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Mindestens jedes fünfte Kind braucht eine Brille. Doch merken das die Eltern meist viel zu spät. Dabei können Augenärzte schon bei ganz kleinen Kindern die Sehstärke messen: Ab etwa sechs Monaten können sie mit bestimmten Geräten sowie viel Erfahrung vorsichtig und schmerzfrei die Augen der Babys ausmessen.
Es ist wichtig, dass Kinder so früh wie möglich scharf sehen - wenn es sein muss, eben mit Brille. Nur wenn auf der Netzhaut beider Augen auch ein scharfes Bild entsteht, kann sich das beidäugige Sehen voll und richtig entwickeln. Der Zeitraum für dieses Lernen ist begrenzt - es geht nur bis etwa zum Alter von sieben Jahren.
Deshalb ist eine frühe Korrektur nötig und wichtig - und erhöht ja auch die Lebensqualität des Kindes, auch wenn es dafür eine Brille tragen muss.
Generell empfehlen Augenärzte und Optiker, jedes Kind mit etwa zwei bis drei Jahren vom Augenarzt auf Sehfehler und -schwächen untersuchen zu lassen - vor allem wenn die Eltern eine Brille tragen. Folgende Symptome können außerdem auf eine Sehschwäche hinweisen:
- häufige Kopfschmerzen
- Augenbrennen
- Kopf schief halten
- Schielen
Die regelmäßigen "U"-Untersuchungen beim Kinderarzt enthalten keine genaue Augenuntersuchung. Am besten lassen Sie Ihr Kind in einer Sehschule oder bei einem auf Kinder spezialisierten Augenarzt untersuchen.
Wenn Ihr Kind dann eine Brille braucht, gehen Sie am besten mit ihm gemeinsam zu einem auf Kinderbrillen spezialisierten Optiker, der sich feinfühlig und in angenehmer Atmosphäre mit genügend Zeit um Ihr Kind kümmert, eine ausreichend große Auswahl an Kinderbrillen anbietet und sich mit den speziellen Anforderungen auskennt.
Am besten sucht das Kind die Brille mit aus - hier können Eltern auch mal die Augen zudrücken, wenn es um "kindertypische" Marken geht: Denn wenn das Kind die Brille mit Janosch, Star Wars, Glitzersternchen oder Hello Kitty mag und schick findet, wird es sie auch gern tragen.
Das wiederum ist wichtig, damit die Augen richtig sehen lernen. Gerade bei sehr unterschiedlichen Sehstärken auf beiden Augen übernimmt sonst immer das bessere Auge das Sehen. So aber kann das Kind nicht beidäugig und räumlich sehen.
Daher müssen manche Kinder auch eine Zeit lang Augenpflaster auf dem besseren Auge tragen: So aktiviert es das schlechtere Auge, auf Dauer sieht es dann mit beiden Augen und kann auch dreidimensional gucken. Auch diese Augenpflaster gibt es heute übrigens mit bunten, kindgerechten Motiven, und das Kind muss sie oft nur wenige Stunden am Tag tragen.
Für Babys gibt es spezielle, weiche Brillen aus Hartgummi, die sich flexibel dem Gesicht anpassen. Bei Brillen für kleine Kinder sind drei Punkte wichtig:
* Sie sollten einen weichen Nasensteg, ggf. aus Silikon, haben, denn oft haben kleine Kinder noch einen flachen, wenig ausgeprägten Nasenrücken.
* Vor allem Metallbrillen brauchen möglichst flexible Federbügel
* Ohrumschließende Bügel, oft auch Sportbügel genannt, passen sich dem Ohr gut an, so entstehen keine Druckstellen.
Wichtig bei einer Kinderbrille ist natürlich, dass der Optiker sie perfekt anpasst: Der optische Mittelpunkt der Gläser muss genau vor der Augenlinse sitzen. Auch deshalb ist wichtig, dass die Brille gut sitzt und nicht verrutscht.
Für Kinder sind leichte Brillen mit kleinen Gläsern sinnvoll. Eine gute Kinderbrille kostet ab etwa 200 Euro aufwärts. Jüngere Kinder brauchen fast jedes Jahr eine neue Brille, weil sie wachsen und ihre Proportionen sich verändern - etwa Augenabstand und Breite des Gesichts.
Helfen Sie ihrem Kind, indem Sie seine Brille auch selbst akzeptieren. Und selbst wenn sich Sehschwächen bei Kindern häufig verändern: Sagen Sie ihrem Kind nie, dass es die Brille vielleicht nur vorübergehend braucht. Es wird dann nur ständig nachfragen und die Brille nur als Störfaktor zwischendurch wahrnehmen.










