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In Europa werden jährlich 350.000 Meniskusverletzungen behandelt. Oft reicht schon eine heftige Bewegung, und der Meniskus ist gerissen. Er wird dann genäht, meistens aber teilweise oder ganz entfernt. Mit neuen Behandlungsmethoden lässt sich das umgehen.
In jedem Knie gibt es einen Innenmeniskus und einen Außenmeniskus. Der sichelförmige Meniskus ist ein Stoßdämpfer zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Er verteilt die Belastungskraft im Knie besser, bewegt sich bei jeder Beugung und Streckung.
Oft passiert es beim Sport. Eine heftige Drehbewegung des belasteten Knies, etwa bei einem schnellen Richtungswechsel oder bei einem Sturz, ein heftiger Schmerz – und der Meniskus ist gerissen. Jährlich werden in Europa, so wird geschätzt, rund 350.000 Meniskusverletzungen behandelt.
Ein defekter Meniskus kann je nach Verletzung genäht werden, oder aber er wird teilweise bzw. ganz entfernt. Der Meniskus jedoch wächst nicht nach und so verlieren die Patienten einen Teil ihres Stoßdämpfers. Die mögliche Folge: nicht heilbare Arthrose entsteht im Laufe der Zeit, möglicherweise muss eine Kniegelenkprothese eingesetzt werden.
In der Klinik für Endoprothetik der Sana Kliniken Sommerfeld wird einigen Patienten mit einem Collagen Meniskus Implantat (CMI) geholfen. Dort, wo ein Teil des Meniskusgewebes fehlt, wird dieses Implantat aus hoch gereinigtem Kollagen mit einer schwammartigen Struktur eingesetzt.
Prof. Dr. Halder erklärt, was dann im Körper geschieht: Körpereigene Zellen wandern in das Implantat und regen die Bildung von neuem Meniskusgewebe an. Das Implantat dient somit quasi als Leitschiene zur Neubildung von Gewebe. In gleichem Maße, wie das natürliche Gewebe Stück für Stück nachwächst, wird das Implantat immer weniger. Es wird nach und nach vom Körper aufgelöst, bis nur noch das körpereigene, regenerierte Meniskusgewebe übrig bleibt.
Damit alles richtig funktioniert und heilen kann, braucht das Knie Schonung und Ruhe. Langsam mit behutsam beginnt die Physiotherapie. Bis sechs Wochen nach der Operation darf das Bein daher nicht oder nur teilbelastet werden. Nach etwa acht Wochen ist das Stehen und Gehen wieder möglich.
Unser Gast: Prof. Dr. Andreas M. Halder
Sana Klinken Sommerfeld, Klinik für operative Orthopädie
Waldhausstraße 44
16766 Kremmen
Ein Beitrag von Andrea Brandt












