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Regionale Apfelsorten werden immer beliebter. Sie heißen "Hasenkopf", "Prinz Albrecht von Preißen" oder "Gubener Warraschke". Worin unterscheiden sie sich von jenen, die man beispielsweise im Supermarkt kaufen kann?
Die alten Apfelsorten
Es sind die frühen Herbstäpfel, die jetzt am Baum hängen. Hunderte von Jahren alt kann so manche alte Apfelsorte sein. Diese alten Fruchtsorten gedeihen in Brandenburg prächtig. Und die Nachfrage nach ihnen wird größer. Denn die alten Sorten bieten eine viel größere Fülle an Geschmacksnuancen. Das weckt bei so manchem Genießer Erinnerungen an die Äpfel aus der Kindheit. Die alten Apfelsorten haben so eindrückliche Namen wie „Erwin Baur“, „Geheimrat Dr. Oldenburg“, „Minister Hammerstein“, „Baumanns Renette“. Nett Namen haben auch der Alzlander Pfannkuchenapfel, der Kaiser Alexander, Grahams Jubiläumsapfel oder der Danziger Kantapfel. Dagegen liegen heute Standardsorten im Supermarkt, die in der Hauptsache zwei Kriterien erfüllen: süß und knackig.
Die Apfelgalerie mit alten Sorten
Die Inhaberin der Schöneberger Apfelgalerie, Caty Schernus, profitiert davon, dass immer mehr Menschen sich für die alten Sorten interessieren. Dabei sind auch Allergiker, die mit den alten Sorten weniger Probleme haben. In der Galerie werden übers Jahr verteilt ca. 200 Sorten Äpfel verkauft – alle in Brandenburg geerntet. Dabei sind vielfältige Varianten alter Apfelsorten, die aus einem Sortengarten in der Region Frankfort Oder von Claudia Schernus und Thomas Bröcker bezogen werden.
Das Apfelbuch Berlin-Brandenburg
Caty Schernus hat nun ein Buch zu den alten Sorten veröffentlicht: „Das Apfelbuch Berlin-Brandenburg Alte Sorten wiederentdeckt“ Sie hat über viele alte Apfelsorten recherchiert, geht den ursprüngen der eindrücklichen Namen nach, ihrem Herkunftsort und den Menschen, die damit zu tun hatten. Sie schreibt über die Gartenäpfel in Brandenburg, über die Fachleute, die sich mit Sorten beschäftigen und gibt Tipps rund ums Backen und Kochen mit Äpfeln – angelehnt an Rezepte von Hendrik Madeja.
Herbsterlebnis Selberpflücken
In Brandenburg gibt es Plantagen, auf denen Selbstpflücker in den nächsten Wochen ihre wahre Freude haben mit Herbstäpfeln wie dem Elstar und dem Gala. Beim Obstbauer Glindecke im Havelland wachsen alte Brandenburger Apfelsorten und auch aromatische Neuzüchtungen wie der Topas oder der Wellant – neben alten Sorten.
In der Uckermark können alte Sorten auf Streuobstwiesen und Alleen geerntet werden. In den letzten Jahren wurden dort 3500 Bäume gepflanzt – alles alte Sorten. Auf diese Weise wollen Landwirte und der Naturpark Uckermärkische Seen diese erhalten.
Richtige Lagerung ist wichtig
Nach der Ernte müssen die Obstbauern ihre Früchte gut lagern – in großen kühlen Räumen, die Luft hat hier einen hohen Stickstoffgehalt, das hält die Früchte frisch. Das sind dann die so genannten Winteräpfel, die bis ins folgende Frühjahr verkauft werden.
Tipp: Wenn Sie Ihre Äpfel im Keller lagern, achten Sie auf gute Durchlüftung. Die Raumtemperatur ist optimal bei 3-6 Grad Celsius. Die Äpfel sollten frei liegen, möglichst in Stapelkisten. Es ist wichtig, angefaulte Äpfel auszusortieren, da das Reifegas Äthylen auch die anderen Früchte in Mitleidenschaft bringen kann.
Beitrag von Eva Wagner











