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Fr 10.06.11 18:30

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Ärger mit den Zehen - was hilft?

Unschön, oft schmerzhaft und weit verbreitet: Hallux valgus (deutsch Schiefzehe, volkstümlich Frostballen). Ein typisches Frauenproblem, sagen Mediziner. Millionen leiden darunter.

In den Sommermonaten sind die Wartezimmer der Fußchirurgen besonders voll. Denn Frauen zeigen in dieser Zeit gerne Fuß und viele können nicht, weil sie unter einer Schiefstellung des großen Zehs leiden. Der Hallux Vallgus verändert den Fuß ästhetisch, aber vor allem schmerzt der Schiefzeh. Studien zufolge betrifft die Fehlstellung jede dritte Europäerin, jenseits der vierzig sogar noch mehr.

Ursachen des Hallux Valgus

Die Fehlstellung eines Hallus Valgus entwickelt sich langsam. Es gibt eine genetische Disposition zum so genannten Ballenzeh. Ursache sind ein Spreizfuß und ein instabiles Gelenk, dadurch gehen die ersten beiden Muttelfußknochen immer weiter auseinander. Die Sehne die oben am großen Zeh ansetzt, zieht ihn in eine schiefe Position das führt zu Entzündungen und Druckschmerz am Zehgelenk. Bei mehr als der Hälfte aller Menschen mit Hallux valgus finden sich weitere Familienangehörige mit derselben Zehenfehlstellung Er kann aber auch durch eine entzündliche Gelenkveränderung entstehen oder durch einen Knochenbruch, der anatomisch falsch verheilt ist. Ist eine Neigung zur Entwicklung des Ballenzehs vorhanden, wird die Fehlbildung auch das jahrelange Tragen von engen und hohen Schulen die Fehlbildung. Daraus erklärt sich, dass der Hallux Valgus in den zivilisierten Ländern vor allem bei Frauen evident wird und nicht bei Naturvölkern.

Der Großzeh wird schief und schmerzt

Die Großzehe kann beim Hallux valgus bis zu 90 Grad von der Grundstellung nach innen abweichen. Die Fehlstellung jedweden Ausmaßes entwickelt sich langsam und kann über Jahre beschwerdefrei sein. Doch wird der Winkel größer, mit dem sich der große Zeh immer mehr Richtung Nachbarzeh neigt, dann können sich die Schmerzen stark und stechend bemerkbar machen. Sie setzten häufig an der Basis des Großzeh ein, wo das Köpfchen des ersten Mittelfußknochens an der Innenseite hervorspringt. Das sind dann häufig die Druckstellen, wo die Haut und die darunter liegenden Schleimbeutel sind mechanisch gereizt werden. Daraus können sich Entzündungen, Schwellungen und Schleimbeutelentzündungen entwickeln.

Die Therapie

Eine konservative, d.h. nicht-operative Therapie kann nur im Frühstadium bei leichten Fällen verhindern, dass sich die Zehenfehlstellung verschlechtert. In der Regel lässt sich ein Hallux valgus nur mithilfe einem chirurgischen Eingriff heilen. Es gibt hundert veröffentlichte Operationstechniken. Üblich ist es, den Knochen des Großzehs zu durchsägen und die Teile so zusammenzufügen, dass sie in geradem Zustand zusammenwachsen können. Das ermöglicht eine Platte, die nach einem halben Jahr wieder herausgenommen wird. Normalerweise darf der Fuß über Wochen nicht belastet werden. Die Patienten benutzen einen so genannten Vorfußschuh und gehen mit Krücken. Die Kasse übernimmt diese Behandlung und im Schnitt sind die Betroffenen bis zu 12 Wochen krank geschrieben. Hallux Valgus ist zwar häufig an beiden Füßen ausgeprägt - doch in der Regel wird zuerst ein Fuß operiert.

Die Operationsmethode im Berliner Gelenkzentrum

Anders verfährt der Fußchirurg Masyar Rahmanzadeh, der im Berliner Gelenkzentrum beide Füße gleichzeitig operiert. Seine Privatpatienten kommen aus aller Welt und begleichen die Kosten privat, da der Fußchirurg nicht mit den Krankenkassen abrechnet. Der Vorteil ist, dass die frisch Operierten nach zwei Tagen wieder mobil und einsatzfähig sind, nur einen Eingriff zur Behandlung beider Füße benötigen und sich die Kosten in Grenzen halten.

Masyar Rahmanzadeh durchsägt im Bereich des Schaftes den Mittelknochen, trennt einen Keil heraus und fügt die Teile wie in einem Puzzle zusammen. Die beiden Knochenenden werden durch die Titanplatte, die er selbst entwickelt hat, verbunden und von vier Schrauben aneinandergedrückt. Durch diese feste Fixierung haben die Patienten keine Schmerzen nach der OP und dürfen schon zwei Tage später beide Füße voll belasten. Die Titanplatten werden ein halbes Jahr später unter lokaler Betäubung entfernt, bis dahin haben sich die Knochenlücken aufgefüllt.

Dieser Text gibt den Sachstand vom 10.06.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Infos im WWW

Hallux Forum

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