Service -
Schnarchen ist eine Volksplage etwa 60 Prozent aller Männer über 40 und 40 Prozent der Frauen im höheren Alter schnarchen oft oder dauerhaft.
Eine Krankheit ist das Schnarchen nicht. Allerdings kann, treten nächtliche Atemaussetzer auf, die Gesundheit gefährdet sein. Der Körper wird durch die Schlafapnoe nicht optimal mit Sauerstoff versorgt. Das kann zu Bluthochdruck führen und erhöht das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Daher ist es ratsam für Betroffene eine Untersuchung im Schlaflabor zu machen. Die nächtlichen Atemaussetzer sind bis zu 40 Sekunden lang und bei einigen Patienten werden 30 solcher Ausetzer pro Stunde registriert.
Betroffene fühlen sich tagsüber zudem oft müde und abgeschlagen. Auch die Konzentration leidet, das wiederum kann im Staßenverkehr Gefahren hervorrufen, schlimmstenfalls zu Sekundenschlaf führen.
Abhilfe schaffen können verschiedene Therapieformen:
Schlafmaske:
Ein Gerät pumpt über Nacht Druckluft in den Rachenraum, somit kann die erschlaffte Gaumenmuskulatur nicht zusammenfallen. Diese Therapie geben bis zu 40% aller Patienten auf, weil das Tragen der Maske und das Geräusch des Gerätes als unangenehm empfunden wird.
Zungenschrittmacher:
Er funktioniert ähnlich wie ein Herzschrittmacher und ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel- der Zungenschrittmacher.
Das Gerät wird wird unter dem Schlüsselbein implantiert. Ein Sensor befindet sich am Zwerchfell, werden dort keine Atembewegungen registriert, stimuliert ein Elektroimpuls den Zungenmuskel, die zurückgefallene Zungemacht so den Weg wieder frei für normale Atmung.
Andere, schon erprobte Verfahren:
Die Radiofrequenztherapie wird seit Jahren in verschiedenen Teilgebieten der Medizin erfolgreich angewendet. Es handelt sich dabei um ein minimal invasives Verfahren, welches besonders dann angewendet werden kann, wenn das Zielgewebe für konventionelle chirurgische Verfahren nicht zugänglich ist, dem Patienten eine konventionelle Operation nicht zumutbar ist, oder die Schaffung eines Zugangs zum Zielgewebe mit einer hohen Komplikationsrate behaftet ist.
Die klinische Wirksamkeit der Radiofrequenztherapie im Fachgebiet der HNO-Heilkunde wurde bei der Behandlung der Nasenmuschelhyperplasie, des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms und des primären Schnarchens nachgewiesen. Bei diesem schnellen und blutungsarmen Verfahren wird elektrische Energie mit einem nadelförmigen Applikator in die Tiefe des Gewebes eingebracht. Dadurch wird das Gewebe erhitzt und eine thermische Devitalisierung erzeugt. Im Rahmen des einsetzenden Heilungsprozesses kommt es zu einer narbigen Schrumpfung und Versteifung des Gewebes. Die Durchführung der Radiofrequenztherapie ist unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose möglich. Eine Wiederholung des Eingriffes ist gegebenenfalls erforderlich, denn ähnlich wie beim Facelift kann das gestraffte Gewebe mit der Zeit wieder erschlaffen.
Schnarchschiene
Wird individuell angepasst und verhindert ähnlich wie die Kinnbinde, dass der Unterkiefer zurückrutscht, der Kiefer wird nach vorn gezogen, dort fixiert. Dieses Hilfmittel ist bei vielen Schnarchern, auch solchen mit Schlafapnoe hilfreich. Es muß, wie such alle anderen Verfahren selbst gezahlt werden. Ob der Zungenschrittmacher nach Abschuss der Studienphase im Jahr 2016 von den Krankenkassen gezahlt wird, ist noch unklar.
Gast im Studio: Dr. Alexander Blau, Charité Berlin
Beitrag von Ute Mueller-Slomka











