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Es ist nie zu spät, um mit Yoga zu beginnen. Bei Senioren wird es immer beliebter. Warum kann Yoga bei bestimmten Altersbeschwerden helfen?
Krankheiten im Alter
Im Alter sind die Menschen häufig von Gelenk-, Bandscheiben-, Knochen- und Rückenleiden geplagt. Rückenschmerz steht dabei an erster Stelle. Eine Ursache liegt vor allem im Bewegungsmangel, der die Muskulatur schwächt und in eine Dysbalance bringt. Ein Teufelskreislauf: Alte Menschen bewegen sich häufig zu wenig, weil sie Schmerzen haben. Doch die Schmerzen in den Gelenken werden durch Bewegungsmangel noch gefördert, denn Gelenke sind dann weniger ernährt und versteifen - zum Beispiel auch bei Kniegelenken. Dabei bilden sich die Muskeln zurück, die Bänder werden brüchiger, die Gelenkschleimhäute bleiben unterversorgt und Fehlbelastungen nehmen zu.
Yoga ist eine Methode, die zu mehr Beweglichkeit führt. Sie wird an der Charité an älteren Menschen unter der Fragestellung untersucht, ob sie Linderung bei chronischen Schmerzen verschafft.
Hintergrund des Yoga
Yoga besteht aus besonderen Körper-, Atem-, Konzentrations- und Meditationstechniken. Geübt wird Yoga im Sitzen, im Stehen und im Liegen. Viele der Körperübungen werden als langsame, mit dem Atem verbundene Bewegungen durchgeführt. Dies intensiviert ihre Wirkung und hilft Bewegungsarmut auszugleichen, die heute den Alltag vieler Menschen bestimmt. Dem bewusst geführten Atem wird eine große Bedeutung gegeben. Ein wesentlicher Teil jeder Übung liegt in der Kombination von Körper-, Atembewegung und Achtsamkeit.
Bewegung hilft bei Rückenschmerzen
In seriösen Studien wurde bisher für Menschen im mittleren Alter nachgewiesen, dass Yoga ein wirksames Mittel gegen Rückenschmerzen ist. Bei der journalistischen Recherche zeigt sich, dass die langsam und vorsichtig ausgeführten Bewegungen des Viniyoga Wirkung zeigen. Dabei werden die Bewegungsübungen ganz auf die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst.
Die älteren Frauen von 65 bis über 80 Jahren, die diese Form des Yogas praktizieren, leiden unter Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich, im Rücken und an den Knien. Sie berichten von maßgeblichen Verbesserungen durch das regelmäßige Yoga.
Bei dieser Form des Yoga wird der Atem "in den Schmerz" geschickt. Die Bewegung selbst darf nur bis zum Schmerzpunkt ausgeführt werden und geht nicht darüber hinweg. Um diese Grenze nicht zu überschreiten, hilft es, dass jede Bewegung nur sehr langsam abläuft. Auf diese Weise entsteht in einem aufbauenden Prozess mehr Beweglichkeit, die für den Kreislauf, den Blutdruck und für die Versorgung der Gelenke selbst sehr positiv wirkt.
Studie in der Charité
Die Charité wird eine Studie durchführen, bei der es unter anderem um die Wirkungen von Yoga bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule bei älteren Menschen geht. Das wird an 180 Senioren ab 65 Jahren über sechs Monate hinweg untersucht und durch Vergleichgruppen ausgewertet. Die Charité sucht aktuell Menschen, die bereits sind an der Studie teilzunehmen. Der Aufwand ist gering, und die Bewegungstherapien sind nebenwirkungsarm.
Beitrag von Eva Wagner
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/zibb/service/gesundheit/yoga_im_alter.html