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In Küche und Naturheilpraxis sind sie gleichermaßen beliebt: Wildkräuter. Doch wer hätte das gedacht? Auch die Tomate ist nicht nur lecker und hübsch anzusehen, sondern auch gesund. Die zibb-Naturheilkundlerin Kristin Peters sagt, warum.
Die Tomate ist ein altes Gemüse: Schon die Azteken haben kleine Kirschtomaten kultiviert. Die Spanier brachten sie im 16. Jahrhundert aus Südamerika nach Europa – und begründeten damit ihren Siegeszug. Heute gibt es mehr als 2.500 Sorten in den verschiedensten Farben und Formen. 22 Kilo Tomaten essen die Deutschen durchschnittlich pro Jahr. Es ist ihr Lieblingsgemüse - und ein gesundes noch dazu.
Die Tomate enthält Kalium, Magnesium, Eisen, Pro-Vitamin A, Vitamin C und E sowie Carotinoide (z.B. Lycopin), wirkt stark antioxidativ und beugt damit Herzinfarkt und Krebs vor. So verringert sich Studien zufolge die Häufigkeit von Blutkrebs, wenn Frauen die Früchte in ausreichendem Maße essen. Dank Tyramin hat die Tomate außerdem eine stimmungsaufhellende Wirkung. Das Tomatenkraut wird vor allem von Homöopathen geschätzt. Sie nutzen es während der Blüte bei Entzündungen der Atemwege, Muskel- und Nervenschmerzen.
Der Tipp der Naturheilkundlerin: Tomatenbad bei Hitzewallungen in den Wechseljahren. Dazu drei Liter Tomatensaft in eine Wanne mit warmem Wasser geben und 15 Minuten darin baden. Anschließend warm abduschen und eine halbstündige Ruhe genießen.
Aber Vorsicht: Die Steroidalkaloide in den grünen Pflanzenteilen können in höheren Dosen zu Vergiftungserscheinungen führen. Menschen mit Fruktose-Intoleranz sollten lieber auf Tomaten verzichten. Denn sie enthalten viel Fruchtzucker, dadurch kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Manche Pollenallergiker sind außerdem auch auf Tomaten allergisch.
Ein Alleskönner unter den Wildkräutern ist die Vogelmiere. Das Tausendsassa-Unkraut, wie die Vogelmiere auch genannt wird, ist in Europa schon seit der Jungsteinzeit bekannt und gilt daher als Archäophyt (Urpflanze). Sie ist besonders robust, wächst schon bei wenigen Grad über Null, gerne am Wegesrand und in Gärten, auch im Schatten. Auf Lateinisch heißt sie Stellaria, also Sternchen. Und genauso sehen ihre Blüten aus.
Die Blätter und Stängel der Vogelmiere enthalten neben den Vitaminen A, B und C auch große Mengen Kalium, Kieselsäure, Saponine und weitere Mineralstoffe und -salze (Kupfer, Magnesium, Phosphor, Zink, Kalzium, Eisen), geringe Mengen Rutin, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Karotin, Cumarine. Saponine steigern die Aufnahme von Nährstoffen, vor allem Mineralstoffen, und wirken gleichzeitig abschwellend und schleimlösend. Bereits 150 g des Krauts decken den Tagesbedarf an Eisen, Kalium und Vitamin C.
Innerlich angewendet, etwa als Tee oder Tinktur, ist die Vogelmiere ein Kraftspender für Knochen, Bänder, Sehnen und hilft bei Rheumaleiden, Darm-, Blasen- und Gebärmutterkatarrh. Außerdem kann sie dem angegriffenen Lungengewebe bei trockenem Husten oder Asthma angenehme Feuchtigkeit spenden. Äußerlich angewendet hat sie eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung. Naturheilkundler setzen sie als Badezusatz oder Salbe zum Beispiel bei hartnäckigen Ausschlägen und Ekzemen, Wundrose, Schweißbläschen, Abszessen und Schnittwunden ein.
Alle Wildkräuter sind besonders aromatisch, sie peppen daher jedes Gericht auf. Der Geschmack der Vogelmiere erinnert an jungen Mais, schmeckt nussig und frisch. Dadurch ist sie vielfältig einsetzbar, etwa im Salat oder mit Tomate und Mozzarella, als Suppe, Fleisch- und Fischwürze, Pesto oder Kräuterquark. Eine selbstgemachte Kräuterbutter geht ganz schnell: einfach verschiedene Kräuter und Zwiebeln fein hacken und mit weicher Butter vermischen. Auch raffiniert: ein grüner Smoothie. Dazu braucht man zum Beispiel 140 g Kräuter und Salat, 150 g Zitrusfrüchte und Banane, außerdem Gewürze und Honig nach Belieben und 200 ml Wasser. Ab in den Mixer damit – und fertig ist der Power-Kräuter-Drink.
Beitrag von Christine Schaller












