Akne gibt es?
Hauptsächlich unterscheidet man zwei Formen: Die nichtvernarbende Akne, die mit den Mitessern und im nächsten Stadium oberflächlichen Entzündungen. Und die zweite Form ist die Vernarbende Akne, die spielt sich in tieferen Hautschichten ab, bildet Knoten, Zysten, Gänge, Dellennarben. Die Übergänge sind fließend und es gibt noch diverse Nebenformen, wie Neugeborenen Akne, Medikamenten Akne oder Kontakt-Akne.

Ist Akne nur ein kosmetisches Problem?
Nein. Es kann zu schlimmen Entzündungen kommen, die zu Narben führen. Außerdem ist u.U. die psychische Belastung sehr groß.

Welche Therapien gibt es?
Es gibt zunächst äußere Therapieformen, bei leichterer Akne, wie milde Fruchtsäure, oder Kombipräparate mit BPO (Benzoyperoxid), die antibakteriell und antientzündlich wirken. Und es gibt innere Therapieformen, für die tiefere Akne, z.B. Vitamin A Säure Tabletten, für Frauen eine hormonelle Therapie („Antibabypille“) und Antibiotikum.

Welche Hautpflege ist geeignet?
Am besten das Gesicht nur mit Wasser waschen und mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Waschlotionen oder ähnliches würden die Haut u.U. austrocknen, entfetten, dann trifft Akne auf trockne Haut, das ist nicht gut. Man kann ab und zu ein Peeling anwenden, eine Heilerde Maske oder Fruchtsäuren. Auch bei Cremes ist Vorsicht geboten: Die Haut produziert ja überschüssiges Fett. Wenn Kosmetik, dann sollte man darauf achten, dass darauf steht: „Nichtkomedogen“, solche Produkte finden sich eher in der Apotheke, als in der Drogerie. Der Begriff Komedon bedeutet Mitesser und die Produkte mit dem Aufdruck „nichtkomedon“ versprechen eben, dass sie keine Stoffe enthalten, die Mitesser fördern.

Welche Rolle spielt die Ernährung?
Yael Adler meint: Eine große Rolle. Man geht davon aus, dass Milch ein Pickelmacher sein kann. Sie kann bestimmte Wachstumshormone freisetzen, die die Talgdrüsen vergrößern, ein anderer Stoff in der Milch fördert u.U. Entzündungen.
Auch Getreide kann einen wachstumshormonfreisetzenden Effekt haben, besonders Weißmehlprodukte.
Zucker sollte man bei Akne auch nur in Maßen genießen, ebenso Fastfood, weil es häufig Transfette enthält, die auch für Pickel verantwortlich sein können. Und vielleicht gerade für einige Jugendliche von Bedeutung: Kiffen macht Pickel!

Was ist Rosacea? Welche unterschiedlichen Ausprägungen gibt es?
Es ist eine chronische entzündliche Hauterkrankung. Sie tritt in Schüben auf. Feine Äderchen im Gesicht sind erweitert und dadurch ist die Haut gerötet. Es treten Knötchen und Eiterpickel auf. Schlimmstenfalls können sich an der Nase Wucherungen bilden. Die gesamte Nase ist knollenartig verdickt und rot. Oft wird sie fälschlicherweise als „Säufernase“ bezeichnet. Die Ursachen sind noch ungeklärt, es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die verantwortlich gemacht werden.

Was ist der Unterschied zur Akne?
Die Rosazea hat keine Mitesser, die Pickel sind auf die Rundungen der Gesichtshaut beschränkt. Die Rosacea tritt nur im Erwachsenenalter auf, so ab 30. Akne ist immer mit fettiger Haut verbunden, Rosacea Haut kann fettig sein, muss aber nicht.

Was ist noch typisch für Rosacea Haut?
Rosacea Haut reagiert ganz empfindlich auf Reize wie Stress, Temperaturschwankungen, unpassende Kosmetikartikel, scharfes Essen, Rauchen, Alkohol und Sonneneinstrahlung. Deshalb sollte man als erste Maßnahme diese Reize vermeiden. Dann wird oft der Focus auf die Magen-Darmgesundheit gelegt, denn hier ist oft etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Eine Therapie könnte also eine Magen-Darmsanierung sein.

Wie wird Rosacea  therapiert?
Im frühen Stadium sollte man die eben genannten Reizfaktoren weglassen. Wenn man merkt, dass zu viel Fett über die Talgdrüsen abgesondert wird, kann man ein Medikament mit einem Vitamin A Säure Abkömmling geben, wie bei der Akne auch. Bei diesem Medikament muss der Patient allerdings darauf achten, nicht schwanger zu werden, denn es kann das Ungeborene schädigen. Ein anderes Medikament ist ein niedrig dosiertes Antibiotikum, so niedrig, dass es nur gegen die Entzündungen, nicht gegen Bakterien allgemein wirkt. Zur äußeren Anwendung gibt es seit kurzem eine Antimilbencreme, denn man geht davon aus, dass bestimmte Milben Rosacea fördern.
Gegen die erweiterten Äderchen hilft allerdings keine Creme. Man könnte die Äderchen lasern lassen.

Wann sollte man mit der Haut zum Arzt?
Nach Meinung von Dr. Yael Adler so früh wie möglich, wenn man Anzeichen von Pickeln, Pusteln oder Rötungen sieht.  Weil gerade bei beginnender Akne von Jugendlichen viel falsch gemacht werden kann, und sich die Akne dadurch verschlimmern kann, z.B. durch billige Kosmetikprodukte, zu fettige Cremes oder alkoholhaltige Gesichtswasser. Da braucht es Aufklärung. Und auch bei der Rosacea heißt es: je früher mit der richtigen Therapie begonnen wird, umso besser.

Beitrag von Susanne Stein