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Fr 04.11.11 18:30

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Die peinlichsten Prognosen

"Keine Ahnung, aber viel davon" heißt Dr. Jürgen Braters aktuelles Buch, darin schildert der Biologe die "peinlichsten Prognosen der Welt". Im zibb-Gespräch stellt er es vor.

Klar, keiner von uns kann in die Zukunft sehen. Aber wenigsten die Experten sollten es besser wissen, zumindest nicht völlig haarsträubende Prognosen abgeben. Doch genau das taten sie in der Vergangenheit oft. Ob technische Entwicklungen, politische Prognosen, Entdeckungen im Bereich der Medizin oder die Bewertungen von Künstlern, bedeutende Personen ihrer Zeit lagen allzu oft daneben.

"Es gibt einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer" verkündete IBM-Präsident Thomas Watson. Rudolf Virchow war noch 1870 überzeugt: "Bakterien sind Hirngespinste", als "völlig idiotisch"  bezeichnete 1879 der britische Elektroingenieur Sir William Preece die Erfindung der Glühlampe. "Die Strahlen des Herrn Röntgen werden sich als Betrug herausstellen", irrte 1897 sogar der Physiker Lord Kelvin und der Chef des amerikanischen Patentamtes Charles Duell war 1899 der Ansicht: "Alles was erfunden werden kann, wurde bereits erfunden".

Den Kompositionen von Beethoven ("kein glücklicher Notensetzer") und Liszt  wurde allenfalls kurzlebiger Erfolg zugetraut, bald würde sie niemand mehr kennen. Die Beatles würden sich nie durchsetzen können, denn "die Leute mögen keine Gitarrenmusik". Alles ist anders gekommen.

"Keine Ahnung, aber viel davon" heißt Jürgen Braters aktuelles Buch, darin schildert der Autor Biologe die "peinlichsten Prognosen der Welt".

Dr. Jürgen Brater (63) ist promovierter Biologe, Zahnarzt und war lange als Dozent tätig. Er gab seine Praxis auf, um sich seiner Leidenschaft, dem Sammeln kurioser Fakten zu widmen. Der in Süddeutschland lebende Autor hat bislang sechzehn Bücher veröffentlicht. Derzeit arbeitet er an seinem siebzehnten Buch, dann soll Schluss sein mit dem Schreiben, denn der Autor möchte mit seiner Frau noch auf große Reisen gehen.

Einige ausgewählte peinliche Prognosen:
"Stephonsons Plan ist die absurdeste Idee, die jemals in einem Menschenhirn entstanden ist" sagt Edward Alderson 1825 und meint die Vision vom Zugverkehr zwischen Liverpool und Manchester.

"Es ist in jeder Hinsicht als unmöglich erwiesen, dass der Mensch sich in die Luft zu erheben und darin zu halten vermag", glaubt ein französischer Wissenschaftler 1782.

"Erdöl ist eine nutzlose Absonderung der Erde, eine klebrige, stinkende Flüssigkeit heißt es 1806 aus der russischen Akademie der Wissenschaft.  Fünfzig Jahre später gelingt Edwin Drake die erste Ölbohrung. Der Treibstoff für Autos war gesichert.

Zum VW Käfer meinte Henry Ford, Präsident der Ford Motor Company 1945: "Nein danke, dieses Auto ist eine Fehlkonstruktion". Zehn Jahre später waren eine Millionen Käfer verkauft.

Konrad Zuses erstem Computer wird keine gute Zukunft vorher gesagt. 1943 glaubt IBM Präsident Thomas Watson, es würde "einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer geben". Doch der Z4 wird zur bahnbrechenden Erfindung.

Eines der amüsanten Zitate: "Nur der Gärtner weiß, was ihm blüht."

Beitrag von Ute Müller-Schlomka

Dieser Text gibt den Sachstand vom 04.11.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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