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Heute gibt es eine Technik, die vielen bisher unbekannt ist. Das Operieren durch die natürliche Körperöffnung wie die Vagina - bereits Routine in der Immanuel Klinik Rüdersdorf. OP-Schnitte gibt es dabei kaum noch. Interessant für die rund 15% Frauen, die im Laufe ihres Lebens Gallensteine entwickeln.
Minimalinvasive Operation von Gallensteinen
Gallensteine sind auskristallisierte Teile der Gallenflüssigkeit. Das Sekret ist für die Verdauung wichtig und wird in den Dünndarm abgegeben. Die Steine können je nach Lage Gallenblase und -gänge reizen. Wenn sie wandern, versperren sie den Zugang. Es kann zu extrem schmerzhaften Koliken kommen: Die Muskeln des Gallengangs versuchen krampfhaft, einen Durchgang frei zu machen.
Das Operieren durch kleine Löcher am Bauch wurde Anfang der 90er Jahren regelrecht von den Patienten eingefordert, die unter ihren Gallensteinen litten. Sie wollten keine offene Bauch-OP mehr und gingen dorthin, wo minimalinvasiv operiert wurde. Seit über 20 Jahren wird nun die Schlüsselloch–OP durch die Bauchdecke angeboten, um die Gallensteine zu operieren. Dabei wird die gesamte Blase herausgezogen – meistens durch den Bauchnabel, der durch einen Schnitt vergrößert wird.
Heutzutage gibt es für Frauen ein neues Verfahren - auch in der Immanuel-Klinik in Rüdersdorf. Dabei werden spezielle Instrumente benutzt, um durch die Vagina zu operieren. Erfahrungen über diese Technik haben die Rüdersdorfer seit einigen Jahren: an die 75 Frauen lassen sich dort jährlich so operieren – mit guten Ergebnissen.
NOTES – Operieren durch natürliche Körperöffnungen
Operieren ohne Narben, dass ist mit der OP-Methode NOTES möglich, die in noch relativ wenigen Kliniken angeboten wird. NOTES ist die Abkürzung für "Natural Orifice Translumenal Endoscopic Surgery", also chirurgische Operationen durch natürliche Körperöffnungen, wie Mund, Vagina und Enddarm. Dr. Jens Burghardt, Chefarzt, Immanuel Klinik Rüdersdorf, hat sich auf diese Methode spezialisiert.
Durch einen Minischnitt gelangt er von der Scheide ins Körperinnere und schiebt eine Minikamera und eine Zange bis zur Gallenblase vor. Für eine zusätzliche Kamera und eine Schere genügt ein 5 Millimeter großes Loch im Bauchnabel. Unter Monitorsicht wird die Gallenblase dann vorsichtig frei gelegt. Mit der gebogenen Zange nimmt der Chirurg die mit Steinen gefüllte Gallenblase und schiebt sie in den sogenannten Bergebeutel. Das Päckchen zieht er nicht wie sonst durch eine Öffnung im Bauch heraus, sondern durch die Vagina.
NOTES – effizient aber selten im Angebot
Dr. Jens Burghardt betont die Vorteile seiner Methode: Er vermeidet einen größeren Schnitt in der Bauchdecke und das Risiko, dass Wundinfektionen entstehen. Diese treten bei 5 Prozent derjenigen Patienten auf, die minimalinvasiv am Bauch operiert werden. Der Schnitt an der Scheidewand der Vagina ist dagegen vergleichsweise risikoarm, da die Schleimhaut sich schnell regeneriert und die Wunde sich narbenfrei schließt.
Der Chirurg kritisiert, dass die Methode nicht so verbreitet ist, wie sie sein könnte. Er hinterfragt die Skepsis unter den Chirurgen und führt sie auf Berührungsängste zurück, im Patientengespräch ausführlich die Methode zu erläutern. Gerade junge Frauen befürchten häufiger, dass Fruchtbarkeit und Sexualleben durch die OP beeinträchtigt werden könnte, wofür es keine Anhaltspunkte gibt. Die Klinik in Rüdersdorf hat mit bis zu 75 operierten Patientinnen im Jahr bereits einige Erfahrungswerte aufzuweisen. Seit es ein NOTES-Register gibt, sind dort alle Operationen aufgeführt und dokumentiert.











