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Die Haut juckt, ist stark gerötet und bildet Bläschen. Ein deutlicher Hinweis auf eine Kontaktallergie.
Bei bis zu zwanzig Prozent aller Deutschen reagiert der Körper abwehrend auf bestimmte Stoffe, die direkt mit der Haut in Berührung kommen.
Der häufigste Auslöser für eine Kontaktallergie ist Nickel, das zum Beispiel in Jeansknöpfen und Modeschmuck steckt. Aber auch Duftstoffe in Kosmetika und Reinigungsmitteln lösen bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus. Jetzt will die EU-Kommission den Einsatz von Duftstoffen in Kosmetika strenger regeln. Drei Substanzen, die als besonders kritisch gelten, sollen nach dem Willen der Brüsseler Behörde verboten werden. Bei zwölf weiteren sollen neue Grenzwerte eingeführt werden. Außerdem soll die Liste der Stoffe deutlich erweitert werden, über die Verbraucher künftig ausdrücklich auf der Packung informiert werden müssen.
Theoretisch kann jeder Stoff eine Allergie auslösen. Einige Substanzen, z.B. Nickel, Duft- und Konservierungsmittel lösen besonders häufig eine allergische Reaktion aus. Dafür muss zunächst zwischen dem Allergen und der Haut eine Sensibilisierung stattfinden. Dabei lagert sich das Allergen, also der allergieauslösende Stoff, an bestimmte Körperzellen, die T-Lymphozyten. Dieser Vorgang dauert mehrere Tage, der Patient merkt davon erstmal nichts. Beim erneuten Kontakt führen diese sensibilisierten T-Lymphozyten zu einer überschießenden Abwehrreaktion. Die typischen Symptome sind juckende Hautrötungen, nässende Bläschen, Quaddeln, Schuppung, Juckreiz bis hin zu chronischen Entzündungen an den Stellen, die direkten Kontakt mit dem allergenen Stoff hatten. Anders als bei einer Pollenallergie kommt die Reaktion des Körpers auf den allergieauslösenden Stoff erst Stunden oder sogar Tage später. Mediziner sprechen daher bei einer Kontaktallergie auch von einer "Spättyp-Allergie".
Wenn die Reaktion des Körpers erst Tage nach dem Kontakt erfolgt, ist es schwierig zu wissen, was die Allergie ausgelöst hat. Beim Hautarzt kann man einen sogenannten Epikutantest durchführen lassen. Dabei werden verdächtige Substanzen mit einem Spezialpflaster auf den Rücken geklebt und nach 24 bis 48 Stunden entfernt. Die Reaktion der Haut wird dann beurteilt. Allerdings kommt man auch mit diesem Test circa 20 Prozent der Allergene nicht auf die Spur.
Die Behandlung bei einem akuten Ekzem erfolgt meist mit kortisonhaltiger Salbe. Mittlerweile gibt es laut Hautärztin Dr. Yael Adler sehr gute Präparate, die gut vertragen werden. Anders als bei einer ine Pollenallergie kann man bei einer Kontaktallergie keine Hyposensibilisierung (Immuntherapie) durchführen. Das bedeutet: Eine einmal erworbene Kontaktsensibilisierung ist nicht heilbar und bleibt zeitlebens bestehen. Die einzige Chance ist, das Allergen konsequent zu meiden. Tut man dies nicht, so kann das Ekzem chronisch werden. Davon betroffen sind oft zum Beispiel Friseure oder Handwerker, weil sie ständig Kontakt zu Reizstoffen haben, die die Schutzbarriere ihrer Haut zerstören und es so Allergenen erleichtern, einzudringen und eine Allergie auszulösen.
Beitrag von Sina Krambeck











