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Müde, schlapp, antriebslos – ausgerechnet jetzt, wenn’s wieder wärmer wird, leiden viele Menschen. Hinter chronischer Müdigkeit können aber auch ernste Erkrankungen stecken. Welche, das erklärt Dr. Clemens Fahrig im zibb Service.
Wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, muss sich der Organismus darauf einstellen. Gerade Menschen mit niedrigem Blutdruck haben dann häufig mit Frühjahrsmüdigkeit zu kämpfen. Denn die Wärme kann zu Blutdruckschwankungen führen und die machen müde. Dagegen hilft in der Regel Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, genug zu trinken. Wer allerdings auch nach vier Wochen noch dauermüde ist oder bei wem die Beschwerden zum ersten Mal und sehr massiv auftreten, sollte besser zum Arzt gehen. Dann könnte die Müdigkeit ein Symptom einer ernsten Erkrankung sein.
Eine Vielzahl von Krankheiten können müde machen. Dazu gehören zum Beispiel hormonelle Störungen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen. Die Schilddrüse feuert den Organismus stark an, gerät sie aus dem Gleichgewicht, ist ein deutlicher Effekt aufs Wohlbefinden spürbar. Und auch Blutarmut kann Müdigkeit verursachen. Da das Blut dann zu wenig Sauerstoff enthält, werden auch das Gehirn und die Organe schlechter versorgt. Dadurch strengt plötzlich alles an. Weitere mögliche Erkrankungen sind Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs.
"Zu uns kam kürzlich ein 74-jähriger Mann, der vermeintlich unter Frühjahrsmüdigkeit litt“, erzählt Dr. Clemens Fahrig, Ärztlicher Direktor am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin-Wannsee. " Er kannte das aus seiner Jugend und plötzlich waren die Beschwerden wieder aufgetreten. In Wirklichkeit steckte aber ein blutendes Magengeschwür dahinter. Das bedeutet Lebensgefahr.
Häufig ist auch eine sogenannte Schlafapnoe Schuld an der dauernden Müdigkeit. Und auch sie kann gefährlich werden. Im Schlaf erschlafft die Gaumen- und Rachenmuskulatur, dadurch fallen die Atemwege zu und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt. Um das Gehirn weiterhin mit genügend Sauerstoff zu versorgen, pumpt das Herz schneller, der Blutdruck steigt. Herzinfarkt-Gefahr. "Die Patienten fühlen sich morgens so, als ob sie nachts auf einen hohen Berg gestiegen wären. Sie sind völlig erschöpft, können sich aber nicht an ihre Atemaussetzer erinnern und sich damit die Müdigkeit auch nicht erklären“, sagt Dr. Clemens Fahrig, Ärztlicher Direktor am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin-Wannsee. Manche Patienten können operiert werden, andere müssen nachts eine Sauerstoffmaske tragen.
Beitrag von Christine Schaller












