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Das Fahrrad ist ein tolles Fitnessgerät und Fortbewegungsmittel, aber häufig von der Stange gekauft. Fahrer und Fahrrad passen dann nicht immer richtig zusammen. Es tauchen Probleme auf. Die Hände können taub werden, Schulter und Nacken schmerzen, Zehen kribbeln, der Vorderfuß wird gefühllos.
Manche Radler bekommen Schmerzen in den Knien und können langfristig eine Arthrose entwickeln. Bei längeren Touren haben die meisten Druckgefühle am Gesäß. Irgendwann tut alles weh.
Wenn diese Probleme auftreten, können Sie sich erst einmal folgende Fragen stellen: Stimmt die Sitzposition, haben Sie die richtige Sitzhaltung, fahren Sie mit dem richtigen Sattel der zu Ihrem Gesäß passt, haben Sie die richtigen Schuhe bzw. Pedalen.
Meistens steht ein grundlegendes Problem dahinter: das Fahrrad ist nicht angepasst an den Fahrer. Es muss ganz neu eingestellt werden. Das kann durch das sogenannte „Bike-fitting“ passieren. Es ist ein neuer Trend, der im ostdeutschen Raum von Thomas Pollesche in seiner „bike academy berlin“ angeboten wird. Er macht Videoanalysen und Druckmessungen an Füßen und Gesäß, um die optimale Einstellung zu finden – und zeigt das in der Sendung zibb.
Wie Bike Fitting abläuft
Beim Bike Fitting geht es darum, das perfekte Zusammenspiel zwischen Mensch und Fahrrad herzustellen. Dabei wird alles beim Fahrer berücksichtigt: neben Größe, Gewicht, Haltung auch die gesundheitlichen Beeinträchtigen wie Gelenkprobleme oder Dysbalancen im Muskelkorsett.
Natürlich wird auch der Bedarf berücksichtigt: Ist der Radler ein Tourenradfahrer der gern schmerzfrei zur Arbeit fahren möchte oder soll es eine aerodynamisch günstige Position für einen Rennradfahrer oder gar für einen Triathleten sein.
Der Fahrradspezialist Pollesche macht dann verschiedene Tests zur Beweglichkeit und Stabilität des Radfahrers für den ersten Eindruck. Das sind Videoanalyse des Radfahrers in Bewegung und eine Druckmessung an den Kontaktstellen von Radfahrer zu Fahrrad: Lenkergriffe, der Sattel und die Kombination aus Pedal, Schuh und Fuß. Die falsche Belastung dieser Kontaktstellen lösen regelmäßig Probleme aus und führen zu Schmerzen.
Wie lassen sich diese Schmerzen nun beseitigen?!
Bei der Druckmessung fährt der Fahrer in seiner gewohnten Position auf seinem eigenen Rad, das auf einem Ständer befestigt ist. Die Druckstellen zeigen sich farblich auf einem Monitorbild - dann folgt die Analyse. Beispielweise wird Höhe und Position des Sattels verändert, um Druckstellen zu minimieren und auf eine größere Fläche zu verteilen. Es kann aber auch sein, dass ein neuer Sattel gekauft werden muss, der der Anatomie des Fahrers mehr entspricht, beispielsweise ein Stufensattel.
Kleinste Einstellungen – vielseitige Auswirkungen
Jede kleine Änderung wirkt sich direkt auf das gesamte System aus. Wenn einfach nur der Sattel höher gestellt wird, bedeutet dies nicht nur eine Änderung in der Sitzhöhe, sondern auch eine Veränderung des Abstandes vom Sattel zum Lenker, da das Sitzrohr nicht senkrecht nach oben verläuft. Außerdem ändert sich auch das Position im Verhältnis zum Pedal, was einen
direkten Einfluss auf die Kraftübertragung hat. Das muss einem Knie nicht gefallen. Bike-Fitting ist also ein Prozess, um sich an den optimalen Zustand heranzutasten mit weiteren Videoanalysen, Druckmessungen, Erfahrungen und Hilfsmitteln wie z.B. einem Laser.
Ein aufwendiger Prozess
Ein Tourenrad kann in knapp zwei Stunden perfekt eingestellt sein mit einem Kostenaufwand von 109 Euro. Ein Rennrad oder MTB dauert länger und kostet an die 200 Euro. Ein Triathlonrad anzupassen kann abendfüllend werden aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten für 269 Euro.










