Wildkräuter und essbare Blüten (Bild: dpa)

Service - Wildes von Wald und Wiese

Selbst pflücken, was gesund ist … Bekannte und vergessene Wildkräuter - unsere Tipps für Küche und Hausapotheke.

Viele halten sie für Unkraut, für andere sind Wildkräuter die besten Gewürze. Einige wie Löwenzahn, Schafgarbe oder Brennnessel sind weit verbreitet, andere kaum bekannt, obwohl häufig anzutreffen. So gehört zum Beispiel der Gundermann zu den uralten Heilpflanzen unserer Heimat und ist vielseitig kulinarisch verwendbar.
Mehr als ein Drittel Brandenburgs ist mit Wald bedeckt. Hier und auf den vielen Wiesen drum herum wachsen wertvolle Wildkräuter, viele davon sind allerdings kaum bekannt. Der Waldsauerklee zum Beispiel. Er schmeckt säuerlich und passt daher gut in den Salat. Oder das Schöllkraut. Sein ätzender, gelber Saft soll gegen Warzen helfen. Die zibb-Kräuterexpertin verrät ihre besten Tipps.

Eines der wichtigsten Heilmittel auf heimischen Wiesen ist der Löwenzahn. Zu unrecht als giftiges Unkraut verschrien, ist er reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Kalium. Die enthaltenen Bitterstoffe stimulieren zudem die Verdauungsdrüsen. Der Löwenzahn ist daher auch ein leichtes Abführmittel bei Verstopfung. Rezept-Tipp: Löwenzahnsalat mit ausgelassenen Speckwürfeln oder gedünsteten Champignons. Die Blütenknospen lassen sich außerdem in Essig einlegen - ein Ersatz für Kapern.

Weniger bekannt ist der Gundermann oder auch Gundelrebe. Der Lippenblütler wächst klein und unauffällig in naturbelassenen Gärten und in der freien Natur. Dort kriecht er über den Boden und rankt an Zäunen. Beim Zerreiben der Blätter duftet er aromatisch, daran ist er leicht erkennbar. Er schmeckt angenehm würzig bis scharf, auch ein bisschen nach Minze und sehr frisch. Verwendet werden allerdings nur die oberen blühenden Triebe und die Blüten selbst. Aber Vorsicht: In Wildkräutersalaten sollte der Gundermann eher sparsam verwendet werden. Sonst schmeckt er zu stark vor. Als Beimischung etwa im Kräuterquark oder in Frühlingssuppen ist er aber gut geeignet. Als Heilmittel wirkt er entzündungshemmend, Blase und Niere anregend, und schleimlösend. Anwendungsgebiete sind daher zum Beispiel Bronchial-, Harn-, Blasen- und Nierenkrankheiten, chronischer Schnupfen und Husten sowie schlecht heilende Wunden.

Ein Allrounder in der Küche ist die Knoblauchsrauke. Im Geschmack und im Geruch erinnert sie an Schnittlauch oder Knoblauch, sie ist aber nicht so dominant wie Bärlauch. Deshalb lässt sie sich gut mit anderen Wildkräutern mischen. Am besten schmeckt sie im Frühjahr, wenn ihre Blätter noch zart sind. Tipp: Bei Insektenstichen helfen Umschläge mit dem Brei aus Knoblauchsraukenblättern.

Der Sauerampfer ist eine richtige Delikatesse - gerade in Frankreich wird er auch gern in der Sterneküche eingesetzt. Zu finden ist er auf feuchten, stickstoffreichen Wiesen, an Grabenrändern und Bachufern fast in ganz Europa bis 2000 Meter Höhe. Man erkennt ihn am besten an seinem pfeilförmigen Blatt. Seinen Namen hat der Sauerampfer vom säuerlichen Geschmack. Er passt daher gut zu Salat, aber auch in die Suppe oder in Soßen und Dips. Gerade Fisch-Gerichte lassen sich mit Sauerampfer gut aufpeppen. Noch dazu ist er äußerst gesund. Er ist gut geeignet als erster Vitaminlieferant im Frühjahr - auch gegen Frühjahrsmüdigkeit kann er helfen. Aber Vorsicht: Wegen des hohen Oxalsäuregehalts nicht in zu großen Mengen und zu häufig verzehren, denn empfindliche Menschen könnten dadurch Probleme mit den Nieren bekommen. Beim Kochen wird die Oxalsäure allerdings abgebaut.

Beitrag von Christine Schaller