Sonne Sonnenbrille
Sonne scheint durch eine Sonnenbrille

Service - Augenprobleme im Sommer

Gerade im Sommer leiden viele Menschen unter tränenden, juckenden und entzündeten Augen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Chlor im Freibad, Krankheitserreger im See oder Gräserpollen. Auch das verstärkte Sonnenlicht tut unserem wichtigsten Sinnesorgan nicht gut.

Meistens steckt hinter roten Augen eine Bindehautentzündung. Diese kann unter anderem durch Bakterien, Viren, Pilze, Allergien ausgelöst werden. Die Symptome sind Rötung, Jucken, Brennen, tränende Augen, eventuell kommt eine Absonderung von Schleim oder Eiter hinzu. Insbesondere bei Hornhautbeteiligung ist eine Sehminderung möglich. Es können beide oder nur ein Auge betroffen sein. Die Behandlung einer Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache. Stecken Bakterien dahinter, verschreibt der Arzt meist eine Salbe oder Tropfen mit Antibiotika.

Rote Augen bedeuten aber oft auch trockene Augen. Diese beruhen auf einem instabilen, gestörten Tränenfilm auf dem Auge. Er kann etwa durch Medikamente, Hormone, Autoimmunerkrankungen oder Lidrandentzündungen gestört sein, manchmal ist es aber auch nur eine Folge nachlassender Hautfunktionen oder grundsätzlich empfindlicherer Haut. Ältere Menschen sind weitaus häufiger von trockenen Augen betroffen.

Wann zum Arzt?

Da hinter roten Augen so viele verschiedene Ursachen stecken können, sollte man die Ursache vom Arzt abklären lassen, um ein Übergreifen zum Beispiel auf die Hornhaut zu verhindern. Eine Hornhautentzündung kann zu bleibenden Sehstörungen führen. Spätestens, wenn das Weiße im Auge hochrot ist, die Augen schmerzen, eitern oder Sehstörungen auftreten, sollte man unbedingt zum Arzt. Bei einer leichten Reizung, z.B. nach Schwimmen im Chlorwasser, kann man aber auch Augentropfen, die die Heilpflanze Augentrost (Euphrasia) enthalten, nehmen.

Tipp für Kontaktlinsenträger

Dr. Kirk Nordwald, Augenarzt aus Berlin, hat noch einen wichtigen Tipp für Kontaktlinsenträger, die im Sommer gerne in Seen schwimmen: Durch Amöben im Wasser kann es zu einer sogenannten Acanthamöbenkeratitis kommen. Die Erreger setzen sich unter weichen Kontaktlinsen fest und können dort eine sehr schmerzhafte Augenentzündung verursachen. Daher sollten Kontaktlinsenträger beim Schwimmen besser keine Linsen tragen, sondern lieber eine Brille.

Langzeitschäden durch UV-Licht

Dass man seine Haut vor zuviel Sonne schützen sollte, ist mittlerweile jedem bekannt. Doch auch die Augen sollten konsequent vor UV-Strahlen geschützt werden. Sonst drohen Langzeitschäden wie zum Beispiel Grauer Star (Linsentrübung). Die Krankheit kommt schleichend, nach einer „Einwirkzeit" des Sonnenlichts über mehrere Jahrzehnte, in deren Folge sich die Eiweiße der Linse verändern. Die Schädigung ist irreversibel und führt zu Verschwommensehen, Grauschleier und Blendung. Allerdings kann der graue Star mittlerweile problemlos operiert werden, die geschädigte Linse wird durch eine neue ausgetauscht.

Die richtige Sonnenbrille

Eine gute Sonnenbrille schützt sowohl vor dem gleißenden, sichtbaren Licht als auch vor den gefährlichen, unsichtbaren UV-Strahlen. Doch wer beim Kauf nur nach dem Aussehen geht, tut seinen Augen keinen Gefallen. Man sollte daher auf das CE-Zeichen auf der Innenseite des Brillenbügels achten. Damit garantiert der Hersteller, dass die Brille die grundlegenden EU-Sicherheitsforderungen erfüllt. Allerdings gibt es keine unabhängige Instanz, die jedes Modell einzeln prüft. Wichtig ist darüber hinaus die Aufschrift "UV-Schutz 400". Sie besagt, dass die Brille alle gefährlichen Wellen im ultravioletten Bereich filtert. Wichtig außerdem: Die Brille muss richtig passen. Das Gestell sollte über die Augenbrauen reichen und auch an den Seiten eng anliegen. Nur so wird verhindert, dass Sonnenstrahlen direkt auf das Auge treffen.

Wie dunkel oder hell eine Sonnenbrille getönt ist, sagt übrigens nichts über ihren Schutzeffekt gegen UV-Strahlung aus. Eine dunkle Brille reduziert lediglich das für das Auge sichtbare Licht. Am gefährlichsten sind daher dunkle Gläser ohne UV-Schutz, denn durch die Verdunklung öffnen sich die Pupillen weit und die Strahlen können ungehindert in die Augen gelangen.

Übrigens: Tests zeigen immer wieder, dass auch günstige Modelle einen ausreichenden UV-Schutz bieten. Eine teure Brille muss also nicht immer besser sein. Wer unsicher ist, wie gut seine alte Sonnenbrille ist, kann im Fachhandel den UV-Schutz überprüfen lassen. Viele Optiker bieten diesen Service kostenlos an.

Augenärzte empfehlen Kontaktlinsenträgern, deren Linsen einen UV-Schutz haben, dennoch nicht auf eine Sonnenbrille zu verzichten, da die Linsen nur einen Teil des Auges bedecken.