Service -
Hauptsache bunt - das scheint das Motto vieler Lebensmittelhersteller zu sein. Insbesondere Produkte, die hauptsächlich von Kindern konsumiert werden, enthalten jede Menge künstlicher Farbstoffe. Viele davon stehen unter dem Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein.
Vor allem die so genannten AZO-Farbstoffe, chemisch-synthetische Substanzen, die aus Erdöl gewonnen werden, stehen in der Kritik. Studien zeigen, dass sie bei Kindern Aufmerksamkeitsstörungen begünstigen können und Allergien auslösen. Viele dieser Farbstoffe werden im menschlichen Körper durch Enzyme in ihre Ausgangsverbindungen aufgespalten, die als stark krebserregend gelten. Aus diesem Grund gibt es bereits seit 2010 eine Kennzeichnungspflicht für bestimmte Farbstoffe. Dazu zählen: Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E 104), Gelborange (E110), Azorubin (E 122), Cochenillerot (E 124a) und Allurarot (E129). Diese Zusätze müssen mit dem Warnhinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" versehen sein.
Zusätzlich zu diesem Warnhinweis hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) Anfang Juni die Grenzwerte von drei Farbstoffen (Gelborange S, Chinolingelb und Cochenillerot) deutlich herabgesetzt. Bereits im Jahr 2009 hatte die Behörde die Senkung des jeweiligen ADI-Wertes für diese Farbstoffe empfohlen. Der ADI-Wert (acceptable daily intake) gibt die Menge eines Stoffes an, die über die gesamte Lebenszeit täglich verzehrt werden kann, ohne dass dadurch gesundheitliche Gefahren zu erwarten wären.
Das Verbrauchermagazin Ökotest hat in seiner aktuellen Ausgabe über 100 gefärbte Produkte untersucht. Etwa ein Viertel davon enthielt die gefährlichen Substanzen, und bei zwei Produkten fehlte der Warnhinweis.
Manche Hersteller denken langsam um und verwenden natürliche Farbstoffe, die aus Roter Beete oder Spinat gewonnen werden. Als Verbraucher kann man auch auf das Siegel "ohne künstliche Farbstoffe" achten. In Biolebensmitteln dürfen die übrigens gar nicht enthalten sein.
Beitrag von Antje Pfeiffer













