Service - Cannabis auf Rezept

Schwerkranke Patienten können aufatmen: Noch im März wird das Gesetz zur medizinischen Anwendung von Cannabis in Kraft treten. Bisher war das nur mit Sondergenehmigung möglich. Ab April können Patienten Cannabis auf Rezept bekommen, die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Lange Zeit galt Cannabis als gefährliche Einstiegsdroge. Nun erleichtert ein neues Gesetz schwerkranken Patienten den Zugang zu Cannabis als Medizin.

In der Medizin, aber auch als Nutz- und Rauschpflanze, ist Cannabis dem Menschen bereits seit Jahrtausenden bekannt. Bereits im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. wurde in China Hanf angebaut und gelangte vermutlich von dort über Indien in den Mittleren und Nahen Osten sowie nach Europa.

Cannabis als anerkannte Medizin
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der in Kalkutta stationierte irische Arzt William Brooke O‘Shaughnessy auf den indischen Hanf aufmerksam und beobachtete, wie das Kraut bei Krankheiten wie Rheuma, Cholera und Tetanus wirkte. Bis in die 1940er Jahre hinein führten verschiedene westliche Arzneibücher Cannabis als anerkannten medizinischen Wirkstoff, Cannabispräparate wie das Schlafmittel Bromidia wurden regelmäßig für verschiedene Krankheitsbilder eingesetzt.

Einsatzgebiete für Cannabis
Tetrahydrocannabinol (THC) oder Dronabinol, wie der Hauptwirkstoff der Cannabispflanze auch genannt wird, kann bei Menschen mit multipler Sklerose krampflösend wirken. Schwer krebs- und aidskranke Menschen können von seiner schmerzstillenden, appetitanregenden und Übelkeit dämpfenden Wirkung profitieren. Bei Glaukomen (Grüner Star) kann eine Behandlung mit Cannabis den Augeninnendruck vermindern, zudem gibt es Hinweise auf eine antiepileptische Wirkung bei Epilepsie.

Medizinische Anwendung
Mit welcher Dosierung und in welcher Form das Cannabis eingenommen werden soll - als Kapsel, Tee oder Inhalation - entscheidet der Arzt. Wer es raucht, spürt die Cannabiswirkung meist schon eine Viertelstunde später, als Keks gegessen oder als Tee getrunken ist es schwieriger vorherzusagen, wann und wie intensiv der Stoff im Körper wirkt. Patienten bekommen die Blüten in der Apotheke vorportioniert als gemahlenes Pulver. Das können sie auf einen elektrischen Verdampfer geben und inhalieren oder einen Tee daraus kochen.

Cannabis ist kein Wundermittel
Fest steht, dass Cannabis selbst keine Krankheit heilen, sondern ausschließlich ihre Symptome lindern kann. Manche Patienten vertragen es gut, andere klagen über Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel und Müdigkeit.


Beitrag von Alena Hecker