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Etwa zwei Millionen Deutsche leiden an entzündlichem Rheuma. Die häufigste Form dieser Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis.
Dabei entzünden sich die Gelenke, schwellen an und versteifen, so dass sie am Ende nicht mehr funktionsfähig sind. Doch frühzeitig erkannt, kann die Krankheit aufgehalten werden.
Bei rheumatoider Arthritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fehlgeleitet ist. Es greift den eigenen Körper, genauer die Gelenkhaut an und zerstört sie. Dadurch kommt es zu einer schmerzhaften Entzündung. Die genauen Ursachen kennt man noch nicht. Frauen sind weitaus häufiger davon betroffen als Männer, das liegt vermutlich an Hormonen.
Um die Heilungschancen zu verbessern, ist es wichtig, dass die Krankheit so früh wie möglich erkannt wird. Erste Symptome wie Schmerzen in den Finger- oder Fußgelenken, Steifigkeit der Gelenke vor allem morgens und Gelenkschwellungen sollte man daher ernst nehmen und damit am besten zu einem Rheumatologen gehen. Allerdings gibt es davon nicht viele in Deutschland und diese wenigen haben lange Wartelisten. Mit ein Grund, weshalb Patienten immer wieder die falsche oder eine verspätete Diagnose erhalten. Sind die Gelenke nämlich erstmal geschädigt, ist es schwer, dies wieder rückgängig zu machen.
Viele denken, Rheuma treffe vor allem ältere Menschen, aber das stimmt gar nicht. Es kann jeden treffen, auch Kinder. Oft tritt die Krankheit erstmals zwischen 35 und 45 Jahren auf.
Therapie
Besonders gut wirken sollen Biologika. Die ersten Biologika kamen schon 1999 auf den Markt. Die Herstellung dieser Medikamentengruppe ist sehr kompliziert, daher auch sehr teuer. Sie werden deshalb erst eingesetzt, wenn die Basismedikamente nicht wirken. Biologika wirken ganz gezielt an einer Stelle im Immunsystem. Sie blockieren nur eine Stelle, daher haben sie im Gegensatz zu den Basismedikamenten auch kaum Nebenwirkungen. Die Entzündung wird gestoppt, Gelenkschäden aufgehalten. „Viele Patienten sind nach 5 bis 10 Jahren wieder völlig gesund, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wurde“, erklärt Prof. Wolfgang Schmidt vom Immanuel-Krankenhaus Berlin-Buch.
Da die Behandlung mit Biologika sehr teuer ist, zahlen die Krankenkassen die Therapie erst, wenn die Basismedikamente (das bekannteste ist Methrotrexat) nicht wirken.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Ergänzend zu einer medikamentösen Therapie sollte Ergotherapie und/oder Physiotherapie eingesetzt werden, um die Gelenkigkeit zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Wohltuend bei chronischen Entzündungen sind auch Wärmetherapien, zum Beispiel auf einer Wäremliege. Bei akuten Entzündungen helfen Kältetherapien in der Kältekammer.
Auch sanfte Sportarten wie Schwimmen und Rad fahren können und sollten Rheumapatienten ausüben. Ist die Entzündung aufgehalten, können Patienten sogar Sportarten wie Volleyball spielen.
Beitrag von Sina Krambeck












