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Make-up, Puder, Cremes, Sonnenschutz, wie soll das bloß alles mit? Ganz einfach: Die Frau von heute setzt auf eine Creme, die alles auf einmal kann. Das versprechen so genannte BB-Cremes oder Blemish Balms. Diese sollen gleichzeitig pflegen, glätten, abdecken usw.
Solche multifunktionalen Cremes sind zur Zeit der Trend. Doch je breiter die Wirkung, desto mehr Inhaltsstoffe sind nötig. Viele davon hält Öko-Test für bedenklich. Für die aktuelle Ausgabe haben die Tester 20 Cremes genau unter die Lupe genommen.
Was wurde getestet?
20 Produkte, die sich Blemish Balm, Beauty Balm oder BB-Creme nennen. Darunter waren teure Parfümeriemarken, aber auch günstige Drogerieeigenmarken, sowie Produkte aus der Apotheke und Naturkosmetik. Die Preisspanne reichte von 3 EUR bis 37,50 EUR.
Es wurden nur die Inhaltsstoffe untersucht, nicht aber, ob die Cremes tatsächlich gut Unebenheiten abdecken, Falten mildern oder einen Sonnenschutz bieten. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Konservierungs- und Duftstoffen und auch auf hohen Lichtschutzfaktoren. Diese können bedenkliche synthetische UV-Filter enthalten.
Weitere bedenkliche Stoffe: PEG/PEG-Derivate, Parabene, künstliche Stoffe wie Paraffine, Silikonverbindungen und Erdölprodukte.
Testergebnisse
Fast zwei Drittel der Cremes kann Öko-Test nicht empfehlen: Sie enthalten zu viele problematische Stoffe. Nur sechs Cremes konnten die Tester überzeugen und bekamen die Note "sehr gut" darunter drei Naturkosmetikprodukte. Die günstigste Creme ist die „Alterra 6 in 1“ von Rossmann zu 3,75 EUR pro 50 ml. Die teuerste ist die von Melvita zu 37,37 EUR pro 50 ml. Die Cremes waren weitestgehend frei von bedenklichen Inhaltsstoffen. Allerdings enthielten die meisten von ihnen Duftstoffe wie Citronell, die Allergien auslösen können.
Außerdem gibt es noch eine Creme mit der Bewertung "gut" von Body Shop, die allerdings bedenkliche Parabene enthält. Sieben Cremes erhielten die Note "ungenügend" - sie fielen aufgrund ihrer bedenklichen Inhaltsstoffe bei den Testern durch. Darunter sind auch sehr teure Produkte wie das von Lancome für 37,50 EUR. Alle Cremes enthielten PEG/PEG Derivate, die zur Verbindung von Wasser und Fett benutzt werden. Sie können die Haut durchlässig für Fremdstoffe machen. Ebenfalls in allen Produkten: künstliche Stoffe wie Paraffine, Silikonverbindungen und Erdölprodukte.
UV-Schutz in Blemish Balms
Der Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktoren zwischen 10 und 30 wird oft mit problematischen UV-Filtern erreicht, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken. Dieser hohe Schutz sollte von daher nicht unbedingt in einer Tagescreme stecken.
Und: Mittlerweile halten wohl viele Experten einen moderaten Lichtschutz etwa von 6-8 in einer Tagescreme für sinnvoll, da die UV-Strahlen für Hautkrebs und Hautalterungen verantwortlich sind und die Cremes damit einen gewissen Schutz im Alltag bieten. Aber die Sonnenstrahlen haben auch positive Aspekte, die nicht unterschätzt werden dürfen. Sie sorgen dafür, dass das wichtige Vitamin D gebildet wird. Deshalb ist es nicht notwendig, einen Lichtschutz aufzubringen, wenn er gar nicht benötigt wird, etwa bei schlechtem Wetter oder wenn man fast nur im Büro arbeitet. Geht man sonnenbaden, sollte man eine richtige Sonnencreme verwenden.
Tipps der Öko-Tester
Für die Pflege der Haut reicht eine normale Feuchtigkeitscreme ohne UV-Schutz aus, die auch preiswerter zu haben ist. Die guten und sehr guten BB-Cremes haben keinen oder nur maßvollen Lichtschutzfaktor und sind eine gute Wahl für Frauen, die getönte und abdeckende Cremes bevorzugen. Besser gezielt eine Sonnencreme verwenden, sobald man sich länger in der Sonne aufhält.
Quelle: Öko-Test 9/2013
Beitrag von Susanne Stein













