Eine junge Frau sitzt an einer Autobahnbrücke (Bild: imago)

Service - Hilfe für selbstmordgefährdete Jugendliche

Selbsttötungen sind nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen. Jedes Jahr nehmen sich 600 Heranwachsende das Leben. Die Caritas hat jetzt in Berlin ein Projekt gestartet, dass auch schon erfolgreich in anderen deutschen Städten läuft

Suizid unter Jugendlichen
Erschreckende Zahlen: Selbsttötungen sind nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache. 600 Jugendliche bringen sich allein in Deutschland jährlich um. Es sind verschiedene Themen, die die jungen Menschen keinen Ausweg mehr sehen lassen: der erste Liebeskummer, Probleme in der Schule, mit den Eltern; aber auch psychische Erkrankungen wie Depression oder Borderline.

Berlin hat für diese Zielgruppe ein sehr vernetztes Beratungsangebot. Aus Sicht der Experten führte die kompetente Beratung auch  dazu, dass die Suizidzahlen in Berlin gesunken sind. Die Beratungsangebote in Brandenburg sind im Vergleich marginal und bestehen vor allem in Angeboten der Telefonseelsorge oder im Rahmen der sozialpsychiatrischen Beratung.

Online-Beratung durch gleichaltrige Jugendliche

"U25" heißt das aktuellste Projekt der Caritas. Es werden ehrenamtliche Berater, selbst zwischen 18 und Mitte 20, qualifiziert. Sie sind online Ansprechpartner für die  verzweifelten Jugendlichen. Über 6 Monate werden den Ehrenamtlichen Methoden vermittelt, wie sie auf die Mails der hilfesuchenden Jugendlichen reagieren können. Sie erfahren viel über Krisen, Störungsbilder, psychische Erkrankungen. 10 Jahre Erfahrung aus dem Freiburger U25 Projekt zeigen: die Peers geben Halt, hören zu, bieten Verbindlichkeit an, versuchen weiterzuvermitteln an Profis. Die Regeln: es herrscht absolute Anonymität, auf die erste Mail eines Ratsuchenden wird in 14 Stunden reagiert, auf die weiteren spätestens nach sieben Tagen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Caritas in Berlin melden. Wer Hilfe sucht, findet auf der Homepage den Button „Helpmail“ und kommt zur Online-Beratung.

Krisenwohnungen bei neuhland
Es gibt Einrichtungen wie neuhland, ein gemeinnütziger Träger im Bereich der Krisenhilfe für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Schwerpunkt ist die Suizidprävention. In einem einzigen Jahr suchen 600 bis 700 Berliner Jugendliche Hilfe bei der Krisenberatung neuhland. Sie erzählen von ihren Nöten, ihren Selbstmordgedenke. Die Mitarbeiter bieten Gesprächstherapien an, bis zu 10 Terminen und vermitteln den Betroffenen weiterführende Therapieangebote.  Die Einrichtung ist fast 20 Jahre alt und bundesweit einmalig. Suizidgefährdete Jugendliche können in der Krisenwohnung wohnen und sind 24 Stunden betreut. Das kann wichtig sein, um aus der Krise wieder herauszufinden. Eltern dürfen zu Besuch kommen.

Es melden sich mehr Mädchen als Jungen. Die Jungen haben die größeren Hemmungen ihre Not zu zeigen. Sie versuchen viel häufiger sich umzubringen und zwar so, dass jede Hilfe zu spät kommt. Der Verein versucht durch verschiedene Plakatkampagnen die männlichen Jugendlichen zu gewinnen, sich auch Hilfe zu holen.



