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Mit über 700 Experten findet vom 28. bis 30. November in Berlin der 2. Europäische Endometriose-Kongress statt. Beraten werden die neuesten Forschungsergebnisse. Denn noch immer gibt die Krankheit Rätsel auf und allzu oft wird sie auch nicht oder erst spät erkannt.
Schätzungen zufolge leiden rund zwei Millionen Frauen in Deutschland an Endometriose. Da die Dunkelziffer ziemlich hoch ist, gibt es keine genauen Zahlen. Vermutlich leiden bis zu 15% aller Frauen während der Geschlechtsreife an der Krankheit. Viele, ohne davon zu wissen. Denn es dauert oft Jahre, bis Patientinnen die richtige Diagnose bekommen. Oft denken Frauen, die Schmerzen gehören zur Regel, aber auch Ärzte müssen besser geschult werden. Oft wird die Diagnose auch erst gestellt, wenn ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt, weil durch die Endometriose z.B. die Eileiter verklebt sind. Die tatsächlichen Ursachen der Krankheit sind bis heute im Wesentlichen ungeklärt.
Bei der oft schmerzhaften Krankheit handelt es sich um eine Fehl-Ansiedlung von Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist, aber außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Es ist eine gutartige, oft aber chronisch verlaufende Erkrankung. In den meisten Fällen werden diese Endometrioseherde von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst. So können die Herde zyklisch wachsen und bluten. Die Folge davon sind Entzündungsreaktionen, die Bildung von Zysten und die Entstehung von Vernarbungen und Verwachsungen.
Die Symptome einer Endometriose sind oft unspezifisch und müssen nicht komplett auftreten. Zu den Symptomen gehören: schwere Regelschmerzen, häufige Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Blutungsstörungen und eben auch Unfruchtbarkeit.
Für die Diagnose einer Endometriose stehen ein Gespräch mit einem fachkundigen Gynäkologen und eine ärztliche Untersuchung an allererster Stelle. Ultraschallaufnahmen geben ersten Aufschluss über eine mögliche Erkrankung; die einzig sichere Methode, eine Endometriose festzustellen, ist aber ein operativer Eingriff. Mit Hilfe einer Bauchspiegelung, der so genannten Laparoskopie, werden Lage, Schweregrad und Typ der Endometrioseherde bestimmt. Außerdem können auf diese Weise vorhandene Zysten und Verwachsungen entfernt und untersucht werden. Die Endometriose ist nicht heilbar. Ihre Auswirkungen können aber durch einen solchen minimal-invasiven Eingriff und Hormontherapien gut behandelt werden.
Nach einer Operation besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich neue Zysten und Verwachsungen bilden. Dagegen hilft nur eine Hormontherapie mit so genannten Gestagenen, die dem Körper quasi eine Schwangerschaft vorgaukeln oder den GnRH Analoga, die den Körper quasi künstlich in die Wechseljahre versetzen. Alle Hormontherapien haben Nebenwirkungen. Gestagene können z.B. Depressionen auslösen, auch das Risiko von Thrombosen oder einer geringeren Knochendichte nimmt zu. GnRH Analoga täuschen Wechseljahre vor, mit all den damit verbundenen Nebenwirkungen.
Beitrag von Antje Pfeiffer












