Service - Grüne Smoothies im Test

Smoothies liegen voll im Trend und werden als "Schlaraffenland in flüssiger Form" angepriesen. Doch hält die grüne Hoffnung, was sie verspricht? Ökotest hat jetzt 20 industriell produzierte grüne Smoothies im 250 ml Pack untersucht, darunter auch elf Bioprodukte.

Die Zeitschrift Ökotest „ÖKO-TEST“ nimmt industriell hergestellte grüne Smoothies unter die Lupe, ihnen wird vor allem wegen des grünen Blattgemüses gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. Während die Hersteller diese Mixturen als  gesundheitsfördernd schlechthin preisen, zieht ÖKÖ-TEST eine  ernüchternde Bilanz.
Sind dort tatsächlich reichlich Gemüse, eine satte Portion Vitamine und wenig Zucker zu erwarten? Diese Zusagen wurden in 20 Produkten getestet, darunter 11 Grüne Smoothies/Bio-Produkte.
Gerade einmal sechs Produkte werden von ÖKO-TEST ohne Abstriche empfohlen. Gecheckt wurde nach diesen Kriterien: Hauptbestandteile, zugesetzte Pflanzenextrakte, Geschmack, Gemüseanteil, Zuckergehalt und der Gehalt von Vitamin C. Aber auch umstrittene Inhaltsstoffe und inwieweit die Inhaltsangabe auf den Produkten für die Verbraucher transparent sowie verständlich ist.

Mit dem Gesamturteil „sehr gut“ konnten nur zwei Produkt glänzen: Saftig Smoothie und Alnatura Grüner Smoothie (Bio).

Viermal wurde „gut“ vergeben: Edeka Deli Green, Solevita Green, Valensina Go Green, Antidote Liquid Salad (Bio).

Fünfmal gab es „befriedigend“, sechsmal ein noch „ausreichend“.

Aber auch einmal „mangelhaft“ und gar zweimal „ungenügend“: Rabenhorst Green Power Smoothie (Bio), Rewe to go Smoothie, Harvest Moon Green Juice (Bio). Die 3 Durchfaller brachten einen zu geringen Gemüseanteil von unter 10% ein, einen zu hohen Zuckergehalt,  bis über 30g/250 ml (vergleichbar mit Cola!)und einen niedrigen oder nicht nachweisbaren Vitamin C Gehalt.

Also: Vor allem all das, was einen Smoothie so gesund machen soll, wird nicht eingehalten. Das Gesamtergebnis ist enttäuschend, besonders weil die BIO –Produkte im Schnitt schlechter wegkamen als die normalen und es sich generell um Produkte der Lebensmittelbranche handelt, die als Gesundheitsbringer gefeiert werden.

Tipps:
1. Grünkohl, Spinat, Gurke und Brokkoli  sind die typischen Smoothiegemüse und Grünmacher des Breis. Apfel, Banane, Birne und Ananas, auch als Saft, sind die typischen  Obstzutaten. Sie sorgen für einen fruchtigen Geschmack, neutralisieren das Bittere aus dem Grünzeug, machen den Smoothie aber auch süßer, sprich zuckerhaltiger. Die Produzenten bringen fast immer weitere Zutaten ein: Spirulina-Alge, Machta-Tee,

Weizengrasextrakt. Sie gelten als Vitaminquelle und verstärken das Smoothiegrün. Das sie aber wie alle Zutaten als vorab erhitzter Saft, Mark oder Püree eingesetzt werden, verlieren sie wiederum im Laufe ihrer Herstellung an Vitamin C. Einige Produzenten versuchen dies durch Zugabe der besonders Vitamin C reichen Acerolafrucht auszugleichen.

2 .Grüne Smoothies gelten als besonders gesund. Zum einen, weil  das Chlorophyll eine krebsvorbeugende Wirkung haben soll. Vor allem aber ist der Gehalt von Vitamin C in grünem Gemüse bedeutsam, bei gleichzeitig ausgewogenen Ballaststoffen. Unterschätzt die heimischen Gemüsesorten nicht! Ein Vitamin-Vergleich zu Obst:

150 g Apfel    -  18 mg Vitamin C
100 g Banane -  12 mg Vitamin C
aber
50 g Grünkohl - 53 mg Vitamin C
50 g Spinat      - 25 mg Vitamin C

3. Kommerzielle grüne Smoothies können eine Portion Obst oder Gemüse am Tag ersetzen. Wer sich seinen Smoothie selbst mixt, profitiert von deutlich mehr gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen und hat es mit weniger flüchtigem Vitamin C zu tun. Gute Gemüse/Obstkombinationen: Banane, Beeren und Spinat; Apfel, Mango, Grünkohl und Feldsalat; Apfel, Orange, Rucola und Brokkoli. Frische Kräuter bringen immer einen zusätzlichen Pepp. Das Ganze frisch genießen!

4. Eine 250 ml Smoothie-Portion am Tag ersetzt schon eine Portion Gemüse oder Obst. Und wer seinen Smoothie selbst mixt, wird in der Regel mehr Inhaltsstoffe im Brei haben, weil in Gegensatz zur industriellen Produktion hier kaum Verluste entstehen. Ein hoher Gemüseanteil (Blattgemüse!) steigert den Vitamin C Gehalt und senkt den Zuckeranteil.

5. Schon auf Gemüse und Obst basierend, aber doch anders als in der typischen Zusammensetzung: Regionale und saisonbezogene Smoothierezepte nehmen zu. Eines baut zum Beispiel als Gemüse auf fast so etwas wie Unkraut, meinen zumindest viele. Doch die Kräuterspezialistin Gabriele  Bräutigam weiß, was alles Gute im Giersch steckt: „ Deshalb möchte ich eine Lanze für den Giersch brechen. Unsere wertvollste heimische Wildpflanze, sie bietet Eiweiß, Eisen und auch viel vom Provitamin A. Spätestens, wenn ich ihn aufreiße, rieche ich Karotte und Petersilie.

Hier das Wildkräuter Smoothierezept von Gabriele Bräutigam:
Mindesten die Hälfte Grünzeug, die  andere Obst. Grünzeug sind Giersch, Pfefferminze und Blätter von der Kohldistel. Ist diese gerade nicht zur Hand, tun es auch grüner Salat oder der  besonders vitamin- und nährstoffreiche Grünkohl. Die Obstzutaten sind klassisch:

Mango, Apfel, Orange. Auf spezielle „Zusatzschmankerl“ wie Honig, exotische Beeren oder Nüsse wird verzichtet. Das Wasser aus Eiswürfel macht den Smoothie sämig und schön kühl. 

Beitrag von Reinhard Rychlik