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Kaffee kommt immer häufiger aus so genannten Portionsmaschinen. Das Geheimnis der Frische steckt in den kleinen, teils aufwändig verpackten Kaffeepads und -kapseln. Mittlerweile gibt es viele Dritthersteller, welche die Pads und Kapseln günstig anbieten.
Experte im Studio: Ron Perduss
Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Und das kommt immer häufiger aus so genannten Portionsmaschinen: Frischer Kaffee auf Knopfdruck, und das innerhalb von wenigen Sekunden. Das Geheimnis steckt in den kleinen, teils aufwändig verpackten Kaffeepads und -kapseln. Die Originalkapseln lassen sich die Hersteller natürlich teuer bezahlen. Allerdings gibt es mittlerweile viele Nachahmer, die die Pads und Kapseln deutlich günstiger anbieten.
Unterschied Pads und Kapseln
Kaffee-Pads sind flache Polster, die ähnlich wie Teebeutel aussehen, flach und rund sind, sieben Zentimeter groß und mit Kaffeepulver gefüllt. Die kann man nur mit Padmaschinen verwenden. Dafür passt aber jedes Pad in jede Maschine. Im Supermarkt gibt es eine große Auswahl, auch von verschiedenen Kaffeequalitäten und in vielen verschiedenen Geschmacksvarianten. Es gibt auch Teepads. Die Pads kosten pro Stück etwa zwischen 7 und 20 Cent.
Dem gegenüber sind die Kapseln feste Aluminiumkapseln, die mit etwa 7 Gramm Kaffeepulver gefüllt sind und auch nur mit Kapselmaschinen benutzt werden können. Von den verschiedenen Anbietern der Maschinen und Kapseln gibt es verschiedene Systeme, die untereinander nicht kompatibel sind. Das heißt, beim Kauf einer Maschine entscheidet man sich für ein bestimmtes Kapselsystem. Anders als so genannte Vollautomaten, wo loses Kaffeepulver oder lose Bohnen eingefüllt werden, können die Kapselmaschinen Kaffee nur mit Hilfe dieser Kapseln zubereiten.
Portionskaffee contra Filterkaffee
Der Portionskaffee hat den Vorteil, dass er schnell und einfach zuzubereiten ist. Es genügt ein Knopfdruck und 30 bis 60 Sekunden später ist die Kaffeetasse voll. Und zwar je nach gewählter Geschmacksrichtung immer mit der gleichen Aromaqualität. Für Menschen, die mal schnell zwischendurch eine Tasse Kaffee trinken möchten, ist das ideal. Gut auch für kleine Haushalte, etwa bei Singles.
Dem gegenüber ist für den Filterkaffee mehr Aufwand nötig. Man braucht Filter und loses Kaffeepulver, dass dann auch ganz individuell portioniert werden muss. Das gelingt nicht immer und lohnt sich für eine einzelne Tasse kaum. Außerdem dauert das Aufbrühen des Kaffees wesentlich länger als beim Portionskaffee. Wer aber viel Kaffee trinkt und seine eigene Zubereitung gefunden hat, für den ist Filterkaffee aber auch sehr praktisch. Welcher Kaffee besser schmeckt, ist natürlich Geschmackssache. Echte Kaffeeliebhaber schwören aber nach wie vor auf den Filterkaffee, der momentan wieder im Trend liegt.
Portionskaffee ist teuer
Der große Nachteil des Portionskaffees ist, dass er deutlich teurer ist als beispielsweise der Filterkaffee. Eine Tasse klassischer Filterkaffee kostet etwa 6 Cent. Dagegen kostet ein Kaffeepad mindestens 8 Cent, die Originalpads der Hersteller kommen auf 9 bis 25 Cent. Ähnlich ist es bei den Kaffeekapseln: Sie kosten im günstigsten Fall etwa 7 Cent, die Originalkapseln kosten bis zu 35 Cent sprich Tasse. Hochgerechnet auf ein Pfund Kaffee läge der Preis dann bei über 24 Euro!
Nespresso - exklusiv und teuer
Das Zauberwort heißt "exklusiv". Nicht umsonst wirbt Hollywoodstar George Clooney seit 2006 für das Kaffeesystem "Nespresso". Die dazugehörigen Originalkapseln gibt's allerdings nicht im Supermarkt, wie bei der Konkurrenz. Bisher bekamen Geniesser ihre Nespresso-Kapseln nur über das Internet, und auch nur, wenn sie Mitglied im Nespresso-Club wurden. Alternativ gab es wenige exklusive Nespresso-Shops, wie etwa im Berliner KaDeWe. Diese raffinierte Kundenbindung ließ sich der Schweizer Nestlé-Konzern natürlich gut bezahlen: mit mindestens 35 Cent pro Kapsel, sprich Tasse. Nachahmerprodukte klagte der Weltkonzern einfach vom Markt und behauptete dreist, die Fremdkapseln zerstörten ihre Geräte. Inzwischen ist der Nestlé-Konzern aber vor Gericht gescheitert. Jetzt gibt es den Kult-Nespresso doch in Nachahmer-Kapseln. Nicht exklusiv, eher uncool, im Supermarkt um die Ecke.
Erlischt die Garantie der Maschine, wenn ich keine Originalkapseln verwende?
Die Antwort ist eindeutig Nein. Die Maschinenhersteller dürfen den Kunden nicht vorschreiben, welche Kapseln sie benutzen. Sie müssen nur für die Geräte geeignet sein. Nachahmerkapseln sind in der Regel viel günstiger als die Originalkapseln. Ob Ihr Aroma allerdings genau so gut, besser oder schlechter ist, hängt vom individuellen Geschmack ab.
Beitrag von Michael Großmann












