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Mo 18.06.12 18:30

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Gefährliche Insekten in der Region

Etwa zweieinhalb Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Insektengiftallergie betroffen - bei ihnen lösen die Tiere berechtigte Ängste aus.

Eine Insektengiftallergie zeigt sich nicht von heute auf morgen. Der Körper reagiert ab dem zweiten Bienenstich immer heftiger - z.B. mit Rötungen, Juckreiz oder großen Quaddeln. Die Symptome sind meist sofort spürbar, etwa direkt nach einem Insektenstich: Kribbeln im Mund und am Gaumen, Hautrötungen, Atemnot durch Anschwellen der Schleimhäute, Herzrasen, Angstgefühle, Übelkeit - bis hin zu Blutdruckabfall. Durch das Insektengift bilden sich übermäßig viele Antikörper, die eine erhöhte Dosis an Histaminen freisetzen. Durch Botenstoffe weiten sich die Blutgefäße und Wasser tritt in die Umgebung. Dem Blut fehlt dann die lebensnotwendige Flüssigkeit. Der Stich kann bei Allergikern zu Kreislaufproblemen führen im schlimmsten Fall zum anaphylaktischen Schock.

Im Notfall die 112 wählen

Ein anaphylaktischer Schock kann lebensbedrohlich sein und muss sofort behandelt werden. Im Schockzustand weiten sich die Blutgefäße stark, dadurch wird nicht genügend Blut zum Herz zurückgepumpt und der Kreislauf bricht zusammen. In jedem Fall sollte der Betroffene selbst oder aber eine andere Person den Notarzt rufen unter 112. In der Wartezeit kann ein Notfallset die kritischen Symptome in Schach halten.

Notfallbehandlung eines Allergikers nach dem Stich

Nach einem Stich müssen die Allergiker sofort Adrenalin bekommen, am besten durch die Spritze aus dem Notfallset. Die Spritze sollen Betroffene in die Außenseite des Oberschenkels stoßen, damit das Adrenalin ins Muskelgewebe gelangt und den Kreislauf stabilisiert. Doch Vorsicht: Die Anapenspritze von Lincoln Medical Limited ist fehlerhaft. Das Adrenalin verteilt sich nicht richtig im Körper. Die Firma hat eine Rückrufaktion gestartet.

Vor der Anapen-Spritze wird gewarnt - Ersatzmedikament besorgen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät Allergikern, die ein Notfallset mit Anapen bei sich tragen, sich möglichst schnell ein anderes Medikament zu besorgen. Auch andere Produkte an Notfallsets bestehen aus einer Fertigspritze mit Adrenalin besteht, aus einem Antihistaminikum und einem kortisonhaltigen Saft. Allerdings sollten sie Anapen erst dann aussortieren, wenn sie ein Ersatzmedikament erhalten haben.

Gefährliche Insekten und die Anti-Mückenmittel

Wenn der Sommer warm und feucht wird, entwickeln sich aus tausenden Larven wieder Tausende Stechmücken - deutschlandweit gibt es 40 verschiedene Arten. Die Menschen sind für die Insekten unterschiedlich attraktiv durch ihren Geruch und ihre Co2 Ausdünstungen. Die Weibchen brauchen das Blut für die Produktion ihrer Eier und hinterlassen beim Stechen Eiweiß. Die Stiche können zu roten Quaddeln und viel Juckreiz führen.

Wie sich also schützen?

Es werden immer wieder Versuche mit Antimückenmitteln gemacht - so auch im Leipziger Helmholtz-Institut. Die eine Testerin versucht es mit einem Armband, das durch seine Duftstoffe den körpereigenen Geruch überdecken und die Mücken vertreiben soll: doch es wirkt nicht. Im Parallelversuch wird ein Anti-Mücken-Fluid auf die Haut gestrichen. Nach einigen Minuten zeigt sich: die chemische Keule lässt fast alle Mücken in der Nähe tot umfallen. Im nächsten Versuch träufelt die Testerin Teebaumöl auf die Hand. Auch die ätherischen Öle sollen den Körpergeruch überdecken. Es wird schnell deutlich, dass die Mücken die Hand meiden. Allerdings müssen Allergiker mit dem Präparat vorsichtig sein. Das letzte Antimückenmittel ist ein Geräusch auf dem Handy. Für diesen Versuch wurde ein hoch frequente Ton als App kostenlos geladen. Er soll die Mücken abschrecken, doch das Gegenteil ist der Fall: die Tiere fühlen sich regelrecht angezogen.

Die gefährlichen Insekten in der Berlin-Brandenburger Region

Der Name der Tiere ist Programm: Die Eichenprozessionsspinner befallen Eichen, bewegen sich in langen Prozessionen fort und spinnen ihre Nester, in denen sich die Raupen zu Faltern entwickeln. Für die Menschen gefährlich sind die Brennhärchen - besonders im Mai und Juni. Sie enthalten ein Nesselgift, das bei Berührung zu Hautentzündung führen kann, zu roten Quaddeln oder zu kleinen Knötchen. Die Brennhärchen sind noch jahrelang gefährlich, verbleiben in den Nestern und können durch den Wind verteilt werden. Ein Risiko besonders für Allergiker, die mit einem Schock auf das Gift reagieren können. Darum werden Raupen und Nester abgeflammt, sie werden abgesaugt oder mit Biogift besprüht - doch es werden von Jahr zu Jahr mehr Schädlinge.

Kontakt zur Expertin:
Dr. med. Yael Adler, Privatpraxis
für Haut, Venenerkrankungen, Allergien und Lasermedizin
Richard-Strauss-Straße 27
im Haut- & Laserzentrum Berlin-Potsdam
14193 Berlin - Grunewald
Tel: 030 / 8800 1854
praxis@dradler-berlin.de

 

Beitrag von Eva Wagner


Dieser Text gibt den Sachstand vom 18.06.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Infos im Netz

Eichenprozessionsspinner auf Eichenblättern; Quelle: rbb

Eichenprozessionsspinner

Das Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig veröffentlicht aktualisierte Karten der Befallsgebiete des Eichenprozessionsspinners. www.jki.bund.de

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