Frau mit Gesichtsmaske aus Quark und Gurkenscheiben, Quelle: imago

Service - Pseudo-Naturkosmetik

Grüne Produkte sind "in" - auch in Sachen Pflege. 860 Millionen Euro steckten die Deutschen allein im letzten Jahr in Naturkosmetik. Doch nicht immer ist auch wirklich Natur drin, wo Natur drauf steht. Ökotest warnt vor Etikettenschwindel.

Ökotest hat Pseudo-Naturkosmetik getestet. Die Frage: Wie viel Chemie steckt wirklich drin? Das Ergebnis: Was von außen nach Natur aussieht, hat mit Natur oft wenig zu tun. So sind 28 der insgesamt 59 Inhaltsstoffe der Biotherm Multi Recharge Ginseng-Gesichtspflege rein chemisch – und der Ginseng steht ganz weit hinten in der Liste, davon enthalten sind weniger als 0,3 Prozent. Oder die Palmolive Naturals Olive & Feuchtigkeitsmilch Cremedusche: Der Hersteller wirbt mit "Inhaltsstoffen 100 % natürlichen Ursprungs", aber in Wirklichkeit sind auch künstliche Konservierungsstoffe drin.

Der Etikettenschwindel gilt auch für die Flut an verschiedenen Labels und Siegel, mit denen die Hersteller werben. Denn: Wo "dermatologisch getestet", "ohne Parabene" oder eben Natur drauf steht, greifen Kunden besonders gerne zu. Ein Siegel suggeriert Qualität - und dafür zahlt man gerne etwas mehr. Dabei geben viele Hersteller sogar ihre eigenen Siegel in Auftrag.

Was wirklich drin steckt, darüber sagen diese aber kaum etwas aus. Naturnahe Kosmetik wirbt mit Formulierungen wie "auf pflanzlicher Basis" oder "von der Natur inspiriert". Klingt gut, wird aber von niemandem kontrolliert. Und wenn da steht "keine Konservierungsstoffe",  bezieht sich das häufig nur auf deklarierungspflichtige Chemie. "Dermatologisch getestet" heißt nicht, dass der Test auch gut ausgefallen ist.

Ein staatliches Siegel für Naturkosmetik gibt es bisher nicht. In der Branche gelten vor allem drei Siegel als seriös, das vom BDIH, von Natrue und von Ecocert. Echte Naturkosmetik enthält keine künstlichen Konservierungsstoffe, keine Paraffine, keine synthetischen Duftstoffe, sondern stattdessen hochwertige Naturöle und ätherische Öle. Aber Vorsicht: Natur heißt nicht gleich Bio. Im Gegensatz zu Lebensmitteln ist der Begriff Bio bei Kosmetik nicht geschützt. Ob die Inhaltsstoffe aus biologischem Anbau stammen, erkennt man in der Regel an dem *-Symbol.

Beitrag von Christine Schaller

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