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Bekommt man von Schokolade und Senf wirklich Pickel? Und werden Haare umso fettiger, je häufiger man sie wäscht? Im Studio klärt Hautärtzin Dr. Yael Adler über echte und vermeintliche Schönheitstipps auf.
Mythen rund um die Schönheitspflege
"Von Senf bekommt man Pickel, kaltes Wasser macht die Haare glänzend, je gründlicher die Hautpflege desto besser". Je mehr Weisheiten es rund um die Schönheitspflege gibt, desto mehr so genannte Beauty-Lügen schmuggeln sich unter die unzähligen Ratschläge. Manchmal mit Absicht gestreut - vielleicht von der Kosmetikindustrie. Wir gehen im Service einigen Ratschläge zu Haut, Augen und Haaren auf die Spur und wollen zusammen mit unserer Experrin herausbekommen, was stimmt und was Mythos ist.
Mythen rund um die Kopfhaare
Es gibt unzählige Kuren, um schlappe Haare und Spliss zu bekämpfen. Allerdings - dass sich Haare reparieren ließen, ist schlicht eine falsche Hoffnung. Kuren bringen nichts. Die Kopfhaut ist verantwortlich und hält die Hornfäden geschmeidig. Darum darf die Haut nicht trocken werden und muss mit genügend Fett versorgt werden. Waschen also nur mit sanften Mitteln.
Auch regelmäßiges Schneiden führt nicht zu schnellerem Wachstum oder zu vollerer Haarpracht. Eine Schere kann aber den Spliss entfernen. Der kann übrigens auch durch Glätteisen oder zuviel heiße Luft entstehen, die nicht sehr gut für Haare sind.
Tipp: eine Kur aus Bier und Honig ist ein bewährtes hausmittel für die Haare. Apfelessig einmassieren bringt Glanz zurück.
Mythen rund um das Haarwachstum und das Rasieren
Auch der Mythos, Rasieren fördere das Haarwachstum, hält sich lange und behaarlich. Doch er stimmt nicht. Wie Haare wachsen, wird alleine über Hormone reguliert. Die Haarwurzel ist dabei entscheidend.
Wer haarfrei schön sein will, muss mit Enthaarungscremes aufpassen. Sie sind mitunter schwefelhaltig und können zu Allergien und Entzündung hervorrufen.
Beim Brasilian Waxing wird heißer Wachs auf der Haut verteilt und mit einem Ruck alles ausgerissen - außer der Haarwurzel. Das Haar wächst also nach.
Tipp: Besser ist die permanente Enthaarung durch Laser oder Pulslicht. Nur dann gibt es eine Garantie, dass Haare nicht mehr nach sprießen. Bleibt die Frage, ob ein haarloser Körper wirklich schöner ist. In jedem Fall ein Mythos, der in der Menschheitsgeschichte immer wieder auftauchte.
Mythen rund um die Cellulitis
Nur Frauen haben Cellulitis, denn ihr Bindegewebe ist so strukturiert, dass sich Fettzellen zwischen den Fasern ausbreiten können. Die meisten Frauen wollen etwas dagegen tun. Darum ist die Gefahr groß, auf "Beaty-Lügen" hereinzufallen.
Es gibt die verschiedensten Cremes bis zu 100,00 Euro - und sie haben eines gemein: sie bringen alle nichts. Auch die üblichen Empfehlungen - drei bis viermal Fitness machen, gesund und fettarm essen - greifen nicht. Das Training fördert zwar die Durchblutung und baut Muskeln auf - doch die Dellen in der Haut bleiben.
Ein anderes nutzloses Angebot ist die elektrische Rollenmassage. Die Haut wird durch ein Vakuum angesaugt. Die Gefäße werden auf diese Weise stimuliert, der Lymphfluß und die Durchblutung tieferer Schichten angeregt, doch die Symptomatik verschwindet nicht darüber.
Das andere Hightechverfahren ist der Vacustyler. Hierbei wird Blut in die Beingefäße gepumpt und wieder abgesaugt - mit Hilfe von Druck und Unterdruck. So sollen mit viel Geld Fettzellen abgebaut werden - das wäre wirklich schön.
Tipp: Viele Empfehlungen sind hilfreich, um fit und gesund zu bleiben. An die Ursache der Cellulitis gehen sie nicht. Das kann nur eine aufwendige Behandlung, durch die die Struktur des Bindegewebes "umgestrickt" wird, so dass die Fettzellen anders gehalten werden.
Mythen rund um die Hautpflege
Es ist ein Mythos, dass Sauberkeit die Haut vor Pickeln schützt, denn zuviel Reinigung und Pflege trocknet die Haut aus und die Poren reagieren mit vermehrter Talgproduktion - die Entstehung von Pickeln wird darüber gefördert. Auch das viel beschworene Olivenöl hat eher Haut austrocknende Wirkung und sollte gar nicht zur Pflege verwendet werden - insbesondere nicht bei Babys. Gut ist ein Peeling angerührt aus Salz und Honig - das macht die Haut weich.
Tipp: Wenig pflegen, aber richtig sorgt für reine Haut! Bei fettiger Haut ist ein Waschgel angesagt, bei trockener Haut ein Syndet mit rückfettenden Lipiden. Die Haut braucht nämlich ihr natürliches Hautfett als Schutz. Viel, viel trinken. Mindestens 1,5 bis 2 Liter. Am besten Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees. Vitamin A ist für Aufbau und Funktion der Haut zuständig, darum gerne Obast und Gemüse als Nährstoff.
Beitrag von Eva Wagner
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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