V Kind auf dem Spielplatz / Kinderarzt (Quelle: rbb)

Service - Bagatellverletzungen bei Kindern

Ob aufgeschlagene Knie, Prellungen oder Platzwunden – solche so genannten Bagatellverletzungen gehören zum Alltag der Kleinen einfach dazu. Gefährlich sind sie meistens nicht. Der Schreck dabei ist oft größer als der Schmerz.

Im Alltag wird bei der Versorgung oft viel falsch gemacht. Doch wie behandelt man Bagatellverletzungen bei Kindern richtig?

Erste Regel: Ruhe bewahren
Die oberste Regel, wenn sich Kinder verletzt haben, ist Ruhe zu bewahren. Eltern, die selbst panisch sind, machen zu leicht Fehler und regen das Kind nur unnötig auf. Außerdem geht wertvolle Zeit verloren. Weinende Eltern belasten das Kind unnötig. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation, gucken Sie sich die Verletzung genau an.

Verbandkasten ist ein Muss. Wer Kinder im Haus hat, sollte auf jeden Fall einen Verbandkasten im Haushalt parat haben. Darin gehört auf jeden Fall ein jodfreies, nicht brennendes Desinfektionsmittel, Heftpflaster in verschiedenen Größen, Mullbinden und fusselfreie Wundauflagen.

Erste Hilfe bei Verbrühungen

Ziehen Sie dem Kind die betroffenen Kleidungsstücke aus und halten Sie die betroffenen Körperteile unter fließendes Leitungswasser. Gut ist eine Temperatur von 25 Grad und eine Dauer von 25 Minuten. Nicht gut ist es, auch wenn die Meinung weit verbreitet ist, eiskaltes Wasser zu nehmen. Denn auf Dauer wird dadurch nur die Durchblutung gefördert und der Schmerz wird zunehmen. Falsch ist auch die Anwendung von Brandsalben, Brandbinden und Ölen. Wickeln Sie stattdessen saubere Tücher um die Verletzung. Bei stärkeren Verbrühungen suchen Sie bitte einen Arzt auf.

Erste Hilfe bei Wunden

Die erste Regel bei allen Arten von Wunden ist, sauber zu arbeiten. Es sollen keine unnötigen Keime in die Wunde geraten. Dann ist es wichtig, die Blutung zu stillen. Das geht gut, indem man kalte und feuchte, fusselfreie Tücher leicht auf die Wunde drückt. Spritzt oder pulsiert das Blut, dann decken Sie die Wunde sauber ab und legen einen Druckverband an.

Erste Hilfe bei Vergiftungen und Verschlucken

Medikamente sollten getrennt von Verbandszeug und immer weit weg von Kinderhänden aufbewahrt werden. Kommt ein Kind doch einmal an Tabletten und verschluckt sie, dann sollten Eltern niemals panisch reagieren. Der häufigste Fehler den Eltern in solchen Situationen machen ist, dass sie sofort das Erbrechen bei Kindern auslösen. Das ist falsch. Lösen sie das Erbrechen auf gar keinen Fall aus. Was sie aber machen können, wenn das Kind schon erbrochen hat: helfen sie dem Kind dabei, unterstützen sie es, halten Sie es ein bisschen fest. Und dann bewahren Sie das Erbrochene auf, in einem Eimer oder einer Tüte, damit man später im Krankenhaus analysieren kann, wie viel von den Medikamenten das Kind zu sich genommen hat.
Häufig verschlucken Kinder auch Kleinigkeiten, egal ob beim Essen oder Spielen. Auch hier gibt es einfache Handgriffe zur ersten Hilfe: Da ist es auch wieder wichtig, dass die Eltern Ruhe bewahren. Nehmen Sie das Kind, wenn es zwei oder drei Jahre alt ist, legen sie es einfach Mal übers Knie, so dass der Kopf der tiefste Punkt ist und schlagen Sie vorsichtig zwischen die Schulterblätter. Bei einem kleineren Kind können Sie es sich auf den Schoß setzen, mit dem Kopf weg von Ihrem Körper und legen es dann vorsichtig nach vorne auch übers Knie, so dass der Kopf über dem Knie liegt. Dann schlagen Sie vorsichtig zwischen die Schulterblätter, vier oder fünf Mal, dass sich der Fremdkörper entfernt.
Und wenn das nicht hilft, rufen Sie besser den Notarzt.