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Die Deutschen sind wahre Fleisch-Fans - fast 90 Kilo verzehren sie im Durchschnitt pro Jahr. Doch nach Gammelfleisch-Skandalen und Berichten über die grausamen Bedingungen in Mastbetrieben entscheiden sich auch immer mehr Menschen bewusst gegen Fleisch. Und das offenbar zurecht. Neue Studien zeigen: Vegetarier leben länger und gesünder.
"Kein Mensch braucht tierisches Eiweiß, das haben Studien erwiesen", sagt Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus Berlin. Besser sei es, pflanzliches Eiweiß etwa in Form von Tofu oder Hülsenfrüchten wie Linsen zu sich zu nehmen. Die seit längerem populäre Low-Carb-Ernährung, also wenig Kohlenhydrate und viel Eiweiß und Fette, sei hingegen doch nicht so gesund.
Studien haben gezeigt, dass Vegetarier weniger gesättigte Fette und Cholesterin zu sich nehmen, dafür aber mehr gesunde Ballaststoffe und Antioxidantien. Das wirke sich positiv auf die Blutfettwerte und den Blutzuckerspiegel aus. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder an Diabetes zu erkranken, nehme deshalb ab. Und sogar das Krebsrisiko könne so verringert werden.
Das Fazit der Forscher: Vegetarier leben länger und gesünder. Gestützt wird diese Annahme durch eine amerikanische Studie mit 96.000 Teilnehmern. Die männlichen Vegetarier werden demnach durchschnittlich 83,3 Jahre alt, weibliche 85,7 Jahre – das sind 9,5
bzw. 6,1 Jahre länger als die Vergleichsgruppe.
Forscher haben allerdings auch untersucht, inwiefern eine vegetarische Ernährung therapeutisch wirken kann. Demnach verringert eine Diät ohne rotes Fleisch, mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Nüssen die Beschwerden Herz-Kreislauf-Erkrankter. Außerdem soll sich mancher Bluthochdruck zum Teil sogar besser behandeln lassen als mit Medikamenten. Profitieren können auch Patienten mit Demenz, Osteoporose und rheumatoider Arthritis.
Beitrag von Christine Schaller











