Service - Volksdroge Alkohol

Umgerechnet eine ganze Badewanne voll mit reinem Alkohol trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Doch wer regelmäßig trinkt, lebt gefährlich. Wo beginnt Alkoholsucht? Und was kann man dagegen tun? Antworten im zibb-Service.

Etwa 8,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken täglich Alkohol in riskanten Mengen. Als unbedenklich gelten für Frauen 12 Gramm Reinalkohol pro Tag, für Männer 24 Gramm. Zum Vergleich: Eine 0,3-Liter-Flasche Bier enthält rund 13 Gramm reinen Alkohol, ein Glas Wein (0,2 Liter) 16 Gramm. Wer also über einen längeren Zeitraum mehr als ein bzw. zwei Bier pro Tag trinkt, sollte wachsam sein. Denn der Übergang zur Alkoholsucht beginnt schleichend.

Alkohol setzt doppelt so viel Dopamin frei wie Sex. An den Kick gewöhnt sich das Gehirn allerdings relativ schnell, der Betroffene braucht immer mehr Alkohol. Wer bereits abhängig ist, sollte sich schnellstens Hilfe suchen. Nur etwa ein Fünftel der Betroffenen schafft es ohne Therapie trocken zu bleiben. Der Weg zur Abstinenz verläuft in der Regel in drei Schritten:

1. Entgiftung: Zunächst muss der Körper frei von Alkohol sein. In den ersten Tagen des Entzugs empfinden die meisten Patienten mehr oder weniger starke Entzugserscheinungen, z.B. Zittern, Unruhe, Schwitzen. Die Entgiftung kann auch ambulant durchgeführt werden, z.B. in der Charité Berlin.

2. Therapie: Im zweiten Schritt geht es an die Verhaltenstherapie. Alkoholiker müssen lernen, Situationen anders anzugehen, z.B. beim Betriebsfest oder auf Kneipentour mit Freunden eben nicht zum Alkohol zu greifen.

3. Selbsthilfe: Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Wer trocken bleiben will, muss konsequent und sein ganzes Leben lang verzichten. Langfristig begleiten können nur die Selbsthilfegruppen. Betroffene können z.B. jemanden aus der Gruppe anrufen, wenn’s wieder brenzlig wird.

Beitrag von Christine Schaller