Service -
Arschgeweih, Totenkopf oder Engelsflügel - Tattoos sind nach wie vor beliebt. Etwa jeder vierte 16- bis 29-jährige Deutsche ist tätowiert. Doch bergen Tatoos auch gesundheitliche Risiken?
In Berlin fand jetzt die erste „Internationale Tagung zu gesundheitlichen Risiken durch Tattoos“ statt. Organisiert wurde sie vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Hintergrund ist, dass es immer mehr, vor allem junge Tätowierte gibt und dass in diesem Bereich nach Ansicht des BfR ein großer Regulierungsbedarf besteht. Denn es kommen immer neue Farben auf den Markt, deren Langzeit-Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit niemand kennt.
In heutigen Tätowierfarben können allerhand problematische Stoffe vorkommen, etwa Nickel, Schwermetalle, Rußpartikel, Autolackpigmente. Zwar gibt es seit November 2008 in Deutschland eine Tätowiermittel-Verordnung, die erstmalig in Europa die Verwendung von Farbstoffen regelt. Durch diese Verordnung dürfen Farbstoffe, die gesundheitlich zweifelhaft sind, nicht verwendet werden. Das betrifft zum Beispiel so genannte Azofarbstoffe, die durch Sonnenlicht oder Laserbehandlung in krebserregende aromatische Amine zerfallen können. Doch die Verordnung geht dem BfR nicht weit genug. Denn nach wie vor brauchen neue Inhaltsstoffe keine Zulassung. Das bedeutet, es können Farbpigmente in den Tattoo-Farben landen, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist.
Hinzu kommt: Die Herstellerangaben auf den Tätowierfarben sind oft dürftig und so mancher Tätowierer kann selbst beim besten Willen nicht feststellen, was genau er da eigentlich in die Haut sticht.
Bunte Lymphknoten?
Was viele nicht wissen: Die Farbpigmente werden vom Körper abgebaut und verteilen sich im ganzen Körper, zum Beispiel in den Lymphknoten. Was sie dort anrichten, weiß niemand so genau. „Im Grunde ähnelt die Situation einem riesigen Feldversuch, bei dem wir erst in Jahrzehnten die Folgen erkennen werden“, sagt Prof. Andreas Luch vom BfR.
Systematische Studien zu den Langzeitauswirkungen von Tattoos gibt es bislang nicht. Allergien, Hautgeschwüre und Entzündungen sind bekannte Folgen. Im Internet berichten Betroffene außerdem von Schwindel und ständigen Kopfschmerzen. „Es gibt aber auch drastische Fälle, bei denen Menschen ein Unterschenkel nach einer Tätowierung abgenommen werden musste, nachdem es zu einer heftigen Infektion gekommen war“, erzählt Andreas Luch. Diese Fälle sind sicher selten, aber es gibt sie. Unter den Stoffen, die sich in manchen Tätowierfarben finden, gibt es auch welche, die im Tierversuch als Einzelsubstanz Tumore ausgelöst haben. Ob diese Ergebnisse allerdings auf den Menschen übertragbar sind, ist nicht sicher.
Wer sich tätowieren lassen möchte, sollte sich ein Studio suchen, in dem auf Hygiene geachtet wird. Hände und Nadel müssen desinfiziert sein, sonst drohen Infektionen wie Hepatitis und HIV.
Wie wird man es wieder los?
Heute muss niemand mehr mit dem Namen des verflossenen Liebhabers auf dem Oberarm oder einem Motiv, das nach Jahren einfach nicht mehr gefällt, herumlaufen. Mit moderner Lasertechnik können Tattoos entfernt werden, allerdings ist dies aufwendig und kostenintensiv. Je nach Größe und Farbintensität des Tattoos dauert es bis zu zwölf Behandlungen, bis eine Tätowierung verblasst ist. Und nicht in jedem Fall verschwindet die Tätowierung spurlos. Kosten: Rund 1200- 1500 Euro.
Beitrag von Sina Krambeck
In heutigen Tätowierfarben können allerhand problematische Stoffe vorkommen, etwa Nickel, Schwermetalle, Rußpartikel, Autolackpigmente. Zwar gibt es seit November 2008 in Deutschland eine Tätowiermittel-Verordnung, die erstmalig in Europa die Verwendung von Farbstoffen regelt. Durch diese Verordnung dürfen Farbstoffe, die gesundheitlich zweifelhaft sind, nicht verwendet werden. Das betrifft zum Beispiel so genannte Azofarbstoffe, die durch Sonnenlicht oder Laserbehandlung in krebserregende aromatische Amine zerfallen können. Doch die Verordnung geht dem BfR nicht weit genug. Denn nach wie vor brauchen neue Inhaltsstoffe keine Zulassung. Das bedeutet, es können Farbpigmente in den Tattoo-Farben landen, deren gesundheitliche Unbedenklichkeit nicht erwiesen ist.
Hinzu kommt: Die Herstellerangaben auf den Tätowierfarben sind oft dürftig und so mancher Tätowierer kann selbst beim besten Willen nicht feststellen, was genau er da eigentlich in die Haut sticht.
Bunte Lymphknoten?
Was viele nicht wissen: Die Farbpigmente werden vom Körper abgebaut und verteilen sich im ganzen Körper, zum Beispiel in den Lymphknoten. Was sie dort anrichten, weiß niemand so genau. „Im Grunde ähnelt die Situation einem riesigen Feldversuch, bei dem wir erst in Jahrzehnten die Folgen erkennen werden“, sagt Prof. Andreas Luch vom BfR.
Systematische Studien zu den Langzeitauswirkungen von Tattoos gibt es bislang nicht. Allergien, Hautgeschwüre und Entzündungen sind bekannte Folgen. Im Internet berichten Betroffene außerdem von Schwindel und ständigen Kopfschmerzen. „Es gibt aber auch drastische Fälle, bei denen Menschen ein Unterschenkel nach einer Tätowierung abgenommen werden musste, nachdem es zu einer heftigen Infektion gekommen war“, erzählt Andreas Luch. Diese Fälle sind sicher selten, aber es gibt sie. Unter den Stoffen, die sich in manchen Tätowierfarben finden, gibt es auch welche, die im Tierversuch als Einzelsubstanz Tumore ausgelöst haben. Ob diese Ergebnisse allerdings auf den Menschen übertragbar sind, ist nicht sicher.
Wer sich tätowieren lassen möchte, sollte sich ein Studio suchen, in dem auf Hygiene geachtet wird. Hände und Nadel müssen desinfiziert sein, sonst drohen Infektionen wie Hepatitis und HIV.
Wie wird man es wieder los?
Heute muss niemand mehr mit dem Namen des verflossenen Liebhabers auf dem Oberarm oder einem Motiv, das nach Jahren einfach nicht mehr gefällt, herumlaufen. Mit moderner Lasertechnik können Tattoos entfernt werden, allerdings ist dies aufwendig und kostenintensiv. Je nach Größe und Farbintensität des Tattoos dauert es bis zu zwölf Behandlungen, bis eine Tätowierung verblasst ist. Und nicht in jedem Fall verschwindet die Tätowierung spurlos. Kosten: Rund 1200- 1500 Euro.
Beitrag von Sina Krambeck