Freunde fürs Leben klären auf über Ursachen und Angebote

"Rede darüber" So nennt sich die aktuelle Online-Unterschriftenkampagne des Vereins Freunde fürs Leben. Ihre Mitarbeiter versuchen Politik und Gesellschaft dafür  zu sensibilisieren, dass es über 10.000 Selbstmorde im Jahr gibt und zu wenig für die Aufklärung und Prävention getan wird. Die Gründer des Vereins haben selbst ihre Angehörige/Freunde durch Suizid verloren. Auf der Internetplattform wollen sie über psychische Erkrankungen aufklären. Jeder soll  wissen, wie sich ein gefährdeter Mensch verhält. Nur so kann das Umfeld rechtzeitig reagieren, die Sorgen ansprechen und Hilfe holen. In den dynamisch gestalteten Spots ihres Internet-TVs äußern sich viele Promis zu diesem Thema. Es geht es immer  darum, eine lebenswichtige Chance nicht zu verpassen, das Gespräch mit einem verzweifelten oder depressiven Menschen zu suchen, bevor es zu spät ist.

Studiogast: zibb-Experte Michale Witte, Sozialpädagoge und Geschäftsführer von neuhland

weitere Themen der Sendung

Nach dem tödlichen Zugunglück

Zugunfall bei Beelitz. Es passierte am Montagnachmittag. Eine 54-jährige Frau aus Werder war mit ihrem Enkel und einem Beifahrer im Auto unterwegs. Im Beelitzer Gewerbegebiet stieß die Fahrerin mit einem Zug der ODEG zusammen, obwohl der Zugführer vor dem unbeschrankten Bahnübergang lautstark auf sich aufmerksam machte.

Axel Ranisch (Quelle: rbb)

Zu Gast - Axel Ranisch

Axel Ranischs Abschlussfilm an der Filmhochschule wurde zum Publikumserfolg. Ein knappes Jahr nach "Dicke Mädchen" kommt jetzt die Tragikomödie "Ich fühl mich Disco" auf die Leinwand.

Alte Radios (Quelle: rbb)

90 Jahre Radio

Heute auf den Tag genau vor 90 Jahren, am 29. Oktober 1923 ging in Berlin das erste Radioprogramm auf Sendung – mit einem einstündigen Eröffnungskonzert, das live übertragen wurde. Zibb ehrt das Medium Radio zum runden Geburtstag mit einer ganz speziellen Hommage.

Robert Stevens (Quelle: rbb)

Großer Mann mit großen Problemen

Mit einer Körpergröße von 2,20m ist Robert Stevens einer der größten Menschen der Region. Der studierte Informatiker ist auch Vorstandsmitglied im Klub langer Menschen(KLM). Bei zibb erzählt er, welche Schwierigkeiten er im Alltag bewältigen muss, denn viele Gebrauchsgegenstände müssen extra für ihn angefertigt, bzw. an seine Körpergröße angepasst werden.

Alpakas (Quelle: rbb)

Heilung durch Alpakas

Alpakas sehen aus, wie nicht von dieser Welt. Deshalb sind auch so viele Menschen begeistert von ihnen, gerade die, die ebenfalls schon ein bisschen der Welt entrückt sind. In einem Spandauer Pflegeheim kommen jetzt regelmäßig Alpakas zur therapeutischen Arbeit - per Fahrstuhl!

20. Unidram Theaterfestival

Das Internationale Theaterfestival Unidram bietet junges, experimentierfreudiges Theater, das nach neuen Wegen sucht, Grenzen überschreitet und unterschiedliche Theatertraditionen zusammenführt. Zum 20. Mal findet es nun in Potsdam statt - mit über 100 Künstlern aus Mittel- und Osteuropa.

Flughafen-Baustelle

Das BER-Debakel

Ursprünglich sollte der neue Flughafen einmal 2,4 Milliarden Euro kosten – am Ende werden es wohl 5 Milliarden Euro werden. Die Stillstandskosten belaufen sich derzeit auf etwa eine Million Euro pro Tag – Summen, über die der Normalbürger nur noch den Kopf schütteln kann.

KIA cee´d GT (Quelle: rbb)

Autotest - Der neue KIA cee´d GT

Jetzt kommt der neue KIA cee`d GT auf den Markt und der Hersteller spricht voller Stolz von einem Alltagssportler. Neben einem angemessen sportlichen Design kann der cee´d mit erschwinglichen Preisen locken. Zibb wollte wissen, was der neue KIA sonst noch bringt.