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Essig ist nicht nur sauer. In Fässern gereift, kann aus Essig eine gesunde und wohlschmeckende Essenz werden. In der Küche ist er unverzichtbar. Zum Beispiel in mariniertem Gemüse, Ketchup, eingelegtem Kürbis - überall ist Essig drin. Zum Konservieren von Lebensmitteln verwendeten ihn schon vor tausenden Jahren Ägypter und Griechen.
Auch Suppen, Soßen, Salate bekommen durch aromatischen Essig eine besondere Note. Sogar als Digestiv kann Essig getrunken werden. Der milde Balsamessig wird beispielsweise auch für Desserts verwendet. Salate und sogar Fleischgerichte bekommen so eine spezielle Würze. Aus Essig lässt sich Überraschendes kreieren: Erdbeeren können mit Apfelessig angesetzt werden. Nach wenigen Tagen entsteht so ein aromatisch würziges Getränk. Dieser Erdbeeressig ist an heißen Tagen, mit Wasser verdünnt, ein köstlicher Durstlöscher.
Essig (lat. Acetum) ist ein sauer schmeckendes Würz- und Konservierungsmittel das durch Fermentation alkoholhaltiger Flüssigkeiten mit Essigsäurebakterien (Essigmutter) hergestellt wird.Die Essigaufbereitung zählt zu den ältesten Lebensmittelherstellungsverfahren der Menschheit. In Deutschland darf Speiseessig nach der Verordnung über den Verkehr mit Essig und Essigessenz von 1972 zwischen 5 und 15,5 % Essigsäure enthalten; Essig aus dem Handel hat meistens eine Essigsäurekonzentration von 5 bis 6 %.
Auch mit Wasser verdünnte Essigsäure oder Essigessenz wird oft als Essig bezeichnet, jedoch darf in Deutschland im Speiseessig keine chemisch hergestellte Essigsäure enthalten sein. Das heißt in Deutschland muss der Speiseessig durch mikrobielle Fermentation gewonnen worden sein. Essig enthält höchstens geringe Mengen an Alkohol, dafür wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralien und Pektin.
Essig in der Küche
Es gibt unzählige Essigsorten, aus Weinen (weis und rot), Früchten (besonders Apfel und Birne), Beeren (vor allem Himbeere und Erdbeere) und parfümierte Essigarten mit Knoblauch. Als besondere Köstlichkeit gibt der italienische Aceto Balsamico durch seinen mild süßlichen Geschmack. Balsamico reift in Fässern und stammt ursprünglich aus der Weinregion um Modena. Es gibt auch hellen Balsamico mit mildem fruchtigen Geschmack. Er eignet sich hervorragend für Salatsoßen, also Vinaigrette und hat gegenüber dem dunklen Aceto Balsamico optische Vorteile.
Guter Essig kann pur in kleinen Mengen getrunken werden, beispielsweise als Aperitif oder Digestif. Essig lässt sich mit Essigmutter, also einer Essigbakterienkultur, selbst herstellen. Ganz einfach ist es, einen individuell aromatisierten Kräuteressig zu bereiten. Als Basis ist Weisweinessig empfehlenswert, hinzu kommen Kräuter je nach Belieben. Estragon, Oregano, aber auch Dill eignen sich besonders gut.
Essigessenz ist in fast allen Fällen ein industriell hergestelltes Produkt, in ihr sind keine wertvollen Inhaltsstoffe mehr enthalten. Zum Kochen und Würzen wird Essigessenz heute nicht mehr empfohlen, denn es gibt Essigsorten, die der Speise nicht nur die gewünschte Würze sondern außerdem gute Inhaltstoffe verleihen.
Essig als Schönheitsmittel
Milde, natürliche Essigsorten wie Apfelessig eignen sich zur Anwendung für Haut und Haare. Als Spülung verleiht verdünntes Essigwasser dem Haar seidigen Glanz. Auch bei Schuppen und Kopfhautirritationen sollen Essigwasseranwendungen Linderung bringen. Auf Grundlage von natürlichem Essig kann auch Gesichtswasser selbst hergestellt werden. Essigtinkturen können bei Pickeln und Akne helfen
Essig als Heilmittel
Essig wirkt desinfizierend, im Mittelalter wurden so Wunden gesäubert und zu Zeiten der Pest hielt man sich ein mit Essig getränktes Tuch vor Mund und Nase, um Ansteckung zu vermeiden. Essigwickel werden auf dem Gebiet der Naturheilkunde vielfältig angewendet, beispielsweise bei Fieber, Atemwegserkrankungen (als großer Wickel um den Brustkorb), Hautproblemen, oder auch muskulären Beschwerden wie Muskelkater. Zudem ist eine Essiglösung wegen der desinfizierenden Wirkung auch zum Inhalieren gut geeignet.
Ein Beitrag von Ute Müller-Slomka










