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Der Nacken schmerzt, die Muskeln verkrampfen, jede Bewegung tut weh – Schuld daran sind laut neuer Studien oft verklebte Faszien.
Dieses weißliche, fasrige Bindegewebe überzieht unseren Körper wie ein Netz. Hier sitzen unzählige Nervenenden und Rezeptoren. Entzündungen sind also besonders schmerzhaft. Abhilfe verspricht spezielles Training, zum Beispiel mit der sogenannten Black Roll.
Bis vor wenigen Jahren hielt man das menschliche Bindegewebe, genannt Faszien, um eine Art „besseres Verpackungsmaterial“. Seine einzige Funktion: Muskeln, Sehnen und Gelenke in Position halten. Neue Untersuchungsmethoden zeigen aber, dass es weit mehr ist. Die Faszien stützen den Bewegungsapparat, nehmen Kräfte auf, speichern und verteilen sie. Zudem sind sie eines der größten Sinnesorgane des Menschen: Sie besitzen deutlich mehr Rezeptoren als die Muskulatur und die Gelenke, Experten sprechen von bis zu sieben Mal mehr.
Eine Trainingsmethode ist das sogenannte Fascial Release. Dabei rollt man die Faszien und Muskeln wie einen Pizzateig aus. Für verschiedene Körperregionen gibt es verschiedene Hilfsmittel, zum Beispiel Hartschaumrollen für den Rücken und die Oberschenkel, Bälle für den Nacken und den Po. Durch den gleichmäßigen Druck lösen sich Verklebungen, der Stoffwechsel in den Faszien und der darunter liegenden Muskulatur wird angeregt. Sie werden so geschmeidiger und elastischer. Der Vorteil: mehr sportliche Leistung und weniger Verletzungen.
Das Faszien-Training eignet sich auch bei hartnäckigen Verspannungen im oberen Rücken und Nacken. Dazu zum Beispiel an eine Wand oder eine Tür stellen und mit einem kleinen Ball seitlich der Nackenwirbel am Muskel entlang rollen - mit wenig Druck. In einer weiteren Übung - diesmal im Liegen auf einer Gymnastikmatte - wird ein etwas größerer Ball dicht am Kopf angesetzt und nach links und rechts hin und her gerollt. Dabei sollte der Kopf nicht den Boden berühren und keinesfalls nach hinten abknicken. Im Stehen oder im Liegen kann der Muskel zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt ausgerollt werden. Dazu den Ball von vertikal entlang führen. Wenn eine Stelle besonders schmerzt, hier in kleineren Bewegungen wiederholen.
Beitrag von Christine Schaller











