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Epilepsie ist die dritthäufigste Krankheit des Nervensystems im Alter - nach Demenzerkrankungen und Schlaganfällen.
Häufig ist die Diagnose schwer, trotz dem in Deutschland jährlich mehr als 20.000 Menschen im Rentenalter neu an Epilepsie erkranken und mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr an Epilepsie zu erkranken.
Hinzukommt, dass die Altersepilepsie oft schwer zu erkennen ist. Schwere Anfälle sind bei älteren Patienten selten. Manchmal ist es nur ein leichtes Zucken im Gesicht, ein komisches Nesteln der Hand, eine kurze Abwesenheit. Trotzdem bergen epileptische Anfälle gerade für ältere Menschen eine besondere Gefahr: Aufgrund der geringeren Knochendichte im Alter, kann es bei Stürzen schneller zu Knochenbrüchen kommen; das Verletzungsriskio ist sehr hoch. Außerdem lässt sich nicht vorhersagen, wann und wie stark das "Gewitter im Kopf" sich entlädt.
Ursache für die Entstehung einer Spätepilepsie sind bei 70% der Betroffenen Schlaganfälle oder Durchblutungsstörungen des Gehirns. Kleine Anfälle schaden dem Gehirn nicht, sagen Experten. Trotzdem ist eine Behandlung sinnvoll, nicht zuletzt um das Risiko anderer Verletzungen auszuschließen. Eine Therapie mit Antileptika führt häufig zu einem guten Ergebnis: Die Mehrzahl der Patienten ist damit nach einem Jahr anfallsfrei. Die Medikamente heilen allerdings nicht die Krankheit, sie unterdrücken die Anfälle. Daher müssen die Medikamente meist lebenslang eingenommen werden. Die Dosierung ist bei älteren Patienten meist geringer als bei jungen Menschen. Die Wahl des richtigen Medikaments ist auch von Bedeutung, da diese Mittel oft Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweisen. Prof. Martin Holtkamp, Leiter des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg rät, sich trotz der Diagnose nicht im Alltag einzuschränken.
Wo gibt es Hilfe?
Wenn Sie vermuten, dass Sie oder ein Angehöriger an einer Altersepilepsie leiden ist es wichtig, sich zeitnah die richtige und fachkundige Hilfe zu holen. Es gibt überall im Land zertifizierte Epilepsiezentren, die mit dem Krankheitsbild am besten vertraut sind.
Beitrag von Antje Pfeiffer












