Service -
Hüftoperationen gehören zu den häufigsten Eingriffen: etwa 200 000 Patienten lassen sich jedes Jahr künstliche Hüftgelenke einsetzen. Damit gehört Deutschland europaweit zu den Spitzenreitern, ebenso bei den Knie-OPs, hier sind es rund 160.000. Wem sollen die Patienten beim Für und Wieder einer Operation vertrauen? zibb stellt zwei Patienten vor, die operiert bzw. konservativ behandelt wurden
Zu Gast im Studio ist Prof. Andreas M. Halder, Chefarzt der Klinik für operative Orthopädie der Sana Kliniken Sommerfeld
Deutschland ist Weltspitze, wenn es um die Zahl der Operationen geht. Im Jahr 2011 kamen 15,37 Millionen Patienten unters Messer. 2006 waren es noch ein Viertel weniger. Besonders häufig sind Operationen bei Rückenproblemen, am Knie und an der Hüfte, am Herz und der Gebärmutter. Warum ist das so?
Natürlich werden wir immer älter. Immer mehr Patienten z.B. bekommen im Alter ein künstliches Hüftgelenk. Immer häufiger ist mit den fortgeschrittenen Lebensjahren eine medizinische Versorgung notwendig. Andererseits ist eine Versorgung wie durch unser flächendeckendes Gesundheitssystem nicht in allen Ländern Normalität. Und hinzu kommt, dass es durch die Fortschritte in der Medizin die Möglichkeit gibt, den Patienten immer besser und umfangreicher zu helfen.
Kritiker dieser steigenden OP-Zahlen sehen einen Zusammenhang mit den Fallpauschalen, die die Krankenkassen zahlen. Die festen Beträge sind für eine Operation meist deutlich höher als für andere Behandlungsmethoden. Und deshalb für die Krankenhäuser lukrativer.
Richtige und vertrauensvolle Beratung
Patienten sollten sich nicht durch Schlagzeilen von unnötigen und voreiligen Operationen verunsichern lassen. Wichtig ist es, Vertrauen bei den Ärzten zu gewinnen. Wenn der Arzt das Für und Wieder einer Operation verständlich machen kann, wenn er den Patienten nicht voreilig zur Operation drängt, wenn er sich Zeit für ihn nimmt und ihm Zeit gibt für eine eigene Entscheidung, sind das gute Zeichen.
Jeder hat das Recht, eine unabhängige Zweitmeinung einzuholen. Schließlich ist der Patient medizinischer Laie und glaubt einem Befund eher, wenn er von einem zweiten Fachmann bestätigt wird. Immer mehr Krankenkassen helfen bei der Vermittlung von Experten. Vorsicht jedoch vor Internetportalen, in denen Ärzte per Mouse-Klick und gegen stattlichen Honorar eine Zweitmeinung anbieten!
Operation als letzte Möglichkeit
Eine Operation sollte erst in Frage kommen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Das sind Physiotherapie, das sind Medikamente, das sind auch Dinge wie Akupunktur oder Osteopathie. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um zum Beispiel Gelenkbeschwerden zu behandeln. Viele Krankenhäuser, wie beispielsweise die Sana Kliniken Sommerfeld, bieten diese in ihrer Klinik für Manuelle Therapie an.











