Service - Mythen um die Mistel

Immergrüne Pflanzen gehören seit Jahrhunderten zur Advents- und Weihnachtszeit. Seit wann und warum gibt es diesen Brauch? Mythen ranken sich besonders um die Mistel. Die Expertin für Naturheilkunde, Dr. Kristin Peters, klärt auf.

Wer sich unter der Mistelzweig küsst, hat Glück in der Liebe. Diese Weihnachtstradition kennen viele. Aber auch als Heilpflanze ist die Mistel bereits aus vorchristlicher Zeit bekannt. Naturheilkundler setzten vor allem das klebrige Innere der weißen Beere ein. Zum Beispiel um Wunden zu verschließen. Was die Mistel noch alles kann, verrät die zibb-Kräuterexpertin Dr. Kristin Peters.

Über 1.000 verschiedene Mistel-Arten gibt es weltweit, in unseren Breiten bekannt ist die Variante mit den weißen Beeren. Sie ist ein sogenannter Halbschmarotzer, wächst in Baumwipfeln und hat keine eigenen Wurzeln. Da sie nur äußerst langsam gedeiht, steht sie unter Naturschutz. Die Misteln auf dem Markt kommen meist aus Frankreich.

Immergrüne Pflanzen wie Wacholder, Tanne oder Mistel spielten für unsere
Vorfahren vor allem in der vegetationslosen Zeit eine große Rolle. Sie sind Symbole
für die Unsterblichkeit der Natur, unsere Vorfahren holten sich damit den „Vegetationsgeist“ nach drinnen, damit er überwintern kann. Besonders verehrt wurde die Mistel von den Kelten, denn ihrer Vorstellung nach ist alles heilig, was auf den Bäumen wächst.

Mistel als Heilpflanze

Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus wurde die Mistel bei Leiden an der Bauchspeicheldrüse eingesetzt. Im Mittelalter wurden Salben daraus hergestellt, um die Fruchtbarkeit zu stärken. Man nannte sie auch die "Allesheilende". Auch heute noch schwören Naturheilkundler auf die Kraft der Mistel. Homöopathen zum Beispiel stellen aus der gesamten Pflanze eine Tinktur her, die bei hohem und niedrigem Blutdruck, Schwindel und Gelenkbeschwerden helfen soll. Viele Krebspatienten spritzen sich Misteltinktur zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte. Dadurch sollen sogar Krebszellen abgetötet und so Rückfälle vermieden werden. Ärzte erleben immer wieder Erfolge bei ihren Patienten, die Therapie ist allerdings umstritten.

Naturheilkundler schreiben der Mistel einen blutdrucksenkenden Effekt und eine abwehrsteigernde Wirkung zu. Sie soll zudem Krämpfe lösen, Schwindelgefühle, Angstzustände und Albträume bekämpfen sowie Schmerzen lindern. Übrigens: Mistelbeeren enthalten 15 Mal mehr Vitamin C als Orangen!

Tee aus dem Mistelkraut:
1 Teelöffel fein geschnittenes Mistelkraut mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen und bei Raumtemperatur 10 Stunden stehen lassen, danach abgießen, täglich 1 bis 2 Tassen trinken

Tanne als Heilpflanze

Schon Hildegard von Bingen setzte die Tanne als Heilpflanze ein, z.B. bei Krebs, bei
Bauchspeicheldrüsenleiden oder Magen-Darm-Milz-Schmerzen. Pfarrer Kneipp empfahl bei Lungenleiden und Bronchitis eine Gurgellösung aus Tannenzapfen. Dazu drei Zapfen zerschneiden und mit einem halben Liter Wasser zugedeckt ca. zehn Minuten köcheln lassen, abseihen und drei Mal täglich gurgeln.

Naturheilkundler schätzen die Tanne heute noch wegen ihrer ätherischen Öle, Harze und der enthaltenen Vitamine A und C. Demnach wirkt sie antiseptisch, durchblutungs- und auswurffördernd, lungen- und nervenstärkend. So können kleine Stücke im Mund langsam zerkaut werden, das festigt das Zahnfleisch. Die frischen Triebe helfen bei Husten und Verschleimung.

Tannentee zum Inhalieren:
Frische Tannenzweige 20 Minuten in Wasser kochen, Topf vom Herd nehmen und unter einem Tuch inhalieren.

Beitrag von Christine Schaller

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