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Ein schneller Schluck und schon ist der Körper mit allem versorgt, was er so braucht - das ist das Versprechen der Multivitaminsäfte. Aber sind sie wirklich so gesund? Ökotest hat jetzt teure und billige Varianten untersucht – und rät von den meisten eher ab.
In den 1970er Jahre erfand der Fruchtsafthersteller Eckes einen Saft, der zum Verkaufsschlager wurde - Dr. Koch’s Trink 10. Das damals als „Frucht-Multi-Vitaminsaft“ bezeichnete Getränk bestand aus „10 wohlschmeckenden Früchten“ und „10 lebenswichtigen Vitaminen“. Das Gesundheitsversprechen und der exotische Geschmack ließen Multivitaminsäfte schnell auf Platz 3 der beliebtesten Säfte der Deutschen aufsteigen - nach den Klassikern Apfel- und Orangensaft. Doch was ist überhaupt ein Multivitaminsaft? Grundlage ist meist Apfel-, Orangen- und Birnensaft, typisch exotisch wird’s durch Früchte wie Maracuja, Mango, Ananas oder Guave. Die knallorange Farbe ist allerdings eher Resultat der künstlich zugesetzten Vitaminmischung, nicht der Saftmischung.
Ökotest hat jetzt Multivitaminsäfte getestet. Das Fazit: zu viel künstliches Vitamin-Wirrwarr und zu wenig Saft. Viel hilft viel? Bei Vitaminen nicht unbedingt. Studien zeigen: Zu viele Vitamine schaden sogar. Vor allem die fettlöslichen wie A, E, K und D lagern sich auf Dauer in Leber und Milz ab. Gefährlich kann das dann werden, wenn man Vitamine ständig als Tabletten schluckt und zusätzlich Nahrungsmittel mit künstlicher Vitaminzugabe verzehrt - wie beispielsweise Multivitaminsäfte. Ohnehin stellt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung klar: Deutschland ist kein Vitaminmangelland. Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel sind demnach für gesunde Menschen in der Regel überflüssig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät besonders zu Vorsicht im Umgang mit Betacarotin. Es sollte Lebensmittel nicht zugesetzt werden. Ökotest kritisiert, dass trotzdem noch immer zu viele Multivitaminsäfte zu viel Betacarotin enthalten - einzelne Produkte 3,6 bis 4,5 Milligramm pro 250-ml-Glas, das ist mehr als das Doppelte der Höchst-Tagesdosis.
Schlecht abgeschnitten haben die getesteten Säfte auch, da sie häufig zu wenig natürliche Aromen enthalten. Meist bestehen sie aus Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat, das heißt dem rohem Fruchtsaft wurde ein Teil des enthaltenen Wassers entzogen. Dabei gehen aber Aromen verloren, die später wieder künstlich zugeführt werden muss. Das Problem: Die Hersteller sind nicht verpflichtet, die Aromen der enthaltenen Früchte zuzusetzen, sondern nur „derselben Fruchtart“. Sie können also unterschiedliche Rohstoffqualitäten durch Zukauf passender Fruchtaromen ausgleichen.
Beitrag von Christine Schaller











