Eine Rose spiegelt sich in einem Fenster - Foto: rbb Inforadio

Service - Rosen als Heilpflanzen

Die "Königin der Blumen" kann viel mehr, als wunderschön aussehen und angenehm duften: die Rose. Inzwischen hat sie auch ihren Platz in Küche und Kosmetik gefunden. Kaum bekannt dagegen ist ihre heilende und lindernde Wirkung.

Aspirin, Diana Princess of Wales, Oh Wow - bei über 2.000 Rosenarten ist mitunter die Kreativität der Züchter gefragt. Hingegen schon seit der Antike bekannt ist die Damaszener Rose. Jetzt wurde sie zur Heilpflanze des Jahres gewählt. Die zibb-Kräuterexpertin erklärt, warum.

Im Mittelalter nannte man die Rose auch Apothekerrose, sie war also schon damals eine geschätzte Heilpflanze und wurde häufig von Apothekern und in Klöstern angebaut. Ihre heilenden Wirkstoffe finden sich in den Laub- und Blütenblättern, in den Früchten und Samen. Sie alle enthalten ätherische Öle, die Vitamine C, B, E, K, Gerbstoffe, Pektine, Fruchtsäuren, Carotinoide, Zucker sowie Phenylethylalkohol.

Die Rose in der Medizin
Die Rose gilt in der Pflanzenheilkunde als Universalmittel und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Sie entspannt bei Unruhe und Nervosität, sie stärkt das Herz, besonders in der Kombination von Rose und Lavendel, reguliert die Verdauung und hilft bei Magenkrämpfen. Zudem ist die Rose eine Frauenheilpflanze. Pflanzenheilkundler empfehlen sie häufig Schwangeren. So kann Rosenduft die Geburt erleichtern. Und auch bei Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden kann die Rose helfen. Da sie zudem antiseptisch wirkt, können Patienten bei Entzündungen im Mund und Halsschmerzen mit Rosenblütentinktur gurgeln.

Tipp: Auch die Hagebutte gehört zur Familie der Rosen. Sie enthält viel Vitamin C und stärkt das Immunsystem.

Die Rose in der Kosmetik
Da die Rose antibakteriell, pilzfeindlich, entzündungshemmend und antiallergisch wirkt, ist sie besonders in der Kosmetik beliebt. Der Vorteil: Die Rose harmonisiert alle Hauttypen. Doch gerade gereizte und trockene Haut kann von ihren Wirkstoffen profitieren. Außerdem ist sie glättend und antioxidativ, beugt also der Hautalterung und Faltenbildung vor. Angenehm bei gereizten, müden Augen: Wattepads mit Rosenwasser tränken und auf die Augen legen.

Tipp: Auch bei Mückenstichen oder Allergien kann die Rose helfen.

Die Rose in der Küche
Was viele nicht wissen: Alle Rosen sind essbar. Sie eignen sich daher besonders als schmackhafte Deko für Süßspeisen, Dessert, Cocktails und Drinks, aber auch in Salaten und auf belegten Broten. Getrocknete Rosenblüten kann man zum Beispiel mit Salz, Zucker oder Pfeffer mischen. Denn: Die Rose ist eine Harmonisiererin. Sie rundet fast jedes Essen ab.

Tipp: Frische Rosenblütenblätter schmecken auch als Tee: Dazu Zucker, Wasser, Rosenblüten und Zitronensaft zum Kochen bringen und solange umrühren bis die Rosenblätter sich aufgelöst haben, heiß oder kalt trinken.

Rezeptideen mit Rosenblüten
Rosenblütensirup:
Mit Rosenblütensirup kann man zum Beispiel Erdbeeren marinieren oder einen sommerlichen Aperitif aus Sekt und Sirup mixen.

Und so wird er gemacht: Wasser und Zucker aufkochen bis der Zucker sich aufgelöst hat, erkalten lassen, Rosenblütenblätter in ein großes Glas füllen, Zitronenscheiben und die Zuckerlösung dazugeben, Mischung abdecken und ca. 6-7 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen, danach abseihen und in sterile Flaschen füllen.

Rosenblütenlikör:
Rosenblütenblätter, Zucker (z.B. Kandis), eine Vanilleschote und Rum mischen und drei Wochen ziehen lassen.

Rosenblütenessig:
Dazu zwei bis drei Dolden Holunderblüten und einige Rosenblütenblätter mit einem halben Liter Apfel- oder Weißweinessig aufgießen und mindestens zwei Wochen ziehen lassen.

Beitrag von Christine Schaller