Kopfschmerzen (Quelle: rbb)

Service - Kopfschmerzen

Es gibt über 200 verschiedene Kopfschmerz-Arten, die meisten davon harmlos. Aber Vorsicht: Es kann auch eine lebensbedrohliche Krankheit dahinter stecken. Wie Patienten das unterscheiden können, verrät Dr. med. Clemens Fahrig.

Weniger als zwei Prozent der Fälle sind Kopfschmerzen gefährlich. Trotzdem rät Internist Dr. Clemens Fahrig dazu, immer den Blutdruck zu kontrollieren. Denn: Hoher Blutdruck kann Kopfschmerzen auslösen. Am häufigsten sind allerdings Spannungskopfschmerzen. Fast die Hälfte der Betroffenen leidet sogar täglich daran. Schuld sind in der Regel Verspannungen im Nackenbereich. Und die können verschiedene Ursachen haben. So steckt häufig der Arbeitsplatz dahinter. "Es kann schon helfen, den Computer-Bildschirm höher zu stellen", rät der zibb-Experte. Verspannungen können aber auch entstehen, wenn jemand unter einem Beckenschiefstand, etwa durch unterschiedlich lange Beine, leidet.  

Hinter einer Migräne hingegen verbirgt sich ein Gefäßkrampf im Kopf. Der kann so weit gehen, dass sich kurzzeitig das Gefäß verschließt. Was hilft, sind krampflösende Medikamente und Schmerzmittel. Eine Migräne-Attacke kann sehr heftig sein (man spricht auch vom Gewitter im Gehirn). Ob die Schmerzen durch eine ernste Erkrankung ausgelöst werden, ist deshalb schwer erkennbar. Die Symptome können ähnlich wie bei einer Hirnblutung sein. Gewissheit bringt nur der Arztbesuch.

Die wichtigsten Warnsignale sind Sehstörungen und Übelkeit, plötzlicher und sehr heftiger Schmerz. "Wenn ein Schmerz immer wieder kommt, steckt meist keine ernste Erkrankung dahinter. Wenn sich aber auf einmal der Charakter des Schmerzes ändert, sollte man zum Arzt gehen", so Fahrig. Stutzig sollten Patienten aber auch werden, wenn Sie unter einseitigen Schmerzen an der Schläfe leiden. "Zu uns kam beispielsweise ein Mann, der über Schmerzen beim Aufsetzen der Brille klagte", erzählt der Internist. "Es stellte sich heraus, dass er an einer Gefäßentzündung litt. Die kann bis zur Erblindung führen." Dabei lässt sich eine solche Entzündung relativ gut behandeln, etwa mit Cortison.

Lebensgefahr besteht hingegen, wenn ein Aneurysma im Gehirn platzt. Dabei handelt es sich um Arterienerweiterungen, die etwa jeder 20. Erwachsene im Gehirn hat. Manche sind nur winzig klein, der Betroffene spürt davon nichts. Gefährlich wird es erst, wenn das Aneurysma wächst. Dann ist das Risiko einer Hirnblutung groß. Wenn das passiert, zählt jede Sekunde, Blut strömt durchs Hirn, die Überlebenschancen sinken drastisch.

Ein Gehirntumor steckt hingegen äußerst selten hinter den quälenden Kopfschmerzen. Er macht sich durch andere Symptome bemerkbar, etwa Krampfanfälle.

Beitrag von Christine Schaller