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Der Mensch besteht zu 50 bis 70 Prozent aus Wasser. Ohne Flüssigkeit trocknet unser Körper innerhalb kurzer Zeit aus - er dehydriert. Besonders häufig sind ältere Menschen und Kinder betroffen. Aber auch beim Sport und bei hohen Temperaturen trinken viele zu wenig.
Das kann schnell ernste Folgen für den Körper haben. Aber wie viel sollte man am Tag trinken? Woran erkenne ich Flüssigkeitsmangel? Und kann man eigentlich auch zu viel trinken? Auch wenn man diesen Mythos immer wieder hört: Drei bis vier Liter müssen wir nicht am Tag trinken. Es reichen in der Regel eineinhalb Liter, denn den Rest der benötigten Flüssigkeit nimmt der Körper durch die Nahrung auf. Nur wer viel Flüssigkeit verliert, etwa beim Schwitzen oder durch Erbrechen und Durchfall, muss mehr trinken.
Senioren und Kinder sind besonders gefährdet
Beim Spielen und Toben kommen Kinder schnell ins Schwitzen, vergessen aber oft zu trinken. Eltern und Erzieher sollten Kindern deshalb regelmäßig Wasser oder ungesüßten Tee anbieten und darauf achten, dass sie über den Tag verteilt genug Flüssigkeit aufnehmen. Ab einem Alter von vier bis fünf Jahren empfehlen Ernährungsexperten etwa einen Liter am Tag. Die Menge sollte bis zum 15. Lebensjahr auf circa eineinhalb Liter gesteigert werden. Auch viele ältere Menschen trinken zu wenig. Denn im Alter lässt das Durstgefühl stark nach. Senioren sind deshalb besonders häufig von Flüssigkeitsmangel betroffen. Betreuer von Pflegebedürftigen sollten kontrollieren, wie viel ihre Patienten am Tag trinken.
Kopfschmerzen, Schlappheit und Übelkeit
Ist im Körper zu wenig Flüssigkeit, dickt das Blut an und fließt schlechter. Zellen und Gewebe werden nicht mehr optimal versorgt. Die Folge: Der Körper ist weniger leistungsfähig. Je nachdem wie stark der Körper ausgetrocknet ist, fühlen sich Betroffene schlapp, leiden unter Kopfschmerzen, Krämpfen, Schwindel und Übelkeit. Senioren wirken nicht selten verwirrt. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch für Jüngere kann Wassermangel gefährlich werden. Wer bei einem Brechdurchfall die verlorene Flüssigkeit nicht wieder zuführt, dehydriert innerhalb weniger Stunden. Dann kann eine Infusion mit Wasser und Elektrolyten lebensrettend sein.
Wasser und Tee statt Saft und Limo
In den Supermarktregalen stapeln sich immer mehr Trendgetränke. Besonders beliebt ist derzeit Wasser mit Geschmack - sieht aus wie normales Wasser, hat aber eine fruchtige Note. Die Wässer geben sich kalorienarm. Doch von wegen gesund! Bis zu 23 Stück Würfelzucker stecken in einem Liter. Als ständiger Durstlöscher taugt das nicht. Ähnlich sieht es bei Saft und Smoothies aus. Denn auch die enthalten jede Menge Zucker - zwar natürlichen aus der Frucht, aber der ist auch nicht besser als normaler Zucker. In einem Glas Orangensaft stecken locker sechs bis acht Zuckerstücke. Oft noch süßer sind die vermeintlich so gesunden Smoothies. Die Obst-Drinks sind zuckriger als Cola. Also echte Kalorienfallen! Am besten ist und bleibt Wasser - egal ob aus der Flasche oder aus dem Hahn. Wem das zu langweilig ist, kann sein Wasser prima nach Lust und Laune aufpeppen. Etwa mit Zitronenscheiben, Obststückchen und Minzeblättern. Auch ungesüßte Tees sind geeignete Durstlöscher.
Apfelsaftschorle für Sportler
Die Werbung preist gerne isotonische Getränke für Sportler an. Sie haben eine ähnliche Zusammensetzung wie Blut. Ihre Nährstoffe werden deshalb schnell vom Körper aufgenommen. Freizeitsportler brauchen solche Spezialgetränke allerdings nicht, da sie Kohlenhydrate und Mineralien nur in geringem Maße verlieren. Wer trotzdem nicht auf ein isotonisches Getränk verzichten möchte: Der deutsche Sportbund empfiehlt Apfelsaftschorle. Sie hat die gleiche Wirkung wie die teure Alternative aus dem Supermarkt und lässt sich zudem leicht selbst zubereiten: Einfach Mineralwasser und Apfelsaft im Verhältnis 3:1 mischen.
Tipps und Tricks für Trinkmuffel
Wenn Sie dazu neigen, zu wenig zu trinken: Stellen Sie sich schon morgens eine Karaffe Wasser oder eine Kanne Tee bereit, die sie über den Tag verteilt trinken. Wichtig ist jedoch, nicht zu viel auf einmal zu trinken, denn der Körper kann Wasser nicht speichern. Also lieber regelmäßig kleine Mengen trinken, als drei Mal am Tag einen halben Liter. Auch Rituale wie das Glas Wasser am Morgen oder der Nachmittagstee helfen Trinkmuffeln zu einer ausgeglichenen Flüssigkeitsbilanz. Einen Teil der Getränke kann man auch durch wasserreiches Obst und Gemüse ersetzen – etwa durch Gurken und Melonen. Bei zäher Nahrung wie Weißbrot und Bananen sollte man dagegen lieber etwas mehr trinken.
Bei Herzschwäche nicht zu viel trinken
Patienten mit Herzinsuffizienz sowie Nieren- und Leberkranke sollten zum Teil von der Regel, eineinhalb Liter Wasser am Tag zu trinken, abweichen. Sie müssen eventuell weniger trinken. Denn viel Wasser kann das Herz und andere Organe belasten. Menschen mit Herzschwäche sollten die Flüssigkeitsmenge deshalb mit ihrem Arzt absprechen.
Beitrag von Claudia Till













